Im Blickpunkt

Die Wirbelschichttechnologie erlebt den zweiten Frühling

Innovationen zu erklären kann in einem Fachvortrag enden. Oder in einem neuen Namen – NaWiTec: Das steht für Nachwuchsforschungsgruppe Wirbelschichttechnik.

Unter Leitung von Junior-Professor Dr. Mirko Peglow werden sieben junge Wissenschaftler an der Otto von Guericke-Universität Magdeburg fünf kurze Jahre eine Technologie erforschen, die schon 1975 in der heutigen Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts aus der Taufe gehoben und in die Industrieproduktion überführt wurde.

Der erste Praxisfall war eine haushohe Anlage, die beim damaligen SKET-Maschinen- und Anlagen-Kombinat entstand. Der folgende Anwendungsfall machte die an der Elbe entwickelte Technologie schon bekannter. Die Magdeburger Kaffeerösterei setzte auf Wirbelschicht und produzierte mit diesem Verfahren ihre vielleicht bekannteste Sorte Rondo Melange. Der Clou an der Sache: Die aufgewirbelten Kaffeebohnen erhalten während des Röstprozesses eine feine Schicht aus Karamell. Und die macht sie bis heute zum Kult-Objekt.

Mit diesem Erfahrungsschatz an Forschung und Entwicklung stellen sich die Nachwuchswissenschaftler nun einer Herausforderung, die auf Grund des aktuellen Stands der Technik erst heute möglich wird. Denn welche Faktoren das Wirbelschichtverfahren prägen und beeinflussen, ist bisher nur ansatzweise erforscht. Um aber das Potenzial  neuer Anwendungen wirklich ausschöpfen zu können, braucht es Zeit, modernste Messgeräte und motivierte Wissenschaftler.

Sie, das NaWiTec-Team, sind alle Absolventen der Magdeburger Universität. Das griff Erich K. Pollmann, Rektor der Otto von Guericke-Universität, bei der Startveranstaltung im Magdeburger Wissenschaftshafen mit Freude auf:  „NaWiTeC ist bereits das dritte Magdeburger Uni-Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen seiner Innovationsinitiative ‚Unternehmen Region’ mit einer Förderung ausgezeichnet wurde.“, unterstrich der Rektor nicht ohne Stolz.

 Erich K. Pollmann, Rektor der Otto von Guericke-Universität Magdeburg, kann sich über die schon dritte BMBF-InnoProfile-Förderung freuen.
 Dr. Mirko Peglow leitet die Nachwuchsforschungsgrupe des InnoProfile-Projekts und sucht die Kooperation mit der regionalen Wirtschaft.
 Hans-Peter Hiepe wünschte den Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Wirbelschichtverfahren viel Erfolg auf dem Weg zur prägenden regionalen Technologieplattform.  In den Pausen gab es intensive Foyergespräche.

Hans-Peter Hiepe, Referatsleiter im Bundesforschungsministerium, ist überzeugt, dass die BMBF-Förderung gut angelegt ist: „Das Wirbelschichtverfahren passt zur Magdeburger Region, weil diese Technologie hier nicht nur Tradition, sondern noch heute eine starke Marktnachfrage besitzt. Die jungen Wissenschaftler müssen jetzt den starken Forschungsbedarf zum Verfahren erfüllen.“

Und dieser Bedarf stammt vor allem von den kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen-Anhalt, mit denen Nachwuchsforschungsgruppenleiter Mirko Peglow seit einiger Zeit in Kontakt steht. Er konkretisiert: „Die modernste Messtechnik macht es möglich. Heute können wir im Verfahrensprozess online messen und mit diesen Ergebnissen feststellen, wie wir diese innovative Technologie für die Pharmazie, für die Ernährungswirtschaft, für die Chemische Industrie und die Agrarwirtschaft  effizient, sicher und unwiderstehlich machen.“


Nähere Informationen zur InnoProfile-Initiative NaWiTec finden Sie hier.

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