Im Blickpunkt

Neue Diagnosetechnologien für die Augenheilkunde - Entwicklungsstand bei MIntEye

Zum 3. Statusseminar des InnoProfile-Projekts waren 22 Gäste an die Technische Universität Ilmenau gekommen. Neben kooperierenden Wissenschaftlern von der Klinik für Neurologie, der Augenklinik und des Biomagnetischen Zentrums der Friedrich-Schiller-Universität Jena gehörten zu den Teilnehmern auch Vertreter der Wirtschaftspartner Carl Zeiss Meditec AG, neuroConn GmbH und EPSa GmbH.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Dr. Jens Haueisen, dem Leiter des Instituts für Biomedizinische Technik und Informatik, zog Projektleiter Dr. Uwe Graichen zunächst Bilanz. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann: Die MIntEye-Gruppe hat im letzten Jahr drei neue Patente eingereicht. Auf großen Messen war die Initiative präsent, unter anderem auf der MEDICA in Düsseldorf, der internationalen Fachmesse für Medizin, und auf der Internationalen Erfindermesse iENA in Nürnberg. Dort erhielten die beiden MIntEye-Wissenschaftler Sascha Klee und Patrick Beßler gemeinsam mit Kollegen der Fakultät für Maschinenbau eine Goldmedaille für die Entwicklung eines neuartigen EEG-Elektrodenhalters. Dieser wird zur Messung von Gehirnströmen eingesetzt. 

Auch in diesem Jahr haben die MIntEye-Forscher ihre Ergebnisse auf internationalen Kongressen präsentiert und in Fachjournalen publiziert. Außerdem hat das InnoProfile-Projekt drei neue Wirtschaftspartner gefunden: die EPSa GmbH, die eemagine GmbH und die GMC Systems mbH.    

Im zurückliegenden Jahr hat MIntEye bereits den zweiten Meilenstein des Projektes erreicht: die Entwicklung eines neuen Koordinatensystems am Auge. Dieses wird durch die Merkmalsextraktion und die Orientierung an der Netzhautstruktur automatisch generiert. Es ermöglicht, dass die Messdaten aus verschiedener Modalitäten in die Diagnose von Augenerkrankungen einbezogen werden können.

Dr. Manfred Dick (Carl Zeiss Meditec AG), Dipl.-Ing. Dietmar Link (TU-Ilmenau), Prof. Dr. Jens Haueisen (TU-Ilmenau) und Dr. Matthias Reich (Carl Zeiss Meditec AG) beim Laborrundgang (v.l.n.r.).

Während des Statusseminars berichteten einige MIntEye-Mitarbeiter detailliert über ihre Arbeiten. Unter anderem ging es um die Entwicklung eines Gerätes, das die Mikrozirkulation im Auge mit der Elektrodiagnostik verbinden kann. Außerdem untersuchen die Wissenschaftler, ob es möglich ist, Krankheiten wie das Glaukom (Grüner Star) mittels gezielter Stimulation des farbverarbeitenden Systems des Auges frühzeitig zu erkennen. In einem weiteren Projekt wird ein experimenteller OCT-Messplatz aufgebaut. OCT steht für Optical Coherence Tomography, zu Deutsch: Optische Kohärenz Tomographie. Sie ermöglicht es, die Strukturen des vorderen sowie hinteren Augenabschnittes hoch aufgelöst, zwei-und dreidimensional darzustellen. Damit sind Augenerkrankungen wie die Makuladegeneration frühzeitig erkennbar. Es handelt sich hier um ein OCT-Gerät der zweiten Generation, ein so genanntes Fourier-Domain OCT-Gerät. Diese zeichnen sich durch eine wesentlich höhere Datenrate und ein stark verbessertes Signal-Rausch-Verhältnis aus. Damit können in sehr kurzer Zeit dreidimensionale Datensätze vom zu untersuchenden Gewebe in hoher Auflösung aufgezeichnet werden.

Diese Daten sollen mit denen einer neuartigen Fluoreszenz-Intensitätsmessung im Auge verbunden werden. Schließlich will MIntEye es schaffen, bisher getrennt eingesetzte Diagnosetechnologien in der Augenheilkunde zu vernetzen. Auf diese Weise könnten künftig Erkenntnisse über die Zusammenhänge von Frühgeschichte, Entstehung und Verlauf bestimmter Augenerkrankungen gewonnen werden, wie sie bisher weltweit noch nicht existieren.

Noch ist MIntEye nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg, denn die Mitarbeiter der Initiative arbeiten nicht isoliert. Sie tauschen sich ständig mit anderen Wissenschaftlern aus und nutzen die Synergieeffekte an der TU Ilmenau. So waren zum Statusseminar auch Vertreter der InnoProfile QUALIMESS sowie Innovative Kraftmess- und Wägetechnik gekommen, außerdem Mitarbeiter des Fachbereichs für Biomedizinische Signalverarbeitung. Die Gespräche und Diskussionen in den Pausen und beim abschließenden Rundgang durch die Labore zeigten, wie lebendig und fruchtbar der Ideenaustausch ist.

 

Weitere Informationen zum InnoProfil MIntEye finden Sie hier.


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