Im Blickpunkt

J-1013 – eine revolutionäre Beschichtungstechnologie Made in Thüringen

Rund 60 Vertreter von Partnerunternehmen und Forschungseinrichtungen sowie aus Politik und Wirtschaftsverbänden kamen zur Eröffnungsveranstaltung des neuen Wachstumskerns „J-1013“ nach Jena. Unter den Gästen war auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft arbeiten in dem Wachstumskern eng zusammen, der vom BMBF über drei Jahre mit insgesamt 5,4 Millionen Euro gefördert wird.

Christine Lieberknecht zeigte sich in ihrem Grußwort dankbar für die Unterstützung durch den Bund. Mit dem Jenaer Wachstumskern würde die innovative Zusammenarbeit von Unternehmern und Wissenschaftlern in der Region Thüringen weiter gestärkt.

Wie innovativ und zukunftsorientiert die Ideen von J-1013 sind, erläuterte der Sprecher und Vorstand des Wachstumskerns, Lothar Brehm von der Firma j-fiber. J-1013 ist der Name für eine neue patentierte Beschichtungstechnologie. Es handelt sich um eine Zwischenschicht, die über dem Material und unter einer Oberflächenschicht aufgebracht wird. Das geschieht durch die Kombination verschiedener Atmosphärendruck-Beschichtungsverfahren. J-1013 kann auf allen erdenklichen Materialien und Geometrien zum Einsatz kommen. Zu den Anwendungsbereichen gehören unter anderem Garne für Funktionstextilien, Porzellan oder Photovoltaikzellen. J-1013 verhilft Materialien zu Eigenschaften wie Feuerfestigkeit oder Beständigkeit gegen hohe Temperaturen und hohen Druck. Selbst für die antibakterielle Beschichtung von Wundpflastern ist die Technologie geeignet.

Wie Dr. Arnd Schimanski, Vorstand des Partnerunternehmens INNOVENT e.V. erläuterte, ist der praktische Einsatz von J-1013 bereits erfolgreich erprobt worden. Einer der Wachstumskern-Partner, die Kahla/Thüringen Porzellan GmbH, nutzt das Verfahren für die Beschichtung ihrer Serie „touch!“

Auch für Glasfasern kann die neue Beschichtungstechnologie angewendet werden. Glasfasern werden oft in der Sensorik verwendet, zum Beispiel in den Bereichen Automotive, Sicherheitstechnik und Energiegewinnung. Hier will der Wachstumskern neue Märkte im In- und Ausland erschließen.

60 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sind zur Kick-off-Veranstaltung des neuen Wachstumskerns J-1013 nach Jena gekommen.

Insgesamt planen die Wachstumskern-Partner 19 Entwicklungsprojekte für die nächsten drei Jahre. Dafür wurde eigens ein Verein gegründet und perspektivisch wird die Gründung einer Technologie GmbH zur Vermarktung der Technologie-Plattform geplant. Bis 2015 will der Wachstumskern der wichtigste Anbieter für das spezielle Beschichtungsverfahren werden. 100 neue Arbeitsplätze sollen in Thüringen geschaffen und der Umsatz um 40 Millionen Euro gesteigert werden.

Doch nicht nur an Zahlen zeigt sich die Zukunftsorientierung des Wachstumskerns J-1013, sondern auch an der Nachhaltigkeit der Technologie. Durch geringeren Materialverbrauch werden Ressourcen und Umwelt geschont. Außerdem fördert der Wachstumskern den Nachwuchs und investiert in die Qualifizierung von Akademikern und Fachkräften. So werden an der Fachhochschule Jena im Bereich Werkstofftechnik Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, außerdem Weiterbildungskurse zum Thema J-1013-Oberflächen und -Schichten.

Die Arbeit des Wachstumskerns beginnt nun zunächst mit der Definition der Anforderungen an die Technologie, die mit den einzelnen Partnern in den nächsten Wochen diskutiert wird. Auf dem ersten öffentlichen Workshop, der für September 2011 in Zeulenroda geplant ist, sollen dann erste Arbeitsergebnisse präsentiert und neue Ideen für die Anwendung von J-1013 gefunden werden.

 

Weitere Informationen zum Innovativen regionalen Wachstumskern J-1013 stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.


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