
Die Möglichkeiten der Ganzsaatenverwertung bei der Lupine lassen eine hohe Wertschöpfung erwarten und zeichnen sich durch Wirtschaftlichkeit und gute Marktchancen aus. Die bisherige Nutzung der Lupine erfolgte nahezu ausschließlich zu Fütterungszwecken.
Die verarbeitende Industrie in Deutschland zeigt ein zunehmendes Interesse an einheimischen Rohstoffquellen. Im Rahmen des Innovationsforums gilt es, die verbessertern und zukunftsträchtigen Sorten der Blauen Lupine sowie ihre Verarbeitungs- und Nebenprodukte umfassend zu prüfen, um ein fundiertes Produktprofil zur ernährungsphysiologischen und techno-funtkionellen Eignung von Lupinen als Nahrungs- und Futtermittel erstellen zu können. Dieses soll Lupinenzüchtern, -anbauern, -verarbeitern und -händlern dringend benötigte Informationen für die Konzeptionierung neuer Produktgenerationen und Vermarktungsstrategien auf der Basis der Blauen Lupine zur Verfügung stellen.
Dazu müssen die regionalen Akteure aus Züchtung, landwirtschaftlichem Anbau, wissenschaftlichen Instituten und Lebensmittelbetrieben gezielt und interdisziplinär zusammenarbeiten, um gemeinsam Erfolg versprechende Innovationsfelder und Kompetenzen zur Erschließung neuer wirtschaftlicher Potentiale zu analysieren. Unter strategischen Aspekten kann so eine Basis für nachhaltige wirtschaftliche Landwirtschaft geschaffen werden. Den regionalen Unternehmen wird damit die Möglichkeit gegeben, eine international sichtbare Akquisitionsplattform für die Vermarktung neuer innovativer Produkte und Entwicklungsdienstleistungen aufzubauen.
Um diese innovative Plattform aufzubauen, hat sich das Innovationsforum "Gewinnung von biofunktionalen Food Ingredients aus Lupinensaaten für die Lebensmittelindustrie folgende konkrete Ziele gesetzt:
Alternativ zur gentechnisch veränderten Sojapflanze sollen die züchterischen Erfolge der letzten Jahre bei der Lupine in einer verstärkten Nutzung in der Ernährungswirtschaft ihren Niederschlag finden. Das herausragende Gesundheitspotenzial der Lupine erlaubt die Entwicklung einer eigenständigen Produktlinie auf der Basis der Lupinenproteinprodukte und Lupinenfaser wie z.B. Lupinenquark und Lupinenjoghurt, Lupinengetränke, Brotaufstriche in Kombination mit kalt gepresstem Rapsöl. Darüber hinaus sind Lupinenproteinprodukte aufgrund ihrer physiko-chemischen Eigenschaften geeignet, als hoch funktionelle Zutaten in verschiedenen Lebensmitteln zur Texturverbesserung und Erhöhung der Strukturstabilität beizutragen. Neben den funktionellen Eigenschaften präferieren die ernährungsphysiologischen Eigenschaften den Einsatz von Lupinenprodukten zur Aufwertung minderwertiger Lebensmittel. Als Beispiele seien hier vor allem Backwaren und Snacks genannt. Die cholesterinsenkende Wirkung der Lupinenproteine eröffnet ein breites Feld von Anwendungen im Bereich der präventiven und therapeutischen Behandlung ernährungsbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hier zeichnen sich auf europäischer Ebene Initiativen zu großangelegten medizinischen Untersuchungen des Einflusses der Lebensmittel auf die Vorbeugung und Verhinderung von Herz-Kreislauferkrankungen ab.
Die Aussichten, die multilaterale Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der verschiedenen Bereiche voranzubringen, wird aufgrund der Kompetenzen und Erfahrungen in Mecklenburg-Vorpommern hoch eingeschätzt.
Die Region Mecklenburg-Vorpommern nimmt beim Lupinenanbau einen führenden Platz in Deutschland ein. Die züchterischen Erfolge der Station Bornhof im Müritzkreis führten zur Zulassung bitterstoffarmer Lupinensorten mit herausragenden ernährungsphysiologischen Eigenschaften. Die stetig wachsenden Anbauflächen in Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen eine kontinuierliche Rohstoffbereitstellung. Es ist daher nahe liegend, die gezielte Anwendung der Lupine im Bereich der Ernährungswirtschaft und in einigen ausgewählten Non-Food-Bereichen auf eine breite innovative Plattform zu stellen. Dazu sollen die Ergebnisse aus der Lupinenforschung in die Prozesse zur Gewinnung von Proteinfraktionen und weiteren Inhaltsstoffen einfließen und eine Verknüpfung mit den Betrieben der Ernährungswirtschaft erzielt werden.
BioCon Valley GmbH
Standort Rostock:
Technolgiezentrum Warnemünde
Friedrich-Barnewitz-Straße 8
18119 Rostock
Standort Greifswald:
BioTechnikum Greifswald GmbH
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17489 Greifswald
Projektleitung:
Frank Neudörfer
Tel.: (0381) 25 29 51 30
E-Mail: fn[at]bcv.org
Fachliche Begleitung:
Katrin Petersen
Tel.: (0381) 51 96 49 57
E-Mail: kp[at]bcv.org
Innovationsforum am 6./7. November 2006.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.
[PDF - 206,8 kB]

(URL: http://www.unternehmen-region.de/_media/BlaueLupine_s4.pdf)
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