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Austempered Ductile Iron, zu Deutsch: Isothermisch vergütetes Gusseisen mit Kugelgraphit, kurz ADI, so heißt ein in Europa bisher kaum verbreiteter Leichtbauwerkstoff. Auf dem Kundenseminar des Wachstumskerns Precision Cast spielte ADI die Hauptrolle. Die Firmen ACTech, Halberg, Kessler, ESI und HQM Härtetechnik hatten eingeladen, um potentiellen Kunden diesen recht unbekannten Werkstoff näher zu bringen - mit Erfolg.
Bis auf den letzten Platz besetzt: der Seminarraum der HQM GmbH Leipzig
"Wir waren überrascht, dass sich so viele Firmen dafür interessieren. Wir hatten 77 Anmeldungen und 61 Leute sind letztlich gekommen", freut sich die Mitorganisatorin Dr. Barbara Larisch von der Firma HQM Härtetechnik. Das Kundenseminar war die zweite Tagung des Wachstumskerns Precision Cast seit Anlauf der fünf Verbundvorhaben im Februar 2007. Erstmals wurden die Fortschritte eines der Projekte, die Arbeit mit dem Gusswerkstoff ADI, in gebündelter Form präsentiert. Die Teilnehmer des Seminars erhielten einen umfassenden Überblick über die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten von ADI.
Dieser preiswerte Leichtbauwerkstoff bietet den Anwendern eine hohe Gestaltungsfreiheit wegen seiner hervorragenden Gießbarkeit. Trotz seiner geringeren Dichte als Stahl ist ADI sehr robust. Es werden Festigkeiten von gehärteten Stählen erreicht und bei gleicher Dehnung ist die Festigkeit sogar doppelt so hoch wie bei konventionellem Gusseisen mit Kugelgraphit. Ein besonders überzeugendes Argument ist der Preis, denn ADI herzustellen ist kostengünstiger als Stahlguss. Außerdem bietet der Werkstoff eine bessere Dämpfung als Stahl und er besitzt sehr gute Verschleißeigenschaften. ADI ist ein junger Werkstoff, der in den USA längst etabliert, in Deutschland und Europa jedoch kaum verbreitet ist. Bisher sind hier nur wenige Anbieter auf dem Markt und bei Anwendern und Konstrukteuren besteht noch hoher Informationsbedarf.
Diesen Bedarf konnten die beteiligten Firmen des Wachstumskerns Precision Cast auf ihrem Kundenseminar decken. Die Präsentationen umfassten die Entwicklung und Herstellung von ADI, von der Simulation bis hin zur Qualitätssicherung und Werkstoffprüfung. Ein Rundgang durch die Härterei der Firma HQM bildete den informativen Abschluss der Veranstaltung. Für die Kunden ist das große Potential des Firmenkonsortiums von Precision Cast besonders überzeugend. Schließlich bietet es die komplette Dienstleistung von der Simulation und Gussteilentwicklung über die Gussherstellung und Wärmebehandlung bis hin zur Werkstoffprüfung. Dies ist nicht nur ein erheblicher Nutzen für die Kunden, sondern auch ein großer Wettbewerbsvorteil.
"Mit der erfolgreichen Realisierung unseres Verbundvorhabens haben wir einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung des Werkstoffs ADI in Deutschland geleistet. Nun sind die Kunden aufgefordert, dieses Potential weiter zu nutzen", resümiert Dr. Barbara Larisch. Ein erster Schritt dazu wurde bereits beim Kundenseminar von Precision Cast getan: Im Anschluss an die Vorträge fand eine angeregte Diskussion statt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass daraus neue Kooperationen entstehen und der Firmenverbund von Precision Cast neue Kunden gewinnt.
Weitere Informationen zum Wachstumskern Precision Cast finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/1940.php)