Im Blickpunkt

Forschung für patientennahe Diagnostik

Kennen Sie Golm? Das liegt bei Potsdam und leitet sich ab von dem westslawischen Wort „Chelm“, Hügel. Von einem Hügel bemerkt man jetzt zwar nichts direkt, dass hier aber einiges spitze ist, hat sich herumgesprochen.

Zum Beispiel ist hier im Wissenschaftspark Golm Spitzenforschung beheimatet. Deswegen hat die InnoProfile Nachwuchsforschungsgruppe „Integrierte Proteinchips für die Point-of-Care Diagnostik“, kurz iPOC, am 02. Juni zum Statusseminar 2010 unter dem Titel „iPOC: Eine Forschungsplattform entwickelt sich“ eingeladen.

Die iPOC-Nachwuchsforschungsgruppe entwickelt unter der Leitung von Dr. habil. Axel Warsinke seit 2006 eine Plattformtechnologie für kleine und schnelle Proteinchips, die später in Handgeräten – zum Beispiel in Krankenhäusern oder Arztpraxen – zum Einsatz kommen könnten (Stichwort patientennahe Diagnostik). Dafür werden neue Prinziplösungen zur schnellen optischen und elektrochemischen Signalgenerierung und zur Parallelisierung in miniaturisierten Mikrofluidiksystemen erarbeitet. Bei allen Teilaspekten der Proteinchipentwicklung konnten, wie in den Vorträgen der Postdocs, Doktoranden und technischen Mitarbeiter der Gruppe zum Ausdruck kam, deutliche Fortschritte erzielt werden. Nun gilt es, die Erfahrungen in dem noch guten Jahr Laufzeit zu bündeln und die Integration des Proteinchips voranzutreiben.

Und so soll die patientennahe Diagnostik funktionieren.

Die In-vitro-Analytik ist einer der profilbildenden Wissenschaftszweige in der Region Berlin/Brandenburg. Die „Entwicklung innovativer Diagnostika“ ist ein ausgewiesenes Handlungsfeld der innovationspolitischen Masterplanung von Berlin und Brandenburg seit 2005. Die iPOC-Gruppe konnte in diesem Zusammenhang in den vergangenen Jahren wertvolle Beiträge für neue innovative In-vitro-Diagnoseverfahren liefern. Neben einer engen Kooperation mit diagnostisch ausgerichteten kleinen und mittelständischen Firmen in der Region Berlin/Brandenburg, der Charité in Berlin und dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Forschung in Golm ist das InnoProfil über die Netzwerke Diagnostik NetBB und BioHyTec fest in die Wissenschaftslandschaft Berlin/Brandenburg eingebunden.

In den letzten Jahren konnte iPOC neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit auf den Weg bringen, unter anderem das gegenwärtig vom Land Brandenburg geförderten Projekt TeraSens, in dem innovative Biosensorsystemen in Verbindung mit Terahertztechnologien zur Signalübermittlung erarbeitet werden, und bei dem die Erfahrungen der iPOC-Forschungsgruppe aus den letzten Jahren in die Entwicklung von elektronischen Proteinchips einfließen werden.

Ferner ist das InnoProfil ein wichtiger Partner für das Gebiet der Technologieentwicklung des im Mai 2009 gegründeten „Zentrums für molekulare Diagnostik Berlin-Brandenburg (ZMDB)“, das als unabhängige Technologietransferplattform eine wichtige Rolle bei der Koordinierung der Wertschöpfungskette von der Technologieentwicklung über die klinische Forschung bis hin zur industriellen Anwendung in der Region übernimmt. Die Indikationsschwerpunkte sind Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen und Immunologie.

Am Ende des Seminars wurden weitere interessante neue Technologien für den Proteinnachweis vorgestellt, die gegenwärtig im Rahmen anderer InnoProfile-Initiativen in Leipzig und Senftenberg entwickelt werden. Ziel war dabei der wissenschaftliche Erfahrungsaustausch zwischen fachverwandten InnoProfilen. Daraus könnten sich möglicherweise in der Zukunft neue Kooperationen ergeben.

 

Weitere Informationen zum InnoProfil „iPOC“ finden Sie hier.


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