
31.03.2004
Aus den zum Stichtag 15.01.2004 eingereichten Ideenskizzen hat das BMBF in Abstimmung mit den Ländern zwölf Vorhaben ausgewählt und die Initiatoren zur Antragstellung aufgefordert. Der Förderzeitraum für diese Vorhaben erstreckt sich von Juni bis Dezember 2004.
Zur Förderung über die Initiative "Interregionale Allianzen für die Märkte von morgen" wurden folgende Themen ausgewählt:
Strukturierung von Gläsern, Magdeburg
Antragsteller: Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg (IGZ) GmbH
Mit der Martin Luther Universität in Halle, dem Max-Planck- und dem Fraunhofer-Institut in Magdeburg sowie mit einem Cluster von neun kleinen und mittleren Unternehmen besitzt Sachsen Anhalt ein hohes Innovationspotenzial auf dem Gebiet der "Strukturierung von Gläsern". Neue Verfahren und Techniken in der Strukturierung von Gläsern ermöglichen neue Produkte. Das Innovationsforum soll die Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammenführen, die Herstellung von strukturierten Gläsern optimieren und neue Anwendungsgebiete für die optischen Technologien erschließen.
Innovative Forstdienstleistungen und -technik für die Ressource Holz, Thale
Antragsteller: Forstdienstleistungs- und Landschaftspflege GmbH, Thale
Die heimische Holzwirtschaft steht vor vielfältigen Herausforderungen. Um diesen Herausforderungen besser gerecht werden zu können, haben sich sachsen-anhaltinische Akteure der Holzwirtschaft zusammengefunden. Die Inhalte des Innovationsforums werden sich an drei Schwerpunkten orientieren: Logistik (Effizienzsteigerung der Wertschöpfungskette, Einsatz moderner IuK-Technologien), Technologie (Transport, energetische Nutzung der Biomasse Holz, Geoinformationssysteme) und Qualifizierung (IT-gestützte Weiterbildung, ganzheitliches Prozessverständnis).
Hybridtechnologien - Fügetechnik für die Fertigung der Zukunft, Halle
Antragsteller: Kompetenzzentrum Fügetechnik (IGZ) Halle
In der Region Magdeburg, Dessau, Halle befinden sich viele Unternehmen aus den Bereichen Stahlbau, Fahrzeugbau, Maschinenbau, Anlagen- und Behälterbau. Für sie haben Schweißprozesse eine hohe Bedeutung. Die eingesetzten Prozesse stoßen in Ihrer Leistungsfähigkeit an ihre physikalisch bedingten Grenzen. Eine neue Entwicklung auf dem Gebiet der Hybridtechnolgien kann einen Qualitäts- und Produktivitätssprung ermöglichen und völlig neue Anwendungsgebiete erschließen. Zur Beschleunigung des Entwicklungs- und Einführungsprozesses sowie zur Vermarktung werden die Kapazitäten der Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft gebündelt. Außerdem wird eine Strategie zur Markteinführung erarbeitet.
Fein- und Spezialchemikalien für Wirkstoffe und HighTech-Produkte, Bitterfeld/Wolfen
Antragsteller: Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bitterfeld Wolfen mbH
Die chemische Industrie hat in der Region Bitterfeld-Wolfen eine über 100-jährige Tradition. Ziel des Innovationsforums ist es, den Nischenmarkt der Fein- und Spezialchemikalien im kleintonagigen Marktsegment mit seinen zahlreichen kleinen Betrieben zu befördern. Dazu werden die Firmen enger als bisher zusammenarbeiten und das Know-how der einschlägigen Institute und der chemischen und pharmazeutischen Fachbereiche der umliegenden Universitäten nutzen.
Leichtgewichtige Materialien für beschleunigte Strukturen, Rostock
Antragsteller: AIR Fertigungs-Technologie GmbH, Rostock - Hohen Luckow
Leichtgewichtige Materialien sind für alle Produkte oder Teile von großer Bedeutung, die zu ihrer Funktionserfüllung eine Beschleunigung erfahren. Ziel der Materialentwicklung ist es, die Festigkeit zu erhöhen und das Gewicht zu reduzieren, um Energie zu sparen. Dies ist in Mecklenburg Vorpommern vor allem beim Schiff- und meerestechnische Anlagenbau, Kleinflugzeug- und Maschinenbau, in der Bionik und der Medizintechnik von Bedeutung. Mit dem Innovationsforum wird eine Kommunikationsplattform geschaffen, um mit den anwendenden Unternehmen den Stand der Wissenschaft und Technik in marktfähige Produkte umzusetzen.
Polylactid - technische und wirtschaftliche Möglichkeiten bei der industriellen Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe, Teterow
Antragsteller: Stadt Teterow
Polymilchsäure (Polylactid, PLA) gilt als einer der viel versprechendsten Polymerwerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, da er herkömmliche Kunststoffe wie PS, PP oder PE substituieren kann. Insbesondere in der Lebensmittelverpackungsindustrie wird ein hohes Marktpotenzial gesehen. Derzeit kann PLA allerdings nur aus den USA bezogen werden. Auch in Europa gibt es bereits erste Bestrebungen zur großtechnischen Umsetzung der PLA-Herstellung. Es wird erwartet, dass im kommenden Jahr erstmals ein europäischer Anbieter PLA auf dem Markt anbietet. Im Raum Teterow beschäftigen sich verschiedene Unternehmen und das mit einer Abteilung ansässige Fraunhofer Institut UMSICHT mit PLA. Ziel des Innovationsforums ist es, ein internationales Netzwerk aufzubauen, Fernziel ist der Aufbau einer industriellen Produktionsanlage in der Region Mecklenburgische Schweiz.
