
Für ihre Forschungsarbeiten am "Zentrum für Innovationskompetenz für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie - OncoRay" erhielt die Strahlenbiologin Dr. rer. med. Ala Yaromina während der 15. Jahrestagung der Berlin-Brandenburgischen Gesellschaft für Nuklearmedizin den Behnken-Berger-Preis 2008, der am 21. November vergeben wurde.
Den mit 5.000 Euro dotierten Preis vergibt die Behnken-Berger-Stiftung jährlich an Nachwuchswissenschaftler, die auf dem Gebiet des Strahlenschutzes forschen.
Die 29-jährige Nachwuchswissenschaftlerin untersucht den therapeutischen und diagnostischen Einsatz von ionisierender Strahlung. Ihr Schwerpunkt in dem von der deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt liegt hierbei auf dem Gebiet der Tumorphysiologie: Speziell erforscht sie zum Beispiel die Sauerstoffversorgung in den Tumorzellen, die eine wichtige Rolle bei der Bestrahlungsempfindlichkeit der Karzinome spielt. Das Zellwachstum in Tumoren verläuft generell unkontrolliert, ebenso die Bildung eines Gefäßnetzes. Somit gibt es Bereiche innerhalb der Tumore, die nicht oder nur sehr schlecht mit Sauerstoff versorgt sind (Hypoxie). Bekannt ist, dass diese so genannten hypoxischen Areale durch eine Strahlentherapie sehr viel schlechter zu heilen sind als gut durchblutete, mit Sauerstoff versorgte Tumorteile.
Dr. Ala Yarominas.
Tumore sind somit in ihrer Struktur nicht standardisiert. Das heißt, der Krebstumor eines Patienten ist sehr individuell aufgebaut. Ziel von Dr. Ala Yarominas Grundlagenarbeit ist es, die hypoxischen Bereiche im Tumor zu bestimmen. Diese speziellen Eigenschaften des jeweiligen Tumors sollen dann in bildgebenden Verfahren wie zum Beispiel dem PET-CT, einem Kombinationsgerät aus einem Positronen-Emmissions-Tomographen und einem Computertomographen, sichtbar gemacht werden, ohne das Karzinomgewebe vorher operativ zu entfernen zu müssen. Somit wäre künftig eine individualisierte Therapie möglich, die eine bessere Chance für die Patienten verspricht, den Tumor zu vernichten. Ala Yaromina stammt ursprünglich aus Weißrussland und studierte in Minsk, London und Dresden. Für ihre Promotion an der Medizinische Fakultät der TU Dresden, die sie mit "summa cum laude" abschloss, erhielt Yaromina bereits den "Carl Gustav Carus-Förderpreis für hervorragende Promotion" 2006/2007. Die 29-jährige arbeitet in der Forschungsgruppe "Experimentelle Strahlentherapie" unter Leitung von Prof. Dr. Michael Baumann.
Die Vision des ZIK OncoRay ist es, die Heilung von Krebserkrankungen durch biologisch individualisierte, technologisch optimale Strahlentherapie zu verbessern. Strahlentherapie ist ein hocheffektives Verfahren zur Vernichtung des Primärtumors und verringert dadurch auch die Gefahr der Streuung von Metastasen, die gewöhnlich das Endstadium einer Krebserkrankung darstellen. Im Gegensatz zu anderen Verfahren kann die Strahlentherapie nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich exakt gesteuert werden. Ein Ersatz der Strahlentherapie durch andere Methoden ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, in den nächsten Jahrzehnten wird die Effizienz und die Bedeutung der Strahlentherapie durch die physikalisch-technologische Weiterentwicklung von Hochpräzisions-Bestrahlungsverfahren und durch die Integration moderner Elemente der biologischen Forschung, die einen individualisierten Zuschnitt der Behandlung auf den einzelnen Patienten erlauben, weiter zunehmen. Dies erfordert die enge transdisziplinäre Verzahnung von modernster Biologie, Physik und Medizin.
Nähere Inormationen zum Zentrum für Innovationskompetenz OncoRay finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/378.php)