Im Blickpunkt

InnoProfil Akustoelektronische Mikrofluidik: erfolgreiches Statusseminar

Erste Zwischenergebnisse ihrer Forschungsarbeit haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des InnoProfile-Projekts Akustoelektronische Mikrofluidik bei ihrem Statusseminar präsentiert.

Die jungen Forscher um Dr. Hagen Schmidt beschäftigen sich am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW Dresden) mit so genannten akustischen Oberflächenwellen (engl. surface acustic wave - SAW). Die können Fachfremde sich als elektrisch angeregte Nano-Erdbebenwellen auf Einkristallchips vorstellen. Diese Chips wiederum dienen der Aufbereitung von Hochfrequenzsignalen. SAW-Bauteile finden sich so beispielsweise in Handys oder auch in der Auto-Fernbedienung, mit der sich das Fahrzeug aus der Ferne öffnen oder verriegeln lässt.
 
Das Statusseminar startete mit der Eröffnung durch Professor Bernd Bücher, Direktor des Instituts für Festkörperforschung im IFW Dresden. In seinem Vortrag fasste Nachwuchsforschungsgruppenleiter Dr. Hagen Schmidt anschließend die bisherigen Forschungsergebnisse zusammen und gab einen Ausblick auf die Arbeitsziele 2009. Die Gruppe hat in ihrer bisherigen Arbeit neben elf Tagungsbeiträgen bereits vier Patente angemeldet. Die Ziele für 2009 sind ehrgeizig: So sollen die Arbeiten am mikroakustischen Mischmodul entscheidend vorankommen. Das ist ein Gerät zur effektiven Durchmischung kleinster Flüssigkeitsmengen, wie sie z. B in modernen DNA-Laboren vorkommen. Außerdem soll die neue Clusteranlage zur Abscheidung SAW-gerechter Dünnschichten in Betrieb genommen werden. Neben Fortschritten im Bereich DNA-Sensorik will das Team vor allem auch die Außenwirkung der Nachwuchsforschungsgruppe vergrößern, um neue Partner zu gewinnen.

Die Nachwuchsforscher/-innen des InnoProfils Akustoelektronische Mikrofluidik (v.l.n.r.): Raimund Brünig, Glen Guhr, Hagen Schmidt, Andreas Winkler,  vorne Laura Steller und Konrad Suschke.

Im Anschluss referierten die Arbeitsgruppenmitglieder zu den einzelnen thematischen Schwerpunkten: Biophysikalische und DNA-Untersuchungen, Blut- und Zellcharakterisierung, mikroakustische Viskositätsmessung und Aktorik sowie Dünnschicht-Technologie. Die präsentierten Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsarbeit stießen bei den Unternehmensvertretern auf großes Interesse  und waren eine gute Basis für eine angeregte Diskussion bezüglich der Weiterarbeit der Nachwuchsforschungsgruppe.

Die Gruppe verknüpft im InnoProfile-Projekt die Fachbereiche Akustoelektronik und Mikrofluidik und will eine neue technologische Plattform für miniaturisierte Bauelemente der Sensorik und Aktorik schaffen. Daraus sollen innovative Anwendungen unter anderem in der Biomedizin entstehen. Impulse aus der regionalen mittelständischen Wirtschaft erhält das Projekt durch enge Kooperationen mit sieben Unternehmen. So sind weltweit operierende Unternehmen wie SAW Components Dresden GmbH (SCD) als Komplett-Produzent von SAW-Filterbauelementen sowie der Anbieter von Mikrofluidiksystemen GeSiM (Gesellschaft für Silizium-Mikrosysteme mbH) als Partner mit im Boot.

Bis 2012 wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. In der Nachwuchsforschungsgruppe arbeiten sechs Wissenschaftler/-innen: zwei Postdocs und vier Doktoranden.

 

Weitere Informationen zum InnoProfil Akustoelektronische Mikrofluidik finden Sie hier.


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