
Bulmahn: "Forschungsförderung schafft Aufschwung in Neuen Ländern"
Die Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) legt in den Neuen Ländern die Basis für neue Arbeitsplätze. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hob anlässlich ihrer Informationsreise durch Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag in Rostock die gute Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen, Universitäten und der Wirtschaft im 1999 gestarteten InnoRegio-Prozess hervor: "Mit der Forschungsförderung schaffen wir die Basis für den Aufschwung in den Neuen Ländern." Der Bereich Bildung und Forschung werde hier von der Bundesregierung jährlich mit 1,8 Milliarden Euro gefördert. Allein bis zum Jahr 2006 seien fast 470 Millionen Euro für die Gründung innovativer Netzwerke in Ostdeutschland eingeplant. In diesem Jahr stelle das BMBF für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die von kleinen und mittleren Unternehmen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen der jeweiligen Region realisiert werden, rund 65 Millionen Euro zur Verfügung.
Bisher entfielen nur sechs Prozent der Aufwendungen der deutschen Wirtschaft in Forschung und Entwicklung auf Ostdeutschland, sagte Bulmahn. Von den Bundesausgaben für Forschung und Entwicklung würden dagegen 18 Prozent in die Neuen Länder fließen. "Der Osten Deutschlands gewinnt in der anwendungsorientierten Forschung zunehmend eine Vorreiterrolle. Denn gerade in den Neuen Ländern gibt es zahlreiche flexible und gut ausgebildete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die neue Wege gehen und hervorragende Arbeit leisten", sagte Bulmahn. "Mit InnoRegio führen wir vor Ort Menschen in Forschung und Wirtschaft zusammen und schaffen so wichtige und leistungsfähige Innovationszentren."
In Ostdeutschland sind 23 InnoRegios entstanden. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier InnoRegios, für die insgesamt rund 49 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Nukleus mit einem Budget von über 11 Millionen Euro. Die Region Parchim-Wismar-Rostock soll damit zu einem international anerkannten Standort für Präzisionsmaschinenbau ausgebaut werden.
Maritime Allianz Ostsee mit einem Budget von rund 16 Millionen Euro. Der Raum Wismar-Rostock soll ein wichtiger Standort für moderne Zulieferer und Entwickler von maritimer Technik und Dienstleistungen werden.
Die Initiative Kunststoffzentrum Westmecklenburg zielt mit einem Etat von über 11 Millionen Euro auf die Entwicklung der Kunststofftechnik zum wichtigsten Industriezweig in der Region mit nationaler und internationaler Ausstrahlung ab.
Das Diabetes Informations- und Service-Center Online entsteht mit über 10 Millionen Euro Fördermitteln als telemedizinisches Dienstleistungsunternehmen, das die Kompetenzen der Bereiche Medizin/Pflege, Kranken- und Rentenversicherungsträger, Fremdenverkehr, IuK-Branche, Finanzierung sowie private und öffentliche Einrichtungen verknüpft.
Der Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung um die Teilnahme am Förderprogramm für die Neuen Länder, InnoRegio, ist entschieden. Bundesministerin Edelgard Bulmahn und Staatsminister Rolf Schwanitz beglückwünschten die 25 InnoRegios bei der Prämierungsveranstaltung am heutigen Dienstag in Berlin. "InnoRegio hat bereits heute entscheidende Impulse für Innovationen und für den Aufschwung im Osten Deutschlands gesetzt", erklärte Bulmahn.
Ziel sei es, durch neue Formen der Zusammenarbeit von Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaft und Verwaltung marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Dr. Klaus von Dohnanyi hat nun die 25 Siegerregionen aus 444 Bewerbungen ausgewählt.
Bundesministerin Bulmahn betonte: "Es gibt bei diesem Wettbewerb keine Verlierer! Jedes Konzept ist schon jetzt ein Gewinn für die jeweilige Region. InnoRegio hat seit dem Start im April einen breiten, nahezu flächendeckenden Schub an Engagement und Eigeninitiative in den Neuen Ländern ausgelöst."
