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Eine Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und den Blick in die Zukunft zu richten: Die Teilnehmer des Erfahrungsaustausches anlässlich der Veranstaltung des 100. Innovationsforums in Potsdam waren sich einig: Das Programm Innovationsforen hat sich bewährt, gleichzeitig bleibt die Stärkung der Innovationskraft in den Neuen Ländern zentrales Thema.

Hans-Peter Hiepe begrüßt die anwesenden Gäste zum Erfahrungsaustausch.
100 Innovationsforen, das sind auch 100 wichtige Erfahrungen und Möglichkeiten, sich für zukünftige Herausforderungen zu wappnen. Beim Erfahrungsaustausch in Potsdam sollte daher nicht nur Bilanz gezogen werden, sondern auch auch über die Zukunft der Innovationsförderung diskutiert werden. Denn, so eine der zentralen Erkenntnisse des Erfahrungsaustausches, Innovationsförderung ist und bleibt von entscheidender Bedeutung, nicht nur für den Aufbau Ost. Das betonte auch Hans-Peter Hiepe in seiner Begrüßungsrede und stellte darüber hinaus fest: "Ich könnte mir vorstellen, dass Innovationsforen das erste unserer Programme wird, das auch in Westdeutschland implementiert wird."
Anschließend zog Barbara Reddig vom Projektträger DLR die Bilanz der bisherigen 100 Innovationsforen: "93 von 100 Foren existieren immer noch und führen die Netzwerkarbeit selbständig oder im Rahmen anderer Förderprogramme fort," so Reddig. Darüber hinaus existiere weiterhin eine kontinuierliche Nachfrage nach der Förderung im Rahmen des Programms Innovationsforen.
Stellvertretend für die 100 Foren stellten im Gespräch mit Hans-Herbert Holzamer Dr. Andreas Schroeter von ibi und Thomas Köck vom Innovationsforum Pulvermetalle ihr Bündnis und dessen Entwicklung vor. Im weiteren Verlauf des Erfahrungsaustausches berichtete Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann von seinen Erfahrungen im Rahmen des Innovationsforums PlasmaPlusBio. Das Innovationsforum, so Prof. Weltmann, habe den Grundstein für die außerordentlich erfolgreiche Entwicklung der Plasmamedizin in Greifswald gelegt. Heute kann das aus dem Innovationsforum entstandene interdisziplinäre Netzwerk aus Physikern und Medizinern auf zahlreiche Erfolge zurückblicken, bspw. die Gründung des Zentrums für Innovationskompetenz (ZIK) plasmatis sowie die Förderung durch das BMBF Programm Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern im Rahmen des sogenannten Campus PlasmaMed.
Anschließend stellte Dr. Inge Schlotzhauer aus dem Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur die Innovationsforen aus Sicht des Landes Brandenburg vor. Auch sie zeigte sich überzeugt, dass das Programm einen wichtigen Beitrag zur Innovationsförderung leiste: "Die Innovationsforen sind ein gutes Programm, um Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu eröffnen", so Dr. Schlotzhauer.
Die Landesperspektive Brandenburgs wurde unmittelbar danach ergänzt durch den Blickwinkel der Landeshauptstadt. Dr. Manfred Wäsche, Leiter Standortpolitik bei der IHK Potsdam stellte in seinem Beitrag die Innovationsforen, die bisher in Potsdam stattfanden, vor und bemerkte nicht ohne Stolz, dass darunter auch zwei Foren aus Berlin gewesen seien.

