
Am 20. November fanden der "1. Brandenburger Sensornetztag" und das "TANDEM Statusmeeting" in Frankfurt/Oder statt - ein voller Erfolg. Das InnoProfil TANDEM konnte nicht nur einen lebendigen Gedankenaustausch bieten, sondern auch Ergebnisse von über zwei Jahren Forschungsarbeit vor einem interessierten Publikum präsentieren.
Im Osten Deutschlands, an der Grenze zu Polen, arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des InnoProfils an einer Sensorkommunikationstechnologie, die die Basis eines vielseitig anwendbaren, intelligenten, energieeffizienten und funkbasierten Sensornetzes bilden soll. Federführend im Vorhaben ist die IHP GmbH. Das Frankfurter Institut für innovative Mikroelektronik forscht, gemeinsam mit Hochschulen und 15 Partnern aus der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg an einem Produkt, das für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt werden kann; denn Sensornetzwerke können Feuerwehrmännern das Leben retten, Brücken vor dem Einsturz bewahren, anzeigen, ob Trinkwasseranlagen reines Wasser liefern oder melden, wenn bei Schwerkranken ein Zustand eintritt, der sofortiger Hilfe bedarf.
Dr. Schauer, Meytec GmbH, Dr. Wolf, Dr. Wolf Wireless GmbH, Prof. Dr. Peter Langendörfer, IHP GmbH, und Norbert Tuppy, FWA (v.l.n.r.)
Professor Peter Langendörfer, Wissenschaftler am IHP und Leiter des Projektes, hält das Institut an dem er arbeitet, für einzigartig: "Vom Entwurf über die Fertigung bis zum Test eines Produkts ist hier alles unter einem Dach", erzählt der gebürtige Saarländer begeistert. Ihn hat es über das Studium in Braunschweig und die Promotion in Cottbus von "ganz weit im Westen" bis an den fast östlichsten Rand der Republik verschlagen - und er liebt die Möglichkeiten, die sich ihm und seinem Team hier bieten.
Die meiste Aufmerksamkeit erreichen die Forscher momentan durch ihr Feuerwehrprojekt (das u.a. bereits zu "Quarks&Co.", dem Wissenschaftsmagazin des WDR, beigetragen hat): Zusammen mit der Freien Universität Berlin, der Berliner Feuerwehr und zwei Unternehmen hat das IHP Sensorknoten hergestellt, mit der der Gesundheitszustand von Feuerwehrleuten während eines Einsatzes überprüft wird. D.h., geht es einem Lebensretter schlecht, werden per Chip seine Daten an die Kollegen "draußen" weitergeben, der Kollege/Zug wird aus der Gefahrensituation herausgeholt und andere, "frische" Feuerwehrmänner machen weiter.
Auch bei Patienten, deren Vitalfunktionen permanent überwacht werden müssen, oder bei sehr alten Menschen bietet ein solcher Sensor die Möglichkeit, ein freieres Leben außerhalb einer Klinik zu führen. Hat der Patient Probleme, werden seine Daten an ein Krankenhaus oder andere Verantwortliche weitergeleitet, die sofort Maßnahmen einleiten können.
Auch bei der Überwachung von Deichen können die Entwicklungen des InnoProfils im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechend eingesetzt werden, aber daran arbeitet das Team noch und rechnet mit ersten Einsätzen in rund zwei Jahren.
In jedem Fall wird man vom IHP in Frankfurt/Oder noch eine Menge hören, auch wenn es einigen so vorkommen mag, als ob die 62.000 Einwohner zählende Stadt vielleicht nicht am Ende der Welt, aber doch am Ende der Republik liegt.
Weitere Informationen zum InnoProfil TANDEM finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/1843.php)