Staatsminister Rolf Schwanitz hob die gelungenen Kooperationen der Akteure vor Ort hervor. Mit einer Vielzahl von guten Projekten und einer zündenden Leitidee hätten sich Frauen und Männer aus Wirtschaft und Verwaltung, von Universitäten und Fachhochschulen, aus Vereinen und Verbänden um einen Runden Tisch versammelt, was "der Anfang von schon manchem Guten gewesen sei." Er versicherte: "Wir werden gemeinsam mit den ostdeutschen Ländern prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, das vorhandene Innovationspotenzial weiter zu nutzen und auszubauen."
Die prämierten Konzepte decken ein breites inhaltliches Spektrum ab. Sie reichen vom Fahrzeug- und Maschinenbau, von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien über Verwaltung und öffentliche Dienstleistungen, Gesundheitswesen bis hin zum Tourismus und zur ökologischen Verwertung natürlicher Ressourcen. Bundesministerin Bulmahn erläuterte die Leitgedanken des Wettbewerbs: "Wir haben hier weder die Themen noch den räumlichen Zuschnitt einer Region vorgegeben, sondern auf das Wissen und die Kreativität der Menschen vor Ort gebaut und dabei gezielt auf den Aufbau von Vernetzung und Kooperation gewirkt. Das ist ein völlig neuer Förderansatz. Die hervorragende Arbeit der Initiativen, auf die wir heute blicken können, zeigt den Erfolg dieses neuen Politikstils."
Die InnoRegios erhalten jetzt bis zum Sommer nächsten Jahres jeweils bis zu 300.000 Mark, um mit Hilfe professioneller Moderation und Fachberatung eine arbeitsfähige Struktur auszubauen. Die Gewinner haben nun Zeit, ihre Visionen in konkrete Programme zu fassen. Mit ihrem Netzwerk und einem Gesamtkonzept müssen sie dann die Jury erneut überzeugen. Im Herbst 2000 startet dann die Umsetzungsphase für die InnoRegio-Konzepte. Diese Umsetzungsphase läuft dann bis zum Jahr 2005. Insgesamt stellt das BMBF für diesen Wettbewerb 500 Millionen Mark zur Verfügung.
Abschließend ermutigten Bulmahn und Schwanitz die nicht prämierten Regionen ihre Konzepte weiterzuentwickeln und weiterzumachen. "Viele Initiativen würden die durch InnoRegio initiierten Kooperationsstrukturen auch ohne Prämierung weiter nutzen."
Bulmahn: "InnoRegio mobilisiert das wirtschaftliche Potenzial in den Neuen Bundesländern"
Die erste Entscheidung im InnoRegio Wettbewerb ist gefallen. Die von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, eingesetzte Jury hat am (heutigen) Dienstag in Berlin unter Vorsitz von Dr. Klaus von Dohnanyi aus 444 Bewerbungen 50 Regionen für die Endentscheidung im November nominiert.
Bundesministerin Edelgard Bulmahn zeigte sich erfreut von der Menge und der hohen Qualität der Bewerbungen. "Mit dem Wettbewerb haben wir den Nerv getroffen. InnoRegio zeigt, dass es in den Neuen Ländern zahlreiche Regionen gibt, in denen engagierte und ideenreiche Menschen gemeinsam Konzepte für Innovationen und wirtschaftliche Netzwerke entwickeln", erklärte Bulmahn. InnoRegio habe das wirtschaftliche Potenzial in den Neuen Bundesländern mobilisiert. Es sei beeindruckend, welche Vielfalt an Ideen der Wettbewerb hervorgebracht habe. Bei der Nominierung seien die Vorschläge positiv bewertet worden, die eine klare Zielsetzung für die Region und das Netzwerk formuliert haben. Darüber hinaus würde die große Chance, die sich für bislang benachteiligte Regionen eröffnet, besonders berücksichtigt.
