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Acht Vorträge in 100 Minuten, das ist rekordverdächtig. Zumal die umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Wachstumskerns Customer Bautronic System (CBS) locker einen ganzen Tag füllen könnten. Doch auf der Erfurter Innovationsmesse diskutierten die Teilnehmer lieber miteinander, als lange Reden zu halten. Schließlich geht es um die Anwendung ihrer Erkenntnisse in der Praxis.

Rege Diskussionen am Messestand von Customer Bautronic System.
Der Ernst-Abbe-Raum im CongressCenter der Erfurter Messe war bis auf den letzten Platz besetzt. 60 Gäste hatten den Weg hierher gefunden, um sich über die Arbeit des Wachstumskerns zu informieren. Unter ihnen waren auch die Vertreter der fünf kooperierenden Unternehmen und vier Forschungseinrichtungen. Der Raum war besonders passend für diese Gelegenheit, denn Ernst Abbe war ein Forscher und Unternehmer. Er entwickelte viele optische Instrumente und verhalf der Firma Carl Zeiss Jena zu Weltruhm. Abbe schaffte den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, genau wie Customer Bautronic System.
Der Schlüssel zum Erfolg des Wachstumskerns ist, wie dessen Sprecher Dr. Döllekes betonte, die Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse. Denn Produkte, seien sie noch so innovativ, ließen sich ohne zufriedene Benutzer nicht erfolgreich vermarkten. CBS hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Sprache des Kunden in Technik zu übersetzen. Insbesondere bei der Entwicklung von Automatisierungssystemen in Gebäuden ist das sehr wichtig. Doch wer ist der Nutzer und was will er überhaupt? Dazu haben Psychologen des INIT Bautronic Institut (IBIT) der Fachhochschule Erfurt zunächst umfangreiche Befragungen durchgeführt. Insbesondere ging es um die Regelung von Heizung, Lüftung und Beleuchtung öffentlicher Gebäude unter der Berücksichtigung von Kosten, Nutzen und Nachhaltigkeit. Zu solchen Gebäuden zählen beispielsweise Bürohäuser, aber auch Altenheime. Die Befragung ergab, dass die Nutzergruppen sich vor allem in ihren Ansprüchen an die Automation wesentlich unterscheiden.

Dr. H.-P. Döllekes eröffnet die Präsentation des Wachstumskerns Customer Bautronic System auf der Erfurter Innovationsmesse.
Wie können die Bedürfnisse der Kunden nun mit der Technik vereinbart werden? Mit diesem Thema beschäftigten sich Mitarbeiter der Firma ibs von Dr. Döllekes und der Fachhochschule Erfurt. Mit Hilfe einer speziellen Software erstellten sie zunächst ein Nutzerprofil und ordneten dieses einer optimierten Technologiekonfiguration zu. Daraus leiten sich verschiedene Systemprofile ab, die wiederum die Basis für die Einbindung der Nutzer in die Gebäudesteuerung sind. Genau darum ging es in einem weiteren Schritt. Zwei Firmen des Wachstumskerns - Funkwerk Kölleda und Desotron GmbH - entwickelten in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Jena und der Forschungseinrichtung IMMS gGmbH ein Gebäude Controller System. Dazu gehören unter anderem drahtlose Sensor-Aktor-Netzwerke. Mit deren Hilfe können nicht nur Heizung, Lüftung und Beleuchtung gemessen, sondern auch die An- und Abwesenheit von Personen angezeigt werden. Das ist besonders in Altenheimen wichtig. Die Sensoren können sogar in Hausnotrufsystemen eingesetzt werden. Des Weiteren werden mit den elektronischen Netzwerken mittlerweile auch Schadstoffe wie CO² in Gebäuden analysiert. Wissenschaftler der Fachhochschule Jena entwickeln außerdem ein Verfahren für öffentliche Gebäude, bei dem klimatische Parameter im Raum verglichen und aus den Erkenntnissen besser geeignete Sollwerte ermittelt werden. Auf diese Weise kann ständig ein optimaler Vorlauftemperaturwert eingestellt werden, der Energieeinsparungen von bis zu 11 % ermöglichen soll.
Die Technische Universität Ilmenau und die Erfurter Firma NT Neue Technologie AG arbeiten an der Entwicklung von Facility Intelligence Lösungen in Gebäuden. Dazu werden zunächst die erfassten Sensordaten der Räume analysiert. Der Nutzer kann sich dann in einem speziellen Portal unter anderem über den Energieverbrauch nach Zeit und Raum, die Belegung der Räume oder die Prognose der Betriebskosten informieren. Auf der Grundlage so genannter Data Mining Verfahren erarbeitet das System Vorschläge zur Optimierung. Kosten, Nutzen und Nachhaltigkeit stehen auch hier im Mittelpunkt.
Damit die Kunden bei der Nutzung dieser technologisch ausgeklügelten Systeme keine Probleme haben, kümmert sich die Thüringer Akademie Erfurt GmbH um die Wissensvermittlung. Sie bietet individuelle Schulungen an, außerdem eine E-Learning-Plattform und Nachschlagewerke zur Produktanwendung. Auch dies ist Teil des Programms beim Wachstumskern CBS. Schließlich soll der Nutzer wissen, wo es langgeht. Und er bestimmt auch, wo es langgeht: mit Sicherheit in eine erfolgversprechende Richtung.
Weitere Informationen zum Wachstumskern CBS finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/2133.php)