.jpg)
"FLIM 2010", so der Titel der Veranstaltung, welche die InnoProfile-Initiative MIntEye erstmals an der Technischen Universität Ilmenau organisierte. Das zweitägige Symposium war Teil des 55. Internationalen Wissenschaftlichen Kolloquiums der TU Ilmenau. Die Organisatoren, Prof. Dr. Jens Haueisen und Dr. Uwe Graichen, zeigten sich äußerst erfreut über das Interesse der mehr als 30 Teilnehmer. Wissenschaftler und Industrievertreter aus Deutschland, Großbritannien und den USA tauschten sich über die neuesten Entwicklungen des Fluorescence Lifetime Imaging aus.
Eröffnung des 55. Internationalen Wissenschaftlichen Kolloquiums durch Professor Peter Scharff, Rektor der Technischen Universität Ilmenau.
Zur Begrüßung dankte Professor Haueisen zunächst seinem anwesenden Kollegen Dr. Dietrich Schweitzer von der Augenklinik in Jena. Gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe hat er diese weltweit einzigartige Methode entwickelt. FLIM ist ein Verfahren aus der Mikroskopie. Damit lässt sich ermitteln, wie lange verschiedene Stoffe im Augenhintergrund nach Anregung mit extrem kurzen Laserpulsen fluoreszieren. Die Veränderung der Intensität des Fluoreszenzlichtes im Verhältnis zur Zeit wird "Lifetime" genannt. Es ist eine bestimmte Eigenschaft, mit der man Stoffe unterscheiden kann, die fluoreszieren. Insbesondere wollen die Wissenschaftler auf diese Weise Stoffe nachweisen, die am Stoffwechsel beteiligt sind. Sie gehen davon aus, dass auf der Stoffwechselebene bereits Abweichungen stattfinden, bevor es zu krankhaften Veränderungen und bleibenden Schäden auf der Netzhaut kommt.
Matthias Klemm, Doktorand in der InnoProfile-Gruppe MIntEye, arbeitet an dieser Methode und referierte dazu auf dem Symposium. Mit der Methode FLIM könnten degenerative Augenerkrankungen künftig sehr früh diagnostiziert werden. Auch für die Erforschung von Augenerkrankungen ist FLIM sehr wichtig. Denn bisher sind die Ursachen einiger Krankheiten noch nicht genau bekannt. Dazu gehört auch die Altersbedingte Makuladegeneration. Das MIntEye-Team hat dazu eine vergleichende Studie mit Probanden und Patienten durchgeführt.
Wolfgang Becker, Geschäftsführer des MIntEye-Industriepartners Becker & Hickl GmbH Berlin bei seinem Vortrag auf dem Fachsymposium "FLIM 2010".
Auch Professor Paul French vom Imperial College in London arbeitet an der Entwicklung des Fluorescence Lifetime Imaging. Er war nach Ilmenau gekommen, um sich mit seinen deutschen Kollegen über die neuesten Ergebnisse seiner Forschung auszutauschen. Paul French sieht FLIM als eine gute Möglichkeit, um aus einzelnen Proben einen höheren Ertrag, also mehr Ergebnisse zu bekommen. Durch die Anwendung neuer Software will er bei den Untersuchungen eine höhere Geschwindigkeit und einen größeren Durchsatz erreichen. Mit Hilfe des FLIM lassen sich sogar Moleküle und die Interaktionen zwischen Eiweißen beobachten. Mit ultraschnellen Lasertechnologien können die Informationen und Daten aus den Untersuchungen noch maximiert werden. Für die Entwicklung besserer Diagnosemöglichkeiten und Therapien ist das von großer Bedeutung. Dabei ist FLIM nicht nur für die Untersuchung der Augen geeignet. Amerikanische Kooperationspartner von Paul French verbinden die Methode sogar mit der Endoskopie, mit Untersuchungen von menschlichem Gewebe und zur Diagnose von Krebs und Arteriosklerose.
Eine weitere internationale Referentin auf dem Ilmenauer FLIM-Symposium war Professor Mary-Ann Mycek vom College of Engineering der University of Michigan. Sie ist Expertin für die Erforschung von Stoffwechselvorgängen in der Zellbiologie mit Hilfe von Fluorescence Lifetime Imaging und stellte ihre neuesten Ergebnisse vor. Dazu gehören die Messung von pH-Werten und Interaktionen zwischen Molekülen in Zellen. Aufgrund von Veränderungen der Fluorescence Lifetime ist es möglich, die Sauerstoffsättigung in lebenden Zellen zu bestimmen um damit beispielsweise Aussagen über deren Gesundheitszustand abzuleiten. Diese Untersuchungsmöglichkeiten sind äußerst wertvoll, um Krankheiten erforschen zu können.
Die Vertreter der MIntEye-Industriepartner Picoquant GmbH und Becker & Hickl GmbH aus Berlin berichteten ebenfalls von den technischen Möglichkeiten und Entwicklungen des FLIM. Künftig wird die Methode immer mehr Anwendung finden und Patienten zugute kommen können, auch Dank der Forschungsarbeit von MIntEye und den Partnern der InnoProfile-Initiative.
Weitere Informationen zum InnoProfil MIntEye finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/1863.php)