InnoRegio habe bereits in seiner Anfangsphase konkrete Initiativen für Innovationen und Unternehmertum ausgelöst. Man könne jetzt schon sagen, dass es bei diesem Wettbewerb keine Verlierer gäbe. Bulmahn: "Ich bin überzeugt davon, dass sich auch viele der nichtprämierten Regionen aufgrund ihrer Bewerbung erfolgreich entwickeln werden. Dafür spricht, dass in vielen Fällen die durch InnoRegio neu entstandenen Partnerschaften ihren klaren Willen zur Weiterarbeit deutlich gemacht haben."
Der Wettbewerb InnoRegio ist im April von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn ins Leben gerufen worden. Dabei geht es um die besten Konzepte zur Entwicklung innovativer Regionen. Ziel ist es, durch neue Formen der Zusammenarbeit von Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaft und Verwaltung, marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Am 2. November werden 25 Siegerregionen ausgewählt. Die "InnoRegios" erhalten dann bis zum Sommer 2000 vom BMBF eine Förderung in Höhe von jeweils 300.000 DM. Sie sind dann aufgefordert, ihre konkreten Vorschläge zur Entwicklung der Regionen auszuarbeiten.
Folgende Regionen wurden für die Endentscheidung nominiert:
Berlin
1 Konzept für die Gesundheitsregion Berlin-Buch, Berlin-Buch
2 IT-gestützte Dienstleistungen, Berlin Mitte
Brandenburg
3 Agrarpark, Uckermark
4 Innovative Tourismusentwicklung, Baruther Urstromtal
5 Kompetenzzentrum und Modellklinik für präsymptomatische Tumordiagnostik und Therapie, Niederlausitz-Fläming
6 Silizium-Stahl und Ernährung, Oderland
7 Modellprojekt Oderbruch, Oderbruch
8 Vernetzung von Tourismus, innovativer Technologie, Kreislaufwirtschaft und naturnahem Leben, Dahme - Spree - Oder
9 Virtuelles Kompetenznetzwerk von Handwerks-, Klein- und mittelständischen sowie Dienstleistungsunternehmen, Ostbrandenburg
10 Polderpark, Oderbruch
11 Unternehmensentwicklung, Transfer, Kommunikation und Innovation, Lausitz
12 Pflanze als Wirtschaftsfaktor, Oberhavelland
13 RIO - Regionales Innovationsbündnis Oberhavel, Entwicklung, Erprobung und Einsätze alternativer, umweltverträglicher Materialien im Fahrzeugbau, Oberhavel
14 Biohybridtechnologien, Potsdam-Luckenwalde
Mecklenburg-Vorpommern
15 Projekt Nukleus. Netzwerk Präzisionsmaschinenbau in der Region Parchim-Wismar-Rostock, Parchim-Wismar-Rostock
16 Aufbau einer maritimen strategischen Allianz in der Region "Küste Mecklenburg-Vorpommern", Küste Mecklenburg-Vorpommern
17 Diabetes Informations- und Service-Center, Ostvorpommern
18 Kunststoffzentrum Westmecklenburg, Westmecklenburg
19 Die Ausschöpfung der Entwicklungspotenziale der Region Rügen durch Verknüpfung von Primärproduktion, Verarbeitung und Vermarktung unter besonderer Berücksichtigung des Tourismus, Rügen
20 Unternehmergeist und Technologie, Westmecklenburg
21 Innovative Wirtschaftsregion, Wismar-Nordwestmecklenburg
Sachsen
22 Neuprofilierung Textilbranche, Vogtland, Westsachsen, Lausitz
23 Hochtechnologien als Initiatoren, Mittelsachsen
24 Neue Pflanzenfabriken in Westsachsen, Westsachsen
25 "Musicon-Valley", Vogtland
26 Innovationsstrategien, Neisse
27 Holz-Solar-Innovationen im "Holzverbund Erzgebirge", Erzgebirge
28 Das Bio MeT Dresden, Dresden
29 Erzgebirge 21, Erzgebirge
30 Netzwerk Biopolymere, Halle, Leipzig, Dessau, Dresden
