Im Blickpunkt

Rostocker Fraunhofer Anwendungszentrum auf dem Weg zu einem eigenständigen Institut

Der zweite Bauabschnitt des Fraunhofer Anwendungszentrums für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IPA) in der Rostocker Südstadt ist fertig und in Betrieb genommen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung feierten mit den Mitarbeitern der Forschungseinrichtung die Einweihung des Technikumerweiterungsbaus und des Büroneubaus. Das im Jahr 2000 entstandene Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik wird von Prof. Dr. Martin-Christoph Wanner geleitet und ist als überregionale Forschungseinrichtung auf die maritime Industrie spezialisiert.

Professor Alfred Gossner aus dem Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft bezeichnete das Fraunhofer Anwendungszentrum als Bindeglied zwischen der Rostocker Universität und der Industrie.  „Der neue Baukörper, der den Bestand harmonisch ergänzt, macht noch eine Verlängerung Richtung Osten möglich“, so Gossner, der in Rostock in weiterer Zukunft eine eigenständiges Fraunhofer-Institut sieht.

„Hier wird seit Jahren nachfrageorientierte wirtschaftsnahe Forschung praxisorientiert betrieben. Inzwischen ist diese Einrichtung mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern verwachsen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel und richtete seine Dankesworte vor allem an den Treiber dieser Entwicklung, indem er ihm versicherte, „Sie genießen bei uns im Hause einen außerordentlich guten Ruf,  Professor Wanner.“  Der Minister stellte die Unterstützung zum Ausbau eines eigenen Fraunhofer-Institutes in Mecklenburg-Vorpommern in Aussicht, denn die maritime Wirtschaft brauche Innovation, nur auf diesem Wege kann es funktionieren.

Auch Bildungsminister Henry Tesch sagte, „für diese Forschung gibt es hier im Lande eine große Nachfrage, Fraunhofer ist ein Synonym für anwendungsorientierte Forschung. Wir werden daher neben dem Anwendungszentrum weitere Aktivitäten der Fraunhofer-Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen“.

Eine positive Entwicklung der maritimen Wirtschaft gibt es seit der Werftenkrise vorrangig in der Zulieferindustrie.  So sieht Professor Wanner den zukunftsweisenden Weg in einer „Konversion weg vom Schiffbau in andere Bereiche der maritimen Wirtschaft“. Sein Fraunhofer Anwendungszentrum arbeitet eng mit regionalen Firmen der mittelständischen maritimen Industrie zusammen, wie IMG Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH, Stahlbau Stieblich, Nordex Energy GmbH, Kuhnle Werft GmbH oder KLH Kältetechnik GmbH. Zusammen mit diesen und weiteren Unternehmen und der Universität Rostock war und ist das Fraunhofer Anwendungszentrum an drei Initiativen aus dem BMBF-Programm Unternehmen Region beteiligt: Das InnoProfil „MAPRO – Maritime Profile“ unter der Leitung von Prof. Wanner, der Wachstumskern “Cryo Tank Systems (CTS) - Transport und Lagerung von Energieträgern der Zukunft“ und die Initiative „POLAR“,  die derzeit noch in der Bewilligungsphase ist und sich auf die Entwicklung von maritimen Komponenten für die Anwendung in der Arktis konzentriert. POLAR nannte Wanner eines seiner wichtigsten neuen Großprojekte, welches noch in diesem Jahr beginnt.

Beim Rundgang durch den Technikumsbau und die Büroräume konnten die Gäste einen Einblick in die Tätigkeitsfelder des Anwendungszentrums wie das Messen von Großstrukturen, die Mechanische Fügetechnik und Schweißtechnik gewinnen.

Die Forschungstätigkeiten konnten seit der Gründung des Fraunhofer Anwendungszentrums in Rostock im Jahr 2000 fast verfünffacht werden. Heute sind zusammen mit dem kooperierenden Lehrstuhl Fertigungstechnik der Universität Rostock 35 Wissenschaftler und technische Mitarbeiter und mehr als 40 studentische Hilfskräfte an dem Standort beschäftigt.



Mehr Informationen zum Innovativen regionalen Wachstumskernen Cryo Tank Systems finden Sie hier. Hier finden Sie weitere Informationen zum InnoProfil MAPRO .


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