Ein Blick in die Zukunft der Faserlasertechnologie
"Der Fortschritt lebt vom Austausch des Wissens." Dieses Zitat von Albert Einstein wurde beim diesjährigen Symposium des Wachstumskerns FASKAN im sächsischen Mittweida in die Tat umgesetzt. Das Thema der Veranstaltung "Faserlaser in modernen Schweiß- und Gravurmaschinen" hat offensichtlich viele Experten angesprochen. Mehr als 40 Vertreter von Lasertechnik-Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen sind der Einladung an die Hochschule Mittweida gefolgt.

Pausendiskussion mit Dr. Ulf Seifert (IMM Elektronik), Andreas Foerster (PTJ), Thomas Kimme (LASERVORM) und Tobias Büttner (eagleyard) (v. l. n. r.).
Nicht nur die gut besuchte Veranstaltung zeigt: FASKAN ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Seit 2008 wird der Wachstumskern vom BMBF gefördert und hat sich in nur einem Jahr bereits beachtlich entwickelt. Mittlerweile kooperieren hier sechs Betriebe mit Schwerpunkt Lasertechnik und -technologie, mehr als 14 regionale Zulieferer sowie das Laserinstitut Mittelsachsen und die Hochschule Mittweida. Gemeinsam mit den Unternehmen entwickeln die Wissenschaftler beispielsweise innovative Laseranlagen für das automatisierte Feinschweißen mit Zusatzmaterial oder universelle Laserschneid- und Gravurmaschinen. Diese Ideen und Entwicklungen sollen vor allem die Region stärken. Die Ziele sind hoch gesteckt. Bis 2014 ist geplant, mehr als 100 neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Umsatz von Projektpartnern und Zulieferern insgesamt um fast 20 Millionen Euro zu erhöhen.
Zum Auftakt des FASKAN-Symposiums dankte Andreas Foerster vom Projektträger Jülich dann auch für das große Engagement des Wachstumskerns. "Ohne die erfolgreiche Arbeit der Initiative", so Foerster, "können auch die Förderprogramme nicht mit solchem Erfolg praktiziert und fortgeführt werden." Nicht nur der Moderator der Veranstaltung und Sprecher der Initiative, Thomas Kimme (LASERVORM GmbH), zeigte sich erfreut. Auch Professor Horst Exner ist von der Arbeit des Wachstumskerns begeistert. Als Prorektor für Forschung an der Hochschule Mittweida und Direktor des Laserinstituts Mittelsachsen e.V. ist er einer der federführenden Mitglieder der Initiative. Sein mitreißender Vortrag über die Innovationen des Laserinstituts sprengte zwar den Zeitrahmen des Symposiums, war aber überaus interessant. Exner erwähnte neben den Entwicklungen des Wachstumskerns auch herausragende Forschungsarbeiten der Hochschule Mittweida, zum Beispiel im Bereich des Lasermikrosinterns oder der Anwendung eines 3kW Monomode Hochleistungsfaserlasers.
Voll besetzter Seminarraum zum FASKAN-Symposium an der Hochschule Mittweida.
Einige Vertreter der kooperierenden Unternehmen des FASKAN Wachstumskerns stellten im Laufe der Veranstaltung ihre Arbeit vor, unter anderem von fiberware, eagleyard und ACSYS. Das Lasertechnik-Unternehmen ACSYS ist in der Region Mittweida ansässig. Es entwickelt und produziert Systeme zum Markieren, Gravieren und Schneiden. Diese Anlagen werden vor allem von Autozulieferern und Werkzeugherstellern genutzt, aber auch in der Medizintechnik, der Uhren- und Schmuckindustrie. Der Referent betonte die Vorteile von Faserlasern in Laseranlagen, insbesondere die kompakte Bauweise, den hohen Wirkungsgrad und die niedrige Ausfallrate.
Neben den Firmen und Partnern des Wachstumskerns waren auch Vertreter von anderen namhaften Unternehmen der Laserbranche zu Gast auf dem Symposium. Dazu gehören TRUMPF, der Technologie- und Weltmarktführer im Bereich industrieller Laser und Lasersysteme sowie SPI LASERS, einer der führenden Hersteller von Faserlasern für die Materialbearbeitung, besonders im Bereich Markierung und Beschriftung.
Großes Interesse beim FASKAN Symposium.
Dass Lasertechnologien zwar zukunftsweisend, aber dennoch für den Menschen auch gefährlich sein können, betonten die Referenten der Firma ANTARES aus Hartmannsdorf bei Chemnitz. ANTARES gehört ebenfalls zu den Kooperationspartnern von FASKAN. Dort werden Verkleidungs- und Bediensysteme hergestellt. Dazu gehören auch intelligente, neuartige Einhausungssysteme zum Schutz vor Laserstrahlung. In ihrem Vortrag sprachen Jörg Bergelt und Dieter Hertel über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten von Schutzeinhausungen für Lasermaschinen. Immerhin können Laserstrahlen Augen und Haut so stark verbrennen, dass dies im schlimmsten Fall zu Blindheit oder gar Hautkrebs führen kann. Aus diesem Grund ist die Bereitstellung sicherer Verkleidungen besonders wichtig. Insbesondere, da die Entwicklung von effizienten Laserstrahlquellen so schnell voranschreitet, dass die am Markt verfügbare Sicherheitstechnik nicht ausreichend mithalten kann.
Einer der wissenschaftlichen Höhepunkte des FASKAN-Symposiums war der Vortrag von Dr.-Ing. Johannes Kirchof vom Institut für Photonische Technologien e.V. in Jena. Das Institut betreibt weltweit anerkannte Spitzenforschung auf dem Gebiet der optischen Fasern und Faseranwendungen. Kirchof erwähnte die beeindruckenden Fortschritte bei der Leistungssteigerung von Faserlasern durch ausgefeilte Strukturelemente und verbesserte Materialeigenschaften.
Auf dem FASKAN-Symposium nutzten sowohl Wissenschaftler, als auch Firmenvertreter die Möglichkeit, sich über die neuesten Trends und Entwicklungen des Lasermaschinenbaus und der Lasermaterialbearbeitung auszutauschen. Das kommt allen zugute, auch dem Wachstumskern FASKAN. Mit neuen Ideen und Kooperationen können sich die Unternehmen und Institute in der Region Mittweida weiter zu einem sächsischen Lasertechnik-Zentrum entfalten.
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