Prof. Dr. Peter Holstein (Innovationsforum Ultraschallsensorik), Sylvia Lietz und Dorothee Schlüter (Innovationsforum Med.Tec.Integral), Hans-Herbert Holzamer (Moderator), Frank Baumgart und Peter Knüppel (Innovationsforum ASTER) [v.l.] stellen ihr persönliches Erfolgsrezept vor.
Im letzten Programmpunkt des Vormittags stellten Frank Baumgart und Peter Knüppel (Innovationsforum ASTER), Sylvia Lietz und Dorothee Schlüter (Innovationsforum Med.Tec.Integral) und Prof. Dr. Peter Holstein vom Innovationsforum Ultraschallsensorik ihre persönlichen Erfolgsrezepte vor.
Abstimmung per Televoting-Gerät zu den Erfahrungen aus 100 Innovationsforen.
Auf der Grundlage einer Televoting-Umfrage fand nach dem Mittagsimbiss eine Podiumsdiskussion statt, bei der sich die Teilnehmer vor allem mit der Bedeutung des Innovationsmanagements im Rahmen der Innovationsforen beschäftigten. Matthias Hirzel, Gesellschafter der Hirzel Leder & Partner GbR erklärte dazu: "Das Bewusstsein der Bedeutung des Innovationsmanagements ist zwar da, doch gehandelt wird in dieser Richtung noch zu selten." Zu oft sei die Entwicklung einer Technologie den Teilnehmern wichtiger, als die Evaluierung der tatsächlichen Marktchancen. Hans-Peter Hiepe erklärte hierzu, dass es durchaus vorkommen könne, dass die Initiatoren eines Innovationsforums zwar von der Technologie überzeugt seien, es jedoch keine Grundlage für eine Marktumsetzung gebe. "Eine solche Erkenntnis ist ja auch ein völlig legitimes Ergebnis eines Forums", so Hiepe. Denn auf dieser Grundlage eröffne sich schließlich die Möglichkeit, über alternative Umsetzungsstrategien nachzudenken. Eine weitere Frage, die auf der Podiumsdiskussion angesprochen wurde, war die der Führungsrolle innerhalb des Forums. Die Umfrage hatte vorher ergeben, dass die meisten der Teilnehmer des Erfahrungsaustausches einen Intermediären als Leitfigur im Forum bevorzugten. Prof. Dr. Franz Rudolph erklärte hierzu, dass der besondere Wert eines Intermediären oft in seiner Neutralität bestehe. "Insbesondere bei der Teilnahme mehrerer Unternehmen an einem Innovationsforum kann es leicht zu Konkurrenzsituationen kommen. Ein Intermediär kann hier als neutrale Vertrauensfigur dienen."

Teilnehmer beim Erfahrungsaustausch.
Den Abschluß machte Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, der die Erkenntnisse aus seinem neuen Buch "Die Bilanz" vorstellte. Dabei betonte der Wirtschaftswissenschaftler, dass er die Förderung der Innovationskraft in Ostdeutschland für die Zukunft für absolut zentral halte. Zwar sei durch die Fördermittel in den vergangenen zwanzig Jahren die Produktivitätslücke zwischen Ost- und Westdeutschland bereits wesentlich geringer geworden, doch vor allem im Bereich der Innovationskraft gebe es weiterhin sehr große Unterschiede. "Politisch brauchen wir eine Reorientierung auf den eigentlichen Engpaß beim Aufbau Ost", so Paqué. "Doch die Entwicklung der Innovationskraft ist ein Prozess, der lange beansprucht." Anders als bei Infrastrukturmaßnahmen zeige sich die langfristige Wirkung der Innovationsförderung nicht augenblicklich, vielmehr sei Geduld und Ausdauer gefragt. Der Lohn einer solchen Investition mache jedoch den Aufwand mehr als wett. "Die erforderlichen Entwicklungen benötigen viel Zeit", so Paqué, "in Deutschland können wir allerdings schon stolz auf das Erreichte sein."
Weitere Informationen zum Förderprogramm Innovationsforen finden Sie hier. Zur Pressemitteilung zur Auftaktveranstaltung anlässlich des 100. Innovationsforums gelangen Sie hier.
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(URL: http://www.unternehmen-region.de/_media/pm_20091014-255(1).pdf)