Im Blickpunkt

Neue Impulse für Modularisierung in der maritimen Industrie

Der Trend zur Modularisierung in der Industrie ist auch im maritimen Bereich nicht aufzuhalten. Seit Jahren wird in den Werften und maritimen Unternehmen eine zentrale Fertigung von Modulen angestrebt, um Kosten zu senken und Bauzeiten zu verkürzen. Um diese Entwicklung auch in Mecklenburg-Vorpommern voranzutreiben, haben sich 24 Akteure aus Unternehmen, Industrie und Hochschulen zusammengetan.

Das daraus hervorgegangene Innovationsforum "MARSYSMOD - Innovative Systemmodule für die maritime Industrie" hat im vergangenen halben Jahr, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Innovationsinitiative für die neuen Länder "Unternehmen Region", acht Projektskizzen für innovative Systemmodule in der maritimen Industrie erarbeitet. Diese wurden am 01. November in Rostock vorgestellt und diskutiert.

Die Initiatoren des Innovationsforums, Eberhard Binder und Dr. Hans-Gerd Bannasch vom Verein Maritime Allianz Ostseeregion e.V. (MAO), haben sich dabei auf vier Bereiche konzentriert: die Schiffbauzulieferung, die Offshore-Industrie, die Fischereitechnik und den maritimen Hochleistungsleichtbau.

Die Modularisierung ist eine Methode, die Produkte strukturiert. Komplexe, aus vielen einzelnen Komponenten bestehende Produkte werden in mehrere Module aufgeteilt, die dann einfacher zu handhaben sind.

Dr. Michael Meyer von der Warnow Design GmbH berichtete von INNOMOD (Innovative Schiffsmodule), einem abgeschlossenem EU-Projekt. Innerhalb von zwei Jahren wurden hier Lösungen entwickelt, die die Fertigungs- und Nacharbeitsaufwendungen für Vor- und Achterschiffsmodule reduzieren.
 
Auch der Volkswerft Stralsund GmbH bringt die Modularisierung vor allem eines: "Wir wollen an die Kosten und Bauzeiten ran", sagt ihr Technischer Direktor Dr. Thomas Kühmstedt.

 Dr. Thomas Kühmstedt skizzierte Potenziale und
Herausforderungen der Modularisierung.
 Eberhard Binder im Gespräch mit Barbara Reddig
vom DLR.

Ein einzelnes Modul bedeutet, einen Baukasten bereitzustellen, der sich leichter an Reederwünsche anpassen lässt. Am Beginn steht die Produktion eines Einzelteils, dann der Gruppen- oder Sektionsbau, dann die Montage und schließlich die Inbetriebnahme. Der Serieneffekt kommt ebenfalls der Schiffsbaufertigung zugute. Während die Produkt-Modularisierung im Bereich der Fertigung und Ausrüstung voranschreitet ist die Modularisierung von Prozessen noch neu. Vor allem in der Standardisierung von Geschäftsprozessen sieht Kühmstedt eine Herausforderung. "Hier sind dringend neue Lösungsansätze notwendig."

In einem Appell an die Projektbeteiligten sagte der Leiter des Innovationsforums, Eberhard Binder:  "Entweder wir schaffen es, die Kosten zu senken oder wir müssen noch manches in Kauf nehmen, womit wir heute noch nicht rechnen!" "Wir haben mit unseren Lösungsansätzen eine solide Grundlage geschaffen, in die Projekte zu gehen. Wir sollten jetzt sehr zügig aufeinander zugehen, wo haben wir Ansätze, die wir gemeinsam verfolgen."

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