31 Chemnitz-Zwickau, Chemnitz-Zwickau
32 Konzept CELLTEC LEIPZIG für die Region Leipzig, Stadt Leipzig und Umland
33 Industrie- und Automobilregion, Industrie- und Automobilregion Westsachsen
34 Neuartige Netzwerkstrukturen für ein optimales Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung, Wirtschaftsförderung, Banken und Verwaltungen, Freiberg
35 KONUS: Kooperative Nutzung von Datennetzen für die berufliche Eingliederung von blinden und sehbehinderten Menschen, Dresden
36 Textilregion, Mittelsachsen
37 Freizeitpark für neue Weltrekorde, Erzgebirge
Sachsen-Anhalt
38 Innovatives Netzwerk der Automobilzulieferer "M-A-H-Reg Automotive", Magdeburg-Anhalt-Harz
39 Identifizierung der innovationsträchtigen endogenen Potenziale der Region und Initiierung eines Netzes nachhaltiger Wertschöpfungsketten mittels Kanalisierung und Verbreiterung eines integrativen Bündels von Innovations-und Lernprojekten, Altmark
40 Konzept "Pflanzenbiotechnologie Nordharz/Börde", Nordharz/Börde
41 Aufbau eines Kompetenznetzes für Nichteisen-Metall, Landkreis Mansfelder Land
42 Netzwerk zum Aufbau der durchgängigen Wertschöpfungskette Phytopharmaka/Nahrungsergänzungsmittel-Rephyna, Börde
43 Innoregion um Huy und Bruch, zwischen Heide, Harz und Börde, Schlanstedt
44 Naturstoff-Innovationsnetzwerk, Altmark
45 Innovative Technologien in der Medizin, Magdeburg
Thüringen
46 Integrativer Tourismus, Tambach-Dietharz - Georgenthal - Ohrdruf - Oberhof
47 Micro Innovates Macro, Weimar-Land/Sömmerda-Land/Weimar/Sömmerda/Erfurt
48 Produktions- und Fertigungstechnik, Südthüringen
49 OptoNet, Gera-Jena-Erfurt-Ilmenau
50 Holzland, Hermsdorf-Reichenbach-Weimar
Bulmahn: "Die Resonanz auf InnoRegio ist überwältigend"
Eine überwältigende Resonanz hat der BMBF-Wettbewerb für die Neuen Bundesländer "InnoRegio" gefunden. Insgesamt 444 Bewerbungen sind bis zum Abschluss der Einsendefrist Sonntagnacht eingegangen. "Mit InnoRegio haben wir den Nerv getroffen. Diese neue Art der Förderpolitik mobilisiert in eindrucksvoller Weise die Potenziale für den wirtschaftlichen Aufschwung in Ostdeutschland," erklärte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn. Bulmahn hatte im April den Wettbewerb InnoRegio ins Leben gerufen, in dem es um die besten Konzepte zur Entwicklung innovativer Regionen geht. Ziel sei es, durch neue Formen der Zusammenarbeit von Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaft und Verwaltung marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Von den 444 Bewerbungen kamen aus
Brandenburg 103
Berlin 36
Mecklenburg-Vorpommern 59
Sachsen 117
Sachsen-Anhalt 81
Thüringen 48
Die Projekte haben eine große Bandbreite - sie reichen von speziellen Nutzungen moderner Informationstechnologien über zukunftsfähige Bildungsprojekte bis zu spezifischen Formen des sanften Tourismus.
Über zwei Drittel der Wettbewerbsbeiträge wurden unter der Federführung von Wirtschaftsunternehmen und Technologie- oder Gründerzentren sowie von Verbänden eingereicht. Bulmahn dazu: "Das zeigt ganz deutlich: InnoRegio ist da angekommen, wo wir es wollten. Hier sind die Chancen für neue Arbeitsplätze." Zum Teil haben Bildungseinrichtungen, Firmen und regionale Verwaltungen sogar extra Vereine für die Teilnahme am InnoRegio-Wettbewerb gegründet.
