Die Initiativen

Optimierte Peptid-Leitstrukturen für die bildgebende Tumordiagnostik und die Tumortherapie - Berlin (2007-2012)

Das InnoProfile-Vorhaben

Nach wie vor stellen Krebserkrankungen eine der häufigsten Todesursachen weltweit dar. Innovative Behandlungsstrategien und moderne, hochwirksame Therapeutika sind erforderlich, um insbesondere metastasierte Tumoren in ihrem Wachstum zu hemmen. Gerichtete Therapien, molekulare Bildgebung und individualisierte Medizin gehören deshalb zu den wichtigsten aktuellen Ansätzen in der Bekämpfung des komplexen Krankheitsphänomens Krebs.

Die Wirkstoff- und Therapeutikaentwicklung hat in Berlin nicht nur eine lange akademische und wirtschaftliche Tradition, sie ist auch aktuell eines der wichtigsten Schwerpunktfelder im Bereich Biotechnologie und Biomedizin der Region. Nicht allein die entstehende Bayer-Schering-Pharma AG als größtes deutsches Pharmaunternehmen wird ihren Hauptsitz in Berlin haben - auch eine nennenswerte Anzahl von gereiften und expandierenden biotechnologischen bzw. pharmazeutischen KMU wie Atugen, Epigenomics, Jerini, Mologen und Noxxon zeugen davon. Viele Unternehmen haben auch dank einer gezielten Förderpolitik des BMBF, unter anderem im Programm „BioChance“, eine deutschlandweit herausragende Größe und Reife erreicht. Auch die große Bandbreite akademischer Forschung auf diesem Gebiet, unter anderem an der Charité, dem Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie und dem Max-Delbrück-Centrum sind ein deutlicher Beweis für dieses Berliner Schwerpunktthema. Schon jetzt existieren eine Vielzahl von Kooperationsbeziehungen zwischen diesen Instituten und der regionalen biopharmazeutischen Wirtschaft, die mit dem vorliegenden Projekt weiterentwickelt werden sollen.

Die Ziele

Das ausgewählte Projekt zielt auf die innovative Selektion, effiziente Validierung und bioinformatisch unterstützte Optimierung von peptidischen Bindungsmolekülen für die Therapie und die bildgebende Diagnostik von Tumoren des Verdauungstrakts. Diese Moleküle können chemisch an ein signalgebendes oder therapeutisches Agens gekoppelt und dem betroffenen Patienten über die Blutbahn verabreicht werden. Auf diese Weise erhalten die Erkrankten statt eines unspezifischen ein molekular gerichtetes Kontrastmittel, statt eines konventionellen Chemotherapeutikums ein gerichtetes, zielsuchendes Medikament, das sich im Tumorgewebe konzentriert und dort seine schädigende Wirkung entfaltet. Das Projekt orientiert sich eng an dem inhaltlichen und wirtschaftlichen Profil regionaler biopharmazeutischer Unternehmen, die auch potenzielle Abnehmer für die zu entwickelnden Bindungsmoleküle sind. Somit gliedert sich die Zielstellung des Projekts nahtlos in die vor Ort bestehende Lücke innerhalb der pharmazeutischen Wertschöpfungskette ein.

Durch die Etablierung einer Nachwuchsforschungsgruppe soll die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen der Charité – Universitätsmedizin Berlin und regionalen Firmen ausgeweitet und enger gestaltet werden. Dies soll sich vor allem auf den methodischen Austausch, die gemeinsame bzw. wechselseitige Aus- und Fortbildung junger Mitarbeiter und auf die Validierung von Forschungsinhalten und –strategien konzentrieren.  Auch sollen geeignete Formen für den Austausch inhaltlicher Art, zum Beispiel in Bezug auf pharmazeutische Zielstrukturen getestet und etabliert werden. Die zu entwickelnden Technologien sollen in molekulare Leitstrukturen münden, die als Ausgangsbasis für gerichtete Therapien vermarktet werden können. Zudem bieten sie das Potenzial für eine Ausgründung als eigenständiges Biopharma-Unternehmen.

Die thematischen Schwerpunkte

Das Vorhaben bezieht eine Reihe aktueller Trends in der Wirkstoffentwicklung mit ein:

  • die Targetidentifizierung und Validierung anhand qualifizierter Targetmatrices für Tumorgewebe
  • die Nutzung molekularer Bibliotheken für die Ligandensuche und die Moleküloptimierung
  • die Nutzung neuartiger bioinformatischer Methoden auf der Basis neuronaler Netze für die Datenauswertung und die Modellierung von Moleküleigenschaften

Die Partner

  • Atugen AG, Berlin
  • Jerini AG, Berlin
  • Noxxon AG, Berlin
  • Schering AG, Berlin

Kontakt

Dr. Carsten Grötzinger
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie
(Direktor: Prof. Dr. Bertram Wiedenmann)
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Tel: 030 450 559-488
Fax: 030 450 559-997
E-Mail: carsten.groetzinger[at]charite.de



Die InnoProfile-Initiative entwickelt ihr regionales Innovationsprofil mit dem InnoProfile-Transfer-Verbundprojekt INNO-TRACE weiter.


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