Im Blickpunkt

Erstes Statusseminar des Greifswalder InnoProfile-Projekts Drug-Delivery-Technologien am 1. Oktober 2008

14 Monate nach Beginn der BMBF-Förderung präsentierte die Nachwuchsforschungsgruppe am Institut für Pharmakologie der Greifswalder Universität Schwerpunkte ihrer Forschungsarbeit auf Schloss Schlemmin.

Prof. Dr. Werner Siegmund, Prof. Dr. Heyo Kroemer, Dr. Stefan Oswald und Prof. Dr. Werner Weitschies vom InnoProfil Drug-Delivery-Technologien.

Die neunköpfige Forschergruppe aus graduierten Wissenschaftlern und Doktoranden unter der Leitung von Dr. Stefan Oswald befasst sich mit der Aufnahme von Arzneimitteln in den Körper. Herzstück ihrer Arbeit ist das interdisziplinäre Kompetenzzentrum "Center of Drug Absorption and Transport" (C-DAT) - ein Zusammenschluss des Instituts für Pharmakologie, der Abteilung für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie und der Radiologie. Das Team will einerseits die umfassenden Prozesse des Arzneimitteltransports in Körperzellen (Drug Delivery) charakterisieren und andererseits neue Arzneiformen und Transport-Systeme entwickeln.

Stark beteiligt an dieser Forschung sind zurzeit sechs Unternehmen, berichtet Dr. Oswald. Mit dem in der Nähe von Greifswald ansässigen Institut für Diabetes Gerhardt Katsch zum Beispiel werden gemeinsame Studien durchgeführt. Die LTS Lohmann Therapie-Systeme AG mit ihrer Betriebsstätte im Biotechnikum Greifswald setzt von C-DAT entwickelte Konzepte technologisch um und bringt sie auf den Markt.

Zusammen mit der Riemser Arzneimittel AG, ebenfalls nahe Greifswald, und der PS-Pferdehaltung in Neustadt-Glewe untersucht die Nachwuchsforschungsgruppe die Bedeutung von Makrophagen für den Transport von Antibiotika zum Ort der Wirkung. Über diese Nutzung zellulärer Transportermodelle zur Charakterisierung der Transporteigenschaften von Antibiotika berichtete die Doktorandin Jette Peters. Mit dem Partner der Pferdezucht Paul Schockemöhle soll die Therapie einer schweren Lungenkrankheit bei Pferden verbessert werden.

Der Doktorand Grzegorz Garbacz aus der Abteilung für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie von Professor Werner Weitschies stellte eine Neuentwicklung vor. Die Vorhersage der Medikamentenaufnahme im lebenden Organismus ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Medikamentenentwicklung. In der Industrie werden daher In-vitro-Testsysteme eingesetzt, um die Medikamentenaufnahme zu simulieren. Bei dem vorgestellten Gerät handelte es sich um einen Dissolutionstester, der die physikalischen Bedingungen der Passage von Tabletten durch den Darm imitiert. Am Beispiel des Schmerzmittels Diclofenac wurden verschiedene konventionelle Dissolutionstester untersucht und mit dem Greifswalder Modell verglichen. Dieses neue In-vitro-Testsystem  kann die  Medikamentenaufnahme und  Plasmakonzentration von Tabletten sehr viel exakter abschätzen als andere In-vitro-Testsysteme, die bisher eingesetzt wurden. Es kommt damit der In-vivo-Situation, also der realen Medikamentenaufnahme bei Probanden, sehr viel näher.

Das InnoProfil Drug-Delivery-Technologien kooperiert unter anderem mit dem ebenfalls vom BMBF geförderten Zentrum für Innovationskompetenz FunGene in Greifswald und arbeitet eng mit der klinischen Pharmakologie in Erlangen zusammen. Auf drei Publikationen in internationalen Journals kann das InnoProfil schon verweisen.

Weitere Informationen zum InnoProfil Drug-Delivery-Technologien finden Sie hier.


nach oben