Aus den Bewerbungen wählt nun eine unabhängige Jury von Expertinnen und Experten aus neuen und alten Ländern unter Vorsitz des früheren Bildungsministers und Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Dr. Klaus von Dohnanyi, die besten Konzepte aus. Zentrale Bewertungskriterien sind dabei die Neuheit des Ansatzes, die Überzeugungskraft der regionalen Kooperation und der zu erwartende Nutzen für die Region. Das BMBF hat bei InnoRegio bewusst darauf verzichtet, Themen vorzugeben, sondern ein Angebot an die Regionen ausgesprochen, eigene Zukunftsideen zu entwickeln. Dies sei ein modellhafter Weg für einen Aufschwung Ost aus eigenen Kräften, erklärte Bulmahn den neuartigen Ansatz des Förderwettbewerbes.
Am 5. Oktober 1999 wird die Jury diejenigen Regionen nominieren, die in die letzte Auswahlrunde kommen. Von den Nominierten werden am 2. November 1999 die 25 "InnoRegios" prämiert. Diese erhalten zunächst bis zu 300.000 Mark für die Entwicklung eines Umsetzungskonzepts, das bis Sommer 2000 vorliegen muss. Dann stellen sich die Siegerregionen mit den Ergebnissen ihrer Arbeit erneut einem Juryentscheid. Die abschließend ausgewählten besten Konzepte und Projekte werden dann bis Ende 2005 gefördert. Insgesamt stellt das BMBF für InnoRegio 500 Millionen Mark zur Verfügung. "Schon jetzt ist klar, es wird keinen Verlierer beim Wettbewerb geben", sagte Bulmahn. "InnoRegio hat Kooperationen und Initiativen bewirkt, die es sonst nicht gegeben hätte." Das Motto des Wettbewerbs "Innovative Impulse für die Region" sei zu einem zentralen Thema in den Neuen Ländern geworden.
"Große Resonanz hat die Erwartungen jetzt schon überschritten"
Der BMBF-Wettbewerb um die Teilnahme an dem Förderprogramm für die Neuen Bundesländer, InnoRegio, startet in die letzte Runde. In drei Wochen, am 15. August 1999, endet die Frist. Darauf hat die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn am (heutigen) Freitag in Bonn hingewiesen. Sie rief die Regionen in Ostdeutschland nochmals auf, sich an InnoRegio zu beteiligen.
Bereits jetzt sei eine große Resonanz in vielen Regionen Ostdeutschlands zu erkennen. Viele Initiativen vor Ort hätten sich zusammengetan, um Ideen für Innovationen für ihre Region zu entwickeln und als Wettbewerbsbeitrag einzureichen. "Die Resonanz hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen", erklärte Bulmahn. Allein 2.500 Interessentinnen und Interessenten hätten sich an das Projektbüro InnoRegio in Berlin gewandt, um sich über die Wettbewerbsmodalitäten zu informieren. Rund 550 Antragsunterlagen seien dort angefordert worden. Hinzu kämen eine Vielzahl von Abfragen übers Internet.
Bundesministerin Bulmahn: "Ich freue mich über das große Interesse, das InnoRegio bisher hervorgerufen hat. Das zeigt, dass wir mit dem Förderprogramm die Bedürfnisse der Menschen in den Neuen Bundesländern getroffen haben. Durch ihre Eigeninitiative werden neue Impulse für den Aufbau Ost gegeben."
Ziel von InnoRegio sei es, durch die Bündelung der bestehenden Potenziale von Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaft und Verwaltung neue Arbeitsplätze zu schaffen. Hier gäbe es insbesondere für strukturschwache Regionen neue Chancen. Durch verstärkte Kooperation von Forschungseinrichtungen mit Betrieben sollten marktfähige Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden. Dafür stelle das BMBF in den nächsten Jahren 500 Mio. Mark zur Verfügung.
Nach Ablauf der Frist nimmt eine unabhängige Jury aus Expertinnen und Experten aus Ost- und Westdeutschland unter dem Vorsitz des früheren Bildungsministers und Ersten Bürgermeisters von Hamburg Dr. Klaus von Dohnanyi ihre Arbeit auf. Die Jury wird aus den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen bis zu 25 Siegerregionen auswählen. Anfang November 1999 wird Bundesministerin Bulmahn dann die Sieger des Wettbewerbs verkünden.
