Im Blickpunkt

Bilanzkonferenz von BioMeT am 28.11.2006 in Dresden-Hellerau

BioMet-Initiative zieht nach 6 Jahren Bilanz.

Insgesamt 37 Millionen Euro investierten die heute 194 Partner der
BioMeT-Initiative von 2000-2006 in Forschung und Entwicklung neuer Verfahren und Produkte der Biotechnologie. Fast 24 Millionen Euro davon stellte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der InnoRegio-Förderung von "Unternehmen Region" zur Verfügung.

Nach sechs Jahren zieht die Initiative Bilanz: 39 Unternehmen und 24 Forschungsinstitute arbeiteten an 36 Projekten. 23 Biotechnologieunternehmen wurden während der vergangenen sechs Jahre neu gegründet, acht Unternehmen konnten in der Region Dresden neu angesiedelt werden. 1.250 Arbeitsplätze sind direkt in den Unternehmen und Forschungseinrichtungen der BioMeT-Initiative entstanden. Zwei Drittel der im BioMeT-Netzwerk engagierten Firmen konnten ihren Umsatz deutlich steigern und planen die Einstellung weiterer Mitarbeiter.

Drei der BioMeT- Partner stellten in dieser Woche die Ergebnisse ihrer Arbeit in Dresden vor: Prof. Richard W. Funk, Leiter des Institutes für Anatomie an der Technischen Universität Dresden, entwickelte ein Verfahren, mit dem die Oberfläche von Polyurethan (PUR) beschichtet werden kann, um z.B. Zellenwachstum darauf zu ermöglichen. Dieser Kunststoff wird oft für Implantate genutzt. Projektpartner dabei waren die Herzzentrum GmbH, die Techno Coat Oberflächentechnik GmbH, die Maja Medizintechnik GmbH und das Forschungszentrum Rossendorf.
Prof. Richard W. Funk, Jelka Schlagenhauf und Norman Brückner.
Jelka Schlagenhauf, leitende Mitarbeiterin der nAmbition GmbH, informierte über eine neue Technologie, bei der eine "Nano-Nadel" Zellstrukturen abtastet. Beispielsweise kann die Funktionsweise von Proteinen damit präzise untersucht werden. Ziel ist das Automatisieren dieser Methode, die so zu einem neuen Standardverfahren in der Biotechnologie werden soll.

Norman Brückner, Geschäftsführer der 100 Jahre jungen Catgut GmbH Markneukirchen, betrat ebenfalls technologisches Neuland. Seine Firma entwickelte eine textile Trägermatrix, die an die entsprechenden Stellen von gebrochenen oder durch Tumore beschädigten Knochen eingesetzt werden. Diese enthält Knochenzellen, die schrittweise den Knochen wieder aufbauen und die Schadstelle schließen. Bisher absolvierte Tierversuche verliefen erfolgreich. Partner dieses anspruchsvollen Projektes sind die Technische Universität Dresden, das Universitätsklinikum Dresden sowie das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden.

Hans-Peter Hiepe, Referatsleiter im Bundesforschungsministerium, war beeindruckt: "Dresden ist heute nicht nur Silicon Saxony, sondern auch wesentlicher Teil von Bio Saxony. Stadt und Region haben ein unverwechselbares Profil entwickelt, an dem BioMeT entscheidenden Anteil hat."

Er wies auf die Wirkung der BMBF-Innovationsinitiative Unternehmen Region für die neuen Länder hin, die 1999 mit dem InnoRegio-Wettbewerb startete. Die dabei entwickelten Innovationsstrategien haben Unternehmergeist geweckt und die besten Kräfte der Region mobilisiert. Mehr als 7.500 Arbeitsplätze vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Neuen Länder konnten damit geschaffen werden.

Hans-Jürgen Große, Geschäftsstellenleiter von BioMeT, brachte seine Bilanz auf folgenden Punkt: "Wir waren erfolgreich. Der "Virus Biotechnologie", der uns in den 1990er Jahren erfasste, wirkt bis heute. Auch durch das gute Miteinander der sächsischen Staatsregierung, die im Rahmen ihrer Biotechnologie-Offensive 100 Millionen Euro in den Standort Dresden investierte, und dem BMBF begann BioMeT zu leuchten - weit über die Grenzen Dresdens hinaus. Jetzt müssen die entstandenen Innovationen in einer zügigen Verwertung ihren Praxistest bestehen."


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