Im Blickpunkt

Erfolgreicher Workshop des Wachstumskerns TeMaK in Zwickau: AUDI AG meldet Interesse an Forschungsergebnissen an

Über 100 Interessenten aus Wirtschaft und Forschung haben am ersten öffentlichen Workshop des Wachstumskerns TeMaK zum Thema "Karosserie-Leichtbau durch Magnesium" am 21. Mai 2008 in Zwickau teilgenommen. Ziel der Fachveranstaltung war es, das Verbundprojekt interessierten Fachleuten der Branche vorzustellen, erste Forschungs- und Entwicklungs-Ergebnisse zu präsentieren und eine Plattform zum Austauschen und Kennenlernen zu schaffen.

Als Gastgeber begrüßte Prof. Dr. Karl-Friedrich Fischer, Rektor der Westsächsische Hochschule Zwickau, die Anwesenden und charakterisierte das TeMaK-Projekt als zukunftsweisend für die Region wie die Hochschule. Fischer: "Innovationen sind das tragende Element der Hochschule und des Wachstumskerns."

Gutes erstes Jahr

Danach präsentierte Dirk Virian, Sprecher des Wachstumskerns und Geschäftsführer der Firma STZ Zwickau, erste Arbeitsergebnisse nach einem Jahr Forschung und Entwicklung. Hinter dem Kürzel TeMaK verbirgt sich ein Netzwerk aus 16 Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Partner aus der Automobil- und Maschinenbauregion Zwickau-Chemnitz-Dresden wollen bis 2010 eine Technologieplattform zum Einsatz von Magnesium-Knetlegierungen für den Fahrzeugbau im Produktlebenszyklus (TeMaK) aufbauen. Dirk Virian: "Nach dem ersten Jahr intensiver Arbeit können wir selbstbewusst sagen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, gut in unserem Strategieplan liegen und unserem Ziel, Class A Teile aus Magnesiumlegierungen herstellen zu können, bereits ein gutes Stück näher gerückt sind." Hervorzuheben seien erste Resultate in den Teilprojekten, die sich mit Korrosionsschutz und Lack sowie mit dem Recycling beschäftigen. Insgesamt zeigte sich der Sprecher Wachstumskerns zufrieden mit der bisherigen Projektentwicklung.

Vision: Class A-Teile aus Magnesiumlegierungen

Die Vision der Netzwerkpartner ist es, den Rohstoff Magnesium im Automobil- und Maschinenbau einsetzen zu können und neben so genannten Class B Teilen (weniger beanspruchte Komponenten im Fahrzeug) auch Class A Teile (hoch beanspruchte Teile wie zum Beispiel Außentüren) aus Magnesium herstellen zu können. Dafür beschäftigen sich die Unternehmer und Wissenschaftler mit der gesamten Wertschöpfungskette der Magnesiumbe- und -verarbeitung. Da es aufgrund seiner geringer Dichte rund 35 Prozent leichter als Aluminium ist und trotzdem ähnlich gute Festigkeits-, Steifigkeits- sowie Verarbeitungseigenschaften besitzt, ist es für die Industrie vor allem hinsichtlich Umweltverträglichkeit von Fahrzeugen (weniger Treibstoff durch weniger Gewicht) von Interesse. In diesem Zusammenhang sprach Günter H. Deinzer, Leiter Werkstofftechnik und Recycling der AUDI AG Ingolstadt, in seinem Plenarvortrag über das "Leichtbaupotential im Karosseriebau". Deinzer bekräftigte, "dass TeMaK mit seinem Forschungsfeld genau die Problemstellungen bearbeitet, die auch AUDI sehr interessieren." Vor allem bei den Themen Oberflächenbearbeitung, Korrosion und Recycling zeigte sich Deinzer außerordentlich interessiert an den bisher erreichten Forschungsergebnissen des TeMaK-Verbundes.

Neues Verfahren für kostengünstige Magnesiumflachbleche

Im Anschluss referierten Vertreter der einzelnen TeMaK-Teilprojekte. So sprach Hans-Peter Vogt von der Magnesium Flachprodukte GmbH Freiberg, über "optimierte Fertigung und Weiterverarbeitung von Magnesiumflachprodukten." Als ein Unternehmen der ThyssenKrupp Steel hat die Firma zusammen mit der Technischen Universität Bergakademie Freiberg ein kostengünstiges Verfahren entwickelt, um Magnesiumblech in Form von Coils (zu Rollen aufgewickelte rechteckige Bleche) herzustellen. Dieses Verfahren, mit dem es gelingt, Magnesiumbleche kostengünstig herzustellen, bildet eine der Grundlagen des TeMaK-Wachstumskerns. Neben weiteren Projektpartnern wie Thomas Walter von der EMA-TEC GmbH Sonderhausen referierten auch Vertreter des Fraunhofer Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik Chemnitz. Zusätzlich zu den Fachvorträgen bot der Workshop eine gute Gelegenheit, dass die Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft untereinander ins Gespräch kommen konnten. Nach einem rundum positiven Feedback durch die Teilnehmer zeigten sich die Netzwerkpartner zufrieden und dankten vor allem Jürgen Schelich vom Forschungszentrum Karlsruhe als Vertreter des Projektträgers für die sehr gute und engagierte Unterstützung bei der Veranstaltungsvorbereitung.

TeMaK - Netzwerk aus 16 Partnern:

Coexal GmbH, Schönau v. d. Wald
EMA-TEC GmbH, Sondershausen
ERZ Entsorgung und Recycling Zwickau GmbH
E.S.C.H GmbH
Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, Chemnitz

BENSELER Beschichtungen Sachsen GmbH & Co, Frankenberg

Hörmann Engineering GmbH, Chemnitz
imq- Ingenieurbetrieb für Materialprüfung, Qualitätssicherung und Schweißtechnik GmbH, Crimmitschau/Sachsen
Innovent e.V. Technologieentwicklung Jena
Karosseriewerke Dresden GmbH, Radeberg
MgF Magnesium Flachprodukte GmbH, Freiberg
pro-beam Anlagen GmbH, Neukirchen/Chemnitz
SMZ Sächsisches Metallzentrum GmbH, Zwickau
STZ Sächsisches Technologie Zentrum gGmbH, Zwickau
SWZ Siebenwurst Werkzeugbau GmbH, Zwickau
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH)
Netzwerkmanagement: RKW Sachsen GmbH



Weitere Informationen zum Innovativen regionalen Wachstumskern TeMaK finden Sie hier.


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