Im Blickpunkt

X-Award 2010 verliehen

Glanz und Glamour mit Blick auf den Kurfürstendamm: Zum zweiten Mal vergaben die Veranstalter der Xinnovations beim traditionellen Winterfest des gleichnamigen Vereins den X-Award 2010. "Der X-Award", so sagte Rainer Thiem im Namen der Auslober, "ist eine Auszeichnung für Personen, die mit ihren herausragenden Konzepten und Entwicklungen im Rahmen der Xinnovations Impulse für technologische und soziale Innovationen anstoßen und im Netz eine nachhaltige Diskussion zu ihren Thesen und Themen auslösen".

Die glücklichen Preisträger 2010 sind:
  • Prof. Dr. Jörn von Lucke, Direktor des Telekom Institute for Connected Cities, Zeppelin University Friedrichshafen, für seinen Impulsvortrag "Open Data"
  • Rodja Trappe, Entwicklungsleiter Hoccer GmbH, für seine patentierte Hoccer-App
  • Prof. Dr. Stefan Gradmann, Humboldt-Universität zu Berlin/Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft; Alexander Gerber, Geschäftsführer innokomm, Forschungszentrum für Wissenschafts- und Innovationskommunikation; Markus Luczak-Rösch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Freie Universität Berlin; Manfred Ronzheimer, Journalist, Herausgeber BerliNews; Prof. Dr. Felix Sasaki, Mitarbeiter im DFKI-Bereich "Sprachtechnologie" und Professor im Fachbereich Informationswissenschaften an der Fachhochschule Potsdam und Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer, Leitender Direktor am Institute of Electronic Business an der UDK Berlin, für ihre Initiative zur Gründung eines Kompetenznetzwerks "Semantische Technologien für Wissensarbeiter"

Rainer Thiem (Xinnovations, rechts) überreicht Rodja Trappe die Urkunde des X-Awards für seine patentierte Hoccer-App.

Open Data

Ein wichtiger Bestandteil von Open Government sind frei verfügbare Daten ("Open Data"). "Demnach sollte jedem einen Zugang zu jenen Daten der Verwaltung freigegeben werden, die keinen Datenschutz oder Sicherheitsbeschränkungen unterliegen. Eine Vernetzung dieser Daten ("Linked Open Data") über das Internet eröffnet Anwendern die Möglichkeit, Zusammenhänge in kurzer Zeit zu verstehen und Daten über Domänen und Organisationsgrenzen hinweg, etwa für Auswertungen und Publikationen, zu nutzen. Für eine Öffnung von Rohdatenbeständen sprechen Forderungen nach mehr Transparenz, mehr Bürgerorientierung, mehr Wirtschaftsförderung, einer stärkeren Verwaltungsöffnung und einer positiven Öffentlichkeitsarbeit. Jeder einzelne Bürger bekommt durch freie Daten die Möglichkeit, qualifizierte Entscheidungen für sein individuelles Wohl selbst zu fällen", erklärte Professor Jörn von Lucke in seinem Impulsstatement.

Hoccer

Hoccer ist eine unter Federführung von Rodja Trappe entwickelte App, um beliebige Dateien spontan zwischen Smartphones, Tablets und anderen webfähigen Geräten auszutauschen. Halten sich Nutzer am gleichen Ort auf, können sie mit Hoccer schnell und intuitiv Informationen weitergeben, ohne Adressen, Logins oder Telefonnummern einzugeben. Die mobile Applikation steht als Webclient und zum kostenlosen Download im "Xinnovations 2010: Medieninformation Nr.: 7 2 iApp Store und Android Market" bereit. Unterstützung für weitere Plattformen ist geplant. Die Handhabung des Datentransfers ist einfach und schnell: So können die Daten für die sichere one-to-one-Kommunikation von Display zu Display gezogen werden. Um mehrere Empfänger gleichzeitig zu erreichen, imitiert der Sender eine Wurfbewegung in Richtung der Empfänger, die mit einer entsprechenden Fangbewegung die Daten annehmen.

Hinter der einfachen Handhabung für den Anwender steht ein patentiertes Verfahren, welches den anonymen Datenaustausch auf Basis des Standorts erlaubt. Außer einer Internetverbindung wird dazu keine besondere Hardware vorausgesetzt.

Semantische Technologien für Wissensarbeiter

Unbestritten ist, dass die anhaltende Innovationsdynamik des Internets seit geraumer Zeit im Verlags- und Bibliothekswesen und damit auch bei Journalisten, Archivaren und Bibliothekaren zu epochalen Umbrüchen führt. Den nächsten Schub zur breiteren Nutzung des Internets als Instrument zur Erschließung von Informationen und Wissen werden die Semantischen Technologien und das Semantic Web bringen. Vor diesem Hintergrund boten die ausgezeichneten Initiatoren im Rahmen der Xinnovations 2010 erstmals den Workshop