Im Blickpunkt

Wildheidelbeeren als Waffe gegen Fettsucht

Übergewicht ist besonders in westlichen Industrieländern ein massives Problem und die Zahl der Betroffenen nimmt weltweit zu. Das Innovationsforum „NatMedics“ aus Rostock bündelt Kräfte für den Kampf gegen diese Herausforderung und beschreitet dabei ungewöhnliche Wege.

Workshop im Rahmen des Innovationsforum NatMedics.

Müsli ist gesund, das weiß heute jedes Kind. Zudem findet sich mittlerweile „kein Müsli mehr ohne Cranberries“, wie Moritz von Grotthuss, der Leiter von NatMedics, gleich zu Beginn des Innovationsforums in Rostock feststellte. Dass Cranberries jedoch nicht nur lecker schmecken, sondern außerdem einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Fettsucht leisten können, ist hingegen neu.

Nun ist die „Großfrüchtige Moosbeere“, wie die Cranberry zu Deutsch heißt, vor allem in Nordamerika beheimatet. Doch auch hierzulande finden sich Pflanzen mit ähnlichen Eigenschaften, allen voran die Wildheidelbeere. In ihren Blättern stecken Inhaltstoffe, so genannte Enzyminhibitoren, die verhindern, dass Fette im Verdauungssystem aufgespalten werden und in den Blutkreislauf gelangen. Personen die unter Adipositas (Fettsucht) und Übergewicht leiden, könnten durch entsprechende Präparate dabei unterstützt werden, ihr Gewicht und somit viele Gesundheitsrisiken zu reduzieren.

Bei Übergewicht handelt es sich um eine Volkskrankheit, die breite Schichten in vielen Ländern der Erde betrifft. Als eines der Ziele des Innovationsforums hob Moritz von Grotthuss in seiner Begrüßung daher auch die Notwendigkeit hervor, den „Elfenbeinturm“ der Wissenschaft zu verlassen und in der Öffentlichkeit Interesse und Aufmerksamkeit für das Thema Adipositas zu wecken. Es sollen Wege gefunden werden, die Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte umzusetzen und den Betroffenen zugänglich zu machen.

Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenzubringen, erklärte Barbara Reddig vom Projektträger im DLR, ist das Hauptziel des Programms „Innovationsforen“. Die starken Partner im Verbund von NatMedics seien somit auch ausschlaggebend gewesen für die Förderung der Initiative durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Auf welchen verschlungenen Pfaden solche Allianzen oft zustande kommen, zeigte Professor Ludwig Jonas auf, einer der Begründer des Forschungsbereichs. Erst durch den Umweg über Tartu in Estland, wo Dr. Peeter Toomik sich mit ähnlichen Problemen beschäftigte, kam eine Forschungskooperation zustande, die die heute vorliegenden Ergebnisse erst ermöglichte.

Für Staunen sorgte Dr. Toomik bei seinem Vortrag mit der Feststellung, dass 85 Prozent der Fläche Schwedens mit Blau- und Heidelbeeren bewachsen ist. Eine nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen für den Kampf gegen Übergewicht ist also gesichert.

Dass dieser Rohstoff nicht nur gesundheitsfördernd, sondern zudem äußerst wohlschmeckend sein kann, vermittelte das Innovationsforum ganz nebenbei mit kleinen Präsenten für die Teilnehmer: ein Glas Heidelbeergelee aus heimischer Produktion!

 

Nähere Informationen zum Innovationsforum NatMedics finden Sie hier.


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