Im Blickpunkt

Wasserstoff - der Energieträger der Zukunft?

Die Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative "Light2Hydrogen - Energie für die Zukunft" konnte auf einem Symposium in Rostock rund 100 internationalen Wissenschaftlern erste Forschungsergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. Die von der Gesellschaft Deutscher Chemiker und dem Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) organisierte Veranstaltung hatte die Katalyse und Photochemie im Bereich der Energietechnologien zum Thema.

Der Schriftsteller und Visionär Jules Verne sagte vor 140 Jahren voraus, woran Chemiker heute arbeiten: "Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern." Daran erinnerte Dr. Henrik Junge, Mitarbeiter von Professor Matthias Beller, Leiter des Konsortiums "Light2Hydrogen" und Direktor des Leibniz-Instituts für Katalyse in Rostock.

Inzwischen ist die Arbeitsgruppe um Professor Beller der Aufspaltung von Wasser - der Katalyse - chemisch auf den Grund gegangen. Die Forscher wollen mit Hilfe von Sonnenlicht und geeigneten Katalysatoren aus Wasser den Energieträger Wasserstoff erzeugen. Die Katalysatoren sollen so beschaffen sein, dass eine Bestrahlung mit Sonnenlicht ausreicht, um Wasser in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Aus dem Wasserstoff kann dann elektrische Energie erzeugt werden, ohne weitere Treibhausgase zu erzeugen.

Prof. Dr. Matthias Beller, Leiter des Konsortiums "Light2Hydrogen" und Ralf Ludwig, Professor für Theoretische und Physikalische Chemie an der Universität Rostock [v.l.].

Aus dem Leibniz-Institut für Katalyse, federführend in diesem Projekt, berichteten Projektmitarbeiter Dr. Henrik Junge und Dr. Dirk Hollmann von Möglichkeiten der photokatalytischen Wasserspaltung, die Eisenkarbonyl als Katalysator einsetzt. Diese eisenbasierte Wasserreduktion zeigt erste Erfolge, kleine Mengen von Energie konnten auf diesem Wege bereits erzeugt werden.

Zweiter starker Partner an dem Forschungsnetzwerk Light2Hydrogen ist das Institut für Chemie an der Technischen Universität Berlin. Prof. Dr. Matthias Drieß, der das Projekt im Berliner Raum koordiniert und Sprecher des Exzellenzclusters UniCat ist, versucht in seiner Arbeitsgruppe nicht nur den Prozess der Katalyse zu imitieren, um Energie freizusetzen, sondern ist auf dem Wege eine Biowasserstoffproduktion in Biobrennstoffzellen zu generieren. Für diese bioinspirierte Katalyse der Sauerstoff- und Wasserstoffbildung benutzt Drieß anorganische Materialien. Außerdem sind in das Projekt die Universität Rostock, das Max-Planck-Institut für Kolloid-und Grenzflächenforschung in Potsdam und das Helmholtz Zentrum Berlin für Materialien und Energie eingebunden.

In Rostock wurden viele mögliche und erfolgversprechende Wege aufgezeigt, den künftigen Energieträger Wasserstoff, durch Nutzung von Sonnenlicht als Energiequelle herzustellen. Wird es einmal gelingen, diese Energieform in technische Anwendungen zu überführen, so werden zwei Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern mit der wirtschaftlichen Umsetzung beauftragt.



Weitere Information zur Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative Light2Hydrogen erhalten Sie hier.


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