Im Blickpunkt

Rent a Prof oder Warum Hochschulen in Sachsen-Anhalt an neuen Weiterbildungsangeboten arbeiten

Kamingespräch der InnoProfile INKA und TEPROSA am 5. Mai 2009 in Magdeburg

 

Die beiden Magdeburger InnoProfile INKA und TEPROSA arbeiten zusammen mit Unternehmen aus Sachsen-Anhalt an grundlegenden Fragen der Medizinforschung und der Mikrotechnologien sowie ihrer technischen Anwendungen. Die Antworten sollen dann zu neuen Produkten und Technologien führen.

Gemeinsam mit dem Projekt Wissenschaftliche Weiterbildung und Absolventenvermittlung (WiWA) der Otto-von-Guericke-Universität, einer Landesinitiative gefördert durch die EU und das Land Sachsen-Anhalt, hatten die Arbeitsgruppen für Personalentwicklung und -qualifizierung der beiden InnoProfile-Projekte zu einem Kamingespräch eingeladen. Im Mittelpunkt standen dabei die Weiterbildungsmöglichkeiten an Universitäten und Hochschulen für Beschäftigte von kleinen und mittleren Unternehmen.

Dass gerade zwei Nachwuchsforschungs-Initiativen aus Magdeburg sich diesem Thema widmen, ist ganz gewiss kein Zufall. Erfahren sie doch in der notwendigen Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region, wie intensiv die Weiterbildung von Mitarbeitern dieser Betriebe zum Thema werden muss und wie groß das Interesse von Seiten der Unternehmen ist. Besonders wenn es um anspruchsvolle Vorhaben wie die Suche nach Innovationen für den Markt von morgen geht, ist eine fundierte Weiterbildung unverzichtbar. Das ist die eine Seite.

Vielfältige Wünsche und Erwartungen an das Kamingespräch kamen von den Teilnehmern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Auf der anderen Seite stehen wissenschaftliche Einrichtungen wie die Otto-von-Guericke-Universität und die Fachhochschule Magdeburg-Stendal vor der Situation, dass die Studentenzahlen in den nächsten Jahren zurückgehen werden. Und das, wenn schon heute nur knapp 17 % aller Schulabgänger in Sachsen-Anhalt einen akademischen Titel erwerben. Die Hochschulen verfügen also über Kapazitäten in Form von Lehrenden, Forschern und moderner technischer Ausrüstung, die genutzt werden müssen. Wenn es an Studenten einmal mangelt, dann eben von anderen – beispielsweise zur Weiterbildung von ehemaligen Absolventen oder auch von leitenden Mitarbeitern in Unternehmen der Region.

Momentan gibt es erst sehr wenige berufsbegleitende Qualifizierungsangebote in Sachsen-Anhalt, und die Otto-von-Guericke-Universität hat sich als Vorreiter auf den Weg gemacht. Sie gilt bereits seit vielen Jahrzehnten als Mekka für Studenten des Maschinenbaus. Diesen Studiengang bietet sie jetzt dual an – berufsbegleitend in acht Semestern. 60 Männer und Frauen haben dieses Angebot bisher absolviert bzw. absolvieren es gerade. Mit einer Abbrecherquote, die gegen Null tendiert, da diese Studenten mit klaren Vorstellungen und Zielen an die Arbeit gehen.

Für die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt spielt die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Allerdings fordert die betriebliche Realität ihren Tribut. Lange Abwesenheiten von leitenden Mitarbeitern sind nicht möglich, so dass nur Angebote in Frage kommen, die zum Beispiel eine Freistellung an nur einem Tag pro Woche nötig machen. Oder auch gebündelte Qualifizierungsangebote, die die Beschäftigten während ihres Urlaubs wahrnehmen.

Die InnoProfile-Initiativen INKA und TEPROSA machen die Weiterbildung an Hochschulen zum Thema eines intensiv zu führenden Dialogs mit der regionalen Wirtschaft. Der Bedarf in den Unternehmen ist da, Forschungsfelder brennen vielen Betrieben unter den Nägeln. Und die Unternehmen können bei einer engen Zusammenarbeit mit den Hochschulen ihre Arbeitnehmer adäquat weiterbilden oder bereits bestens qualifizierte und auf ihre Bedürfnisse hin spezialisierte Absolventen als neue Mitarbeiter gewinnen. Da sind sich die Initiatoren des ersten Kamingesprächs sicher.

Hier geht's zu weiteren Informationen über die beiden InnoProfile-Initiativen INKA und TEPROSA.


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