Im Blickpunkt

Wir betreten die Arena! Die Fantastischen Vier beamen Halle/Saale für eine Nacht zur europäischen Pop- und Kino-Hauptstadt

„Wir betreten die Arena – das wird kein Zuckerschlecken. Nur der geringste Fehler und schon kannst du`s vergessen. Doch wir gehen nicht in Deckung, wir wollen uns nicht verstecken. Wir sind dafür geboren – wie Gladiatoren.“

Als hätten sie es schon beim Aufnehmen des neuen Albums „Für Dich immer noch Fanta Sie“ geahnt, worauf sie sich beim Innovationsevent des Jahres in der deutschen inolandschaft einlassen – so hören sich jetzt nach der Nacht der Nächte diese Songzeilen an.

Im Steintor-Varieté in der Händelstadt Halle an der Saale brachten die sympathisch unbescheidenen vier Hip Hopper am 28. September 2010 eine Show auf die Bühne, die nicht nur den Saal zum Kochen brachte, sondern auch Kino- und Musikgeschichte geschrieben hat.

Zum ersten Mal in Deutschland, Europa und der Welt wurde dieser Event live und in 3-D in 88 Kinos in der Bundesrepublik, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und in Belgien übertragen. Mehr als 30.000 Kinobesucher sahen ein brillantes Ergebnis – gestochen scharfe Bilder, die viele den Kopf so manches Mal ungläubig schütteln ließen. Noch nie war man Smudo und Thomas D. so nah gewesen. Kein Aussetzer, kein Wackler während der Übertragung – wer staunen wollte, der hatte an diesem Abend hundert gute Gründe dafür.

Selbstverständlich war diese Perfektion nicht. Noch am Abend vorher zur öffentlichen Generalprobe äußerten sich einige Besucher verhalten und abwartend skeptisch. Wahrscheinlich müsse man damit rechnen, dass die hypermoderne neue Technik noch nicht hundertprozentig funktioniere, dass das ganze Kameraequipment das Konzert vor Ort vielleicht eher stören werde und dass in den Kinos wohl einige Plätze leer bleiben würden.

Komplizierte Kameratechnik machte die weltweit erste 3-D-Live-Übertragung eines Konzerts möglich.

Das einfache Gegenteil war der Fall. Allein in Berlin übertrugen acht Kinos das Konzert vor ausverkauften Rängen. Und selbst der Abspann nach dem fast zweistündigen Event wurde heftig beklatscht.

Und auch Die Fantastischen Vier schauten zum Konzertfinale fast etwas überrascht in die Gesichter der tanzenden Fans und konnten sich kaum noch einkriegen: „Das war eine wunderbare Nacht!“ Mit nur einem Probentag, umkreist von 14 Kameras an sieben Standorten, war diese Show eine echte Herausforderung.

Umso glücklicher war Katherina Hagen, Geschäftsführerin des Multimediazentrums Halle und Produzentin der Konzertübertragung: „ Diese Show sollte ja der Höhepunkt unseres Zukunftskongresses zum Innovationsforum ‚3-D Cinema und stereoskopische Medienproduktion‘ werden. Ich glaube, das ist uns allen zusammen gelungen.“

Ganz wesentlichen Anteil an diesem Erfolg hatten die beiden Regisseure Josef Kluger und Sven Offen. Josef Kluger erklärt, warum: „Bei einer 3-D-Aufnahme müssen wir wesentlich mehr Parameter einstellen und für fast jede Szene neu nachjustieren. Bevor die Bilder in den Ü-Wagen kommen, werden sie mit dem Stereoscopic Analyzer kalibriert und dann im Übertragungswagen die Datenströme für das linke und rechte Auge parallel geschnitten. Via Satellit gehen die Bilder dann an die Kinos. Auch wenn wir seit Monaten alles geplant hatten – das war echte Pionierarbeit!“

Unter der Leitung des Mitteldeutschen Multimediazentrums Halle (S.) ermöglichten viele Partner dieses Projekt – unter anderem Sony, Carl Zeiss, Eutelsat, OpenSky, Teltec, KUK-Film, Bewegte Bilder, P+S-Technik, MDR, Chyron, HD Signs, TVN und das Fraunhofer Heinrich Hertz-Institut.

Hans-Peter Hiepe vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF), das den Zukunftskongress im Rahmen des Innovationsforums mit einer Förderung ausgezeichnet hatte unterstrich: „Wir befinden uns mitten in einem Paradigmenwechsel. Nach 20 Jahren Aufbau Ost stehen wir jetzt vor der Zukunft Ost. Noch stärker müssen wir die Wissenschaftler mit den Unternehmern vor Ort vernetzen und in innovative unternehmerische Strategien investieren. Das Innovationsforum 3-D Cinema steht für dieses Vorgehen und kann eine Erfolgsgeschichte werden.“

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff machte keinen Hehl aus seinen Wünschen an den Zukunftskongress: „Das Ziel unserer Förderaktivitäten ist es, langfristig mit Medienstandorten wie Köln, München und Berlin gleichzuziehen und greifbare wirtschaftliche Effekte in der mitteldeutschen Region zu erzielen.“

Weitere Informationen zum Innovationsforum 3-D Cinema stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.


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