Im Blickpunkt

Fehler ausschließen: Fachveranstaltung bei ICCAS

Die Bewertung von automatisierten Chirurgiesystemen stand im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Veranstaltung am 11. November 2008 bei ICCAS (Innovation Center Computer Assisted Surgery).

Dr. Korb, Leiter der Arbeitsgruppe "Bewertung der chirurgischen Automation".

Das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig beschäftigte sich in diesem Workshop intensiv mit der Analyse von Fehlern und Problemen, die beim Umgang mit automatisierten Chirurgiesystemen auftreten können. Auf der wissenschaftlichen Veranstaltung wurden entsprechende Programme vorgestellt und diskutiert. Der Akzent lag dabei auf Fehlerfällen, die selten vorkommen und die daher in der Testphase oftmals nicht entdeckt werden. Teilnehmer waren Vertreter aus Unternehmen (Jocomed Chemnitz und Saia Burgess Dresden), eine freiberufliche Industrie-Designerin aus dem Bereich Medizintechnik sowie Wissenschaftler der Universität Rennes und der TU Berlin. Organisator Dr. Werner Korb, Leiter der Arbeitsgruppe "Bewertung der chirurgischen Automation" erklärte: "Neben dem wissenschaftlichen Austausch ging es uns darum, bestehende Kooperationen zu festigen und neue Kontakte zu knüpfen."

"ICCAS beschäftigt sich seit mehreren Jahren erfolgreich mit der Entwicklung von computerassistierten Chirurgiesystemen. Aber auch weitestgehend automatisierte Prozesse kommen ohne den Menschen nicht aus. Deshalb kann es nicht nur darum gehen, dass die Geräte problemlos arbeiten, sondern dass durch den Einsatz der Instrumente keine neuen Fehlerquellen entstehen", sagte Professor Jürgen Meixensberger, Sprecher von ICCAS und Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie an der Universität Leipzig. "Unsere Aufgabe ist es nun, entsprechende Fehlerquellen zu erkennen und Strategien zu entwickeln, diesen vorzubeugen."

"Typisch sind Fehler, wie sie auch in der Luftfahrt vorkommen", ergänzte PD Dr. Gero Strauß, der von ärztlicher Seite maßgeblich an der Entwicklung der computerassistierten Chirurgiesysteme beteiligt und Stellvertretender Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde ist. Dr. Strauß erprobt derzeit ein neuartiges Frässystem mit Namen "Navigated Control", das an der Technischen Universität München von Professor Tim Lüth entwickelt wurde. Dieses System schaltet in kritischen Situationen automatisch die Fräse ab. "In manchen Situationen möchte ich diesen ,Autopiloten' jedoch nicht benutzen und wähle einen freien Modus", erläuterte Dr. Strauß. "Nun muss man damit rechnen, dass ich während der Operation durch irgendein Ereignis abgelenkt werde und nicht sofort daran denke, dass ich das System ausgeschaltet habe. Wenn so etwas passiert, besteht die Gefahr, dass ich den Patienten verletze. Vor allem im Kopf- Hals- Bereich kann das zu kritischen Situationen führen."

Im Übungsoperationssaal von ICCAS werden solche Fehler am Phantom simuliert. Dann muss der Proband zeigen, was in ihm steckt und wie er mit den Fehlern umgeht. Sein Verhalten wird im Detail erfasst, selbst seine Blickbewegungen während des Fräsens. Neben dieser objektiven Einschätzung gibt es auch eine subjektive in Form von Fragebögen. Die Experten entwickeln dann auf der Grundlage dieser Informationen Ideen und Modelle, um die Fehler auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Weitere Informationen zum ZIK ICCAS finden Sie hier.


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