Nonlineare Medien, Potsdam - Babelsberg
Antragsteller: Hochschule für Film- und Fernsehen, Potsdam-Babelsberg
Die Digitalisierung der Medien bringt eine starke Veränderung in der gesamten Medienlandschaft mit sich. Insbesondere werden die traditionellen linearen Strukturen von Film und Fernsehen zunehmend durch interaktive Szenarien des interaktiven Fernsehens, Internet-TV, Multimedia-Home-Plattform usw. abgelöst. Das Innovationsforum will mit den beteiligten Entwicklungspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft neue Dramaturgien und Autorensysteme für diese Anwendungen beschreiben, neue Anwendungen aufspüren, und die Grundlage für zukünftige Entwicklungen legen.
Flugtriebwerkstechnik, Cottbus
Antragsteller: BTU Cottbus
Das Innovationsforum "Flugtriebswerkstechnik" unterstützt die Bemühungen zum Aufbau einer Luftfahrtregion in den Neuen Ländern. Die Region Berlin-Brandenburg bietet dafür mit führenden Triebwerkherstellern und einer Reihe kompetenter Zulieferer und Dienstleister, der BTU Cottbus, der TU Berlin sowie dem DLR ein gutes Innovationspotenzial zur Entwicklung des Clusters. Das Netzwerk dient dabei als Basis für den Aufbau und die Entwicklung einer überregionalen Kompetenz in diesem Bereich und schafft die notwendigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung neuer innovativer Produkte und Dienstleistungen.
Gießen an der Grenze, Leipzig
Antragsteller: Gießerei Netzwerk Leipzig e.V.
Die Gießereiindustrie muss sich, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, verstärkt mit den Entwicklungstrends und neuen Anforderungen befassen. Mit dem Innovationsforum wird der Aufbau überregionaler Kooperationen zur Stärkung der Gießerei-Zulieferindustrie für den Bereich Maschinenbau und Automobilindustrie in der Region Leipzig unterstützt. Dafür werden sieben Innovationsansätze vom Gegossenen Leichtbau über die Bionische Designfindung bis hin zur Schadstoffentfrachtung im Mittelpunkt des Forums stehen.
Implementierung neuer Technologien und Dienstleistungen in den Gesundheitsmarkt
Antragsteller: Europäische Vereinigung für Aktives Anti-Aging (EVAAA) e.V., Leipzig
Die Universitäts- und Sportstadt Leipzig verfügt über international renommierte Innovationskompetenz auf den Gebieten der Alternsforschung, Präventivmedizin und Sportwissenschaften. Entwickelt wurden bisher Verfahren zur Messung der Vitalität und Lebensqualität, die für Diagnostik, Prävention und Intervention einen erweiterten Einsatz finden könnten. Ein Netzwerk von insgesamt 20 Gesundheitsunternehmen, dazu Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden im Rahmen des Innovationsforums neue Dienstleistungen und Technologien zur pilothaften Anwendung bringen, F&E-Projekte initiieren und Vermarktungsstrukturen für den Gesundheitsmarkt aufbauen.
Netzwerk Biogas - Komplexe Verfahren und Anlagen zur Nutzung regenerativer Ressourcen aus Biomasse
Antragsteller: FH Nordhausen
Die Nutzung von Biomasse wird an der zukünftigen Energieerzeugung einen immer wichtigeren Anteil haben. Um die Biogastechnologie wirtschaftlicher zu machen, muss die Gasausbeute optimiert werden. Im Rahmen des Innovationsforums wird ein Netzwerk entstehen, das die Weiterentwicklung der Technologie anhand der Wertschöpfungskette von der Erschließung neuer zusätzlicher Energieträger bis hin zu notwendigen Monitoring- und Prozesssteuerungssystemen für eine stabile Arbeitsweise verfolgt. Die vorhandenen Kompetenzen in der Region werden dadurch gestärkt und ausgebaut.
Glykane - neuartige Basisstrukturen in Therapie und Diagnose, Berlin
Antragsteller: Charité-Universitätsmedizin, Berlin
Bereits seit den 60er Jahren wird in Deutschland Grundlagenforschung zu komplexen Kohlenhydraten, sog. Glykanstrukturen betrieben. Sie besitzen eine Schlüsselfunktion bei lebenswichtigen Prozessen auf zellulärer Ebene, bspw. bei der Entstehung von Infektionen wie Grippe oder HIV. Im Rahmen des Innovationsforums wird an dem zukunftsweisenden Potenzial der Glykobi-otechnologie angesetzt und nach Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Umsetzung der glykobiologischen Kenntnisse gearbeitet. Zusammengefunden haben sich dazu neben der Charité die FH Brandenburg, das Aktionszentrum BioTop, verschiedene kleine und mittlere Unternehmen, aber auch das Großunternehmen Schering AG.
Für die o.g. Skizzeneinreicher findet am 05.04.2004 in Berlin, Carnotstr. 5, beim Projektträger DLR um 14:00 Uhr eine Informationsveranstaltung zur Antragstellung statt.