Im Blickpunkt

Drei Hammerschläge für das modernste brennstoffanalytische Zentrum in Europa

Großer Andrang herrschte auf dem Gelände der "Reichen Zeche" an der TU Bergakademie Freiberg, als am 26. Mai der Grundstein für ein neues Laborgebäude gelegt wurde. Ende nächsten Jahres werden dort das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Virtuhcon und das Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) Platz finden. Über 100 Gäste verfolgten das Geschehen, darunter auch Kamerateams und Fotografen. Prominentester Redner war der sächsische Finanzminister, Prof. Dr. Georg Unland.

Der sächsische Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland unterschreibt im Beisein von Prof. Dr. Bernd Meyer (hinten links) und Dr. Roland Werner die Grundstein-legungsurkunde.

"Nur an diesem Institut wird eine der entscheidenden Zukunftstechnologien - von der Stoffanalytik bis zur thermochemischen Wandlung fossiler und biogener Energieträger - aus einer Hand angeboten", betonte der sächsische Finanzminister in seiner Rede. Noch müde von den Haushaltsdiskussionen der vorangegangenen Tage erklärte Prof. Dr. Georg Unland, dass die Grundsteinlegung zeige, wie zukunftsweisend in Forschung und Wissenschaft investiert werde. Der sieben Millionen Euro teure Bau wird allerdings vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Bund finanziert. Unter der Regie des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) entsteht ein zweigeschossiges Gebäude mit rund 1500 Quadratmetern Nutzfläche. In unmittelbarer Nachbarschaft der anderen Institutsgebäude werden hier Laboratorien, Lager und Büros entstehen. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Geothermie-Anlage.

Prof. Dr. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie und Direktor des IEC, erinnerte an die Tradition des Standortes "Reiche Zeche". Mit dem Braunkohlenforschungsinstitut wurde 1921 der Weg vom Silbererz zum "schwarzen Gold" begründet. Bis heute werden hier Technologien entwickelt, die industriell umsetzbar sind. "Dafür stehen interdisziplinäre Forschungsvorhaben wie Virtuhcon und das Deutsche Energie- und Rohstoffzentrum", berichtet Prof. Dr. Meyer. Um neue Möglichkeiten zur Lösung des Energieproblems zu finden, ist die Forschung auf diesem Gebiet sehr gefragt. Der Neubau wird den Wissenschaftlern die Möglichkeit bieten, dabei konzentriert zusammen zu arbeiten. "Die Messlatte liegt hoch, wir stellen uns aber diesem Anspruch und planen bereits neue große Forschungsprojekte für die nächsten Jahre", betonte Meyer.

Dr. Roland Werner, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, verwies darauf, dass die Kohle angesichts der aktuellen Rohstofflage wieder interessant sei. Die Grundsteinlegung sei auch ein Meilenstein für die deutsche Kohleforschung, die in Freiberg konzentriert ist. "Die Bergakademie ist zwar die kleinste Technische Universität in Sachsen, leistungsmäßig aber Spitze", meinte Werner.

Nach diesem Lob und dem musikalischen Einsatz eines Freiberger Blasorchesters wurde eine Kassette mit Zeitdokumenten gefüllt. Dazu gehörten eine Tageszeitung, ein Satz Euro-Münzen, Baupläne, ein Stück Kohle und die Grundsteinlegungsurkunde, die Minister Unland, Abteilungsleiter Werner und Prof. Dr. Meyer zuvor unterschrieben hatten. Feierlich wurde die Kassette dann im Fundament des Neubaus versenkt und eingemauert. Zu den traditionellen drei Hammerschlägen auf den Grundstein konnten die Ehrengäste zum Schluss ihre Wünsche für das neue Haus äußern. Neben der Universität, der Stadt und den Wissenschaftlern galten Ihre guten Wünsche vor allem den Menschen, die einmal Nutznießer der Forschung sein sollen, die hier künftig betrieben wird.

Weitere Informationen zum ZIK Virtuhcon finden Sie hier.


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