Diese erhalten für die folgenden acht Monate die Möglichkeit, ihre Ideen zu tragfähigen und nachhaltigen Projekten und Konzepten auszuarbeiten. Das BMBF unterstützt diesen Prozess durch eine finanzielle Förderung von bis zu 300.000 DM für jede Region. Zusätzlich wird für die Konzeptentwicklung eine professionelle Moderation zur Verfügung gestellt.
Mitte 2000 stellen sich die Siegerregionen mit den Ergebnissen ihrer Arbeit erneut dem Wettbewerb. Die Jury wird dann die besten Konzepte und Projekte auswählen und zur Förderung ihrer Umsetzung durch das BMBF empfehlen.
Ausschreibungsunterlagen und weitere Informationen können bezogen werden über das
Projektbüro InnoRegio
Wallstraße 17 - 22
10179 Berlin
Tel.: (0 30) 2 01 99-4 82
Fax: (0 30) 2 01 99-4 70
Bundesministerin Edelgard Bulmahn und Staatsminister Rolf Schwanitz starten Wettbewerb zur Mobilisierung regionaler Initiativen in den Neuen Ländern
Die Förderung der Neuen Bundesländer hat für die Bundesregierung Priorität. Gegenwärtig sind für Bildung und Forschung Ausgaben in Höhe von 3,2 Mrd. DM für die Neuen Länder vorgesehen. Diese Mittel sind insbesondere für Spitzenforschung und Kompetenzzentren bestimmt. "Ich will diese Förderung ergänzen durch die Stärkung der Innovationskraft in den Regionen", sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn. Sie werde daher mit InnoRegio ein neues Förderprogramm für die Regionen in Ostdeutschland auflegen. Geplant sei, 500 Mio. DM für InnoRegio bis zum Jahr 2005 bereitzustellen. "Dies ist ein Angebot an die Regionen, Zukunftsideen zu entwickeln", betonte die Ministerin.
Ziel sei es "durch die Bündelung der bestehenden Potenziale von Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaft und Verwaltung neue Arbeitsplätze zu schaffen", erklärte Bundesministerin Bulmahn anlässlich der Vorstellung des Programmes am (heutigen) Mittwoch. Durch verstärkte Kooperation von Forschungseinrichtungen mit Betrieben sollten marktfähige Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden.
"Der Aufbau Ost braucht neue Impulse", betonte Staatsminister Rolf Schwanitz. "InnoRegio steht für eine Förderpolitik zugunsten der Neuen Länder, die in Zeiten knapper Kassen effizienter und zielgenauer ist." Das Programm werde als Wettbewerb ausgeschrieben. Er rief dazu auf, dass sich insbesondere die Regionen, die bisher als innovationsschwach gelten, an dem Wettbewerb beteiligen sollten. Die Förderinitiative solle auch bislang benachteiligten Regionen Mut machen und motivieren.
Die Initiative grenzt die Regionen nicht nach verwaltungstechnischen Grenzen (etwa Kreisebene), sondern funktional ab. Die Regionen definieren sich selbst. Sie werden dabei als Raumeinheiten, kleiner als Bundesländer, verstanden. Durch eine wissenschaftliche Begleitung werden die Ergebnisse aufbereitet und analysiert. Auf diese Weise sollen die im Wettbewerb erprobten Vorgehensweisen und Innovationsansätze für andere Regionen nutzbar gemacht werden.
Hintergrund:
Die Initiative InnoRegio trägt Stärken und Schwächen des Innovationsgeschehens in den Neuen Ländern Rechnung: In den vergangenen Jahren hat sich eine leistungsfähige Bildungs- und Forschungslandschaft herausgebildet. Es ist aber noch zu wenig gelungen, tragfähige Kontakte und Austauschbeziehungen zwischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie der Wirtschaft zu gestalten. Dabei sind besonders kleine und mittlere Unternehmen, die die Wirtschaftsforschung in den Neuen Ländern prägen, auf enge Partnerschaften angewiesen. Vor allem die regionale Ebene ist für Zusammenschlüsse von Personen und Institutionen aus unterschiedlichen Aufgabenbereichen geeignet. Hier ist ein schneller und effektiver Austausch und ein gemeinsames Lernen besonders gut möglich.
