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Das Greifswalder InnoProfile-Projekt hat im zweiten Jahr seines Bestehens zahlreiche Entwicklungen zu verzeichnen. Die von Dr. Stefan Oswald geleitete Nachwuchsforschungsgruppe ist inzwischen auf 13 Mitarbeiter angewachsen. Auf allen Projektgebieten arbeitet die InnoProfile-Initiative mit den KMU-Partnern der Region zusammen.

Die InnoProfile-Nachwuchsforschungsgruppe mit ihrem Leiter Dr. Stefan Oswald [1. Reihe links].
Das Hauptziel der Nachwuchsforschungsgruppe besteht darin, neue Konzepte, Methoden und Verfahren für die vorklinische und klinische Erprobung zu entwickeln. Ein im vergangenen Jahr vorgestellter Dissolutionsstresstester von Grzegorz Garbacz, Doktorand aus der Abteilung für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie von Professor Werner Weitschies, hat 2009 Marktreife erlangt. Noch in diesem Jahr wird die Physiolution GmbH mit Sitz in Greifswald gegründet, die den Stresstester 2010 in den Handel bringen soll, berichtet Mitarbeiterin Dr. Ulrike Hanke. Garbacz hatte für diese Neuentwicklung den Venture Cup 2009 und Ludwig-Bölkow-Preis 2009 bekommen. Das In-vitro-Testsystem wird in der Industrie eingesetzt, um die Medikamentenaufnahme zu simulieren. Der Dissolutionsstresstester imitiert die physikalischen Bedingungen der Passage von Tabletten durch den Darm. Am Beispiel des Schmerzmittels Diclofenac wurden zuvor verschiedene konventionelle Dissolutionstester untersucht und mit dem Greifswalder Modell verglichen. Es konnte dabei nachgewiesen werden, dass die Medikamentenaufnahme und Plasmakonzentration von Tabletten sehr viel exakter gelingt, als mit herkömmlichen In-vitro-Testsystemen. Es kommt damit der In-vivo-Situation, also der realen Medikamentenaufnahme bei Probanden, sehr viel näher.

Der Dissolutionstester soll 2010 in den Handel kommen.
In einem weiteren vorgestellten Projekt der Drug-Delivery-Technologien geht es um die Beeinflussung der pulsativen Freisetzung eines Arzneimittels. Ziel war es, diese Freisetzung durch Hefeverwendung zu steuern. Das durch die Hefeanwendung erzielte Gärungsprinzip zeigte dann im Stresstest eine deutliche Beschleunigung der Freisetzung. Das Prinzip konnte zum Patent angemeldet werden. Andere Medikamente wiederum haben eine zu kurze Halbwertzeit, wie Mitarbeiter Dr. Gunnar Glöckl am Beispiel des Schmerzmittels Metamizol erläutert. Hier wurde der Arzneistoff mit einem Supersprengmittel mit wasserunlöslichem Filmüberzug angereichert. Die Idee dahinter war, dass sich die Poren in diesem Filmüberzug langsam öffnen, um gleichmäßiger zu wirken. Der Test brachte einen viel versprechenden Erfolg, da eine spätere Freisetzung erreicht werden konnte.
Acht Unternehmen aus der Region Mecklenburg-Vorpommern arbeiten eng mit dem InnoProfile zusammen. Das Institut für Diabetes "Gerhardt Katsch" in der Nähe von Greifswald hat sich durch seine Forschungsarbeiten auf den verschiedensten Gebieten der Diabetologie bekannt gemacht. Mit diesem Partner führt die Forschungsgruppe weiterführende Proof-of-Concept Studien durch. Wie Dr. E.J. Freyse vom Institut für Diabetes berichtet, gibt es hier eine Zusammenarbeit über veränderte Transporteraktionen bei der Diabetes-Therapie Typ 2. Hierfür stellt das Unternehmen dem InnoProfile ein tierexperimentelles Modell bereit.
Die derzeitige Bilanz von Forschungsgruppenleiter Dr. Oswald umfasst vier innovative Drug-Delivery-Systeme, die Anwendung industrieller Standards sowie die Etablierung zahlreicher Zelllinien zur Testung der Drug-Delivery-Technologien und der Transportermodelle. In zwei Jahren wird Dr. Oswald mit seiner Gruppe in das neue Pharmakologie-Forschungszentrum C_DAT ziehen. Es wird gemeinsam von der medizinischen und der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät betrieben und bietet auf 2750 qm Laborfläche optimale Forschungsmöglichkeiten.
Weitere Informationen zum InnoProfil Drug-Delivery-Technologien finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/1845.php)