Erfolgreiche Regionalinitiativen folgen selbst gesetzten Zielen. Deshalb wurde mit InnoRegio eine themenoffene Förderinitiative entwickelt, die den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen Rechnung trägt. Sie soll Menschen mit dem Ziel zusammenführen, für ihre Region Innovationskonzepte und -projekte zu definieren und durchzusetzen. Mit dem Wettbewerb InnoRegio sollen vielfältige regionale Initiativen mobilisiert und umgesetzt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird an 15 Orten in den Neuen Ländern Informationsveranstaltungen zu InnoRegio durchführen.
Programmablauf:
Die Förderinitiative InnoRegio gliedert sich in drei Phasen:
In der Phase 1 (Qualifizierungsphase) erfolgt die Selbstorganisation und -definition der Regionen. Von einem gemeinsamen Interesse geleitete Innitiatoren definieren das Innovationspotenzial und die Entwicklungsmöglichkeiten der Region. Sie bestimmen, wie neue Partnerinnen und Partner in den Innovationsprozess einbezogen und Erfolg versprechende Kooperationsstrukturen für die Entwicklungsphase aufgebaut werden sollen. Auf dieser Grundlage bestimmen sie einen Akteur der Region für die regionale Koordinierung sowie die Beantragung der BMBF-Förderung in der Phase 2. Die Teilnahme am Wettbewerb ist nicht auf bestimmte Institutionen oder Personen beschränkt. Es können Bewerberinnen und Bewerber aus den Neuen Ländern teilnehmen, die eine realisierbare Konzeption vorlegen und ihre Eignung zur Umsetzung dieser Konzeption darstellen können. Den Aufwand für Potenzialanalyse und Antragsvorbereitung tragen die Regionen selbst. Letzter Abgabetermin für Anträge und Bewerbungsunterlagen ist der 15. August 1999 (Ausschlussfrist).
Alle Auswahlentscheidungen werden durch Expertinnen und Experten in einer Jury getroffen. (20-25)
In der Phase 2 (Entwicklungsphase) werden bis zu 25 Vorhaben zur Erstellung von InnoRegio-Konzepten für eine Laufzeit von acht Monaten gefördert (01. November 1999 bis zum 30. Juni 2000). Die Entscheidung, welche Vorhaben gefördert werden, trifft eine Jury. Das BMBF wird die Jury bis zur Sommerpause berufen.
Die Phase 2 beinhaltet den Aufbau regionaler Netzwerke sowie die Ausarbeitung von Maßnahmen und Projekten, die zu Innovationen führen oder die Innovationsfähigkeit der Regionen insgesamt verbessern. Die Entwicklung dieser Maßnahmen und Projekte erfolgt im Rahmen regionaler Dialoge und Foren. In diesen soll das "InnoRegio-Konzept" für die jeweilige Region erarbeitet werden. Für Management und Moderation der Foren und Netzwerke bietet das BMBF professionelle Moderatorinnen und Moderatoren an. Die Phase 2 wird durch das BMBF gefördert.
Phase 3 (Umsetzungsphase) startet im Herbst 2000. Sie beinhaltet die Umsetzung der in den InnoRegio-Konzepten enthaltenen Maßnahmen und Projekte. Diese sollen möglichst Entwicklungsperspektiven nach dem Auslaufen der Förderung bieten. Das BMBF unterstützt diese Umsetzungsphase bis zum Jahr 2005.
Ausschreibungsunterlagen und weitere Informationen können bezogen werden über das
Projektbüro InnoRegio
Wallstraße 17 - 22
10179 Berlin
Tel.: (030) 2 01 99-4 82
Fax: (030) 2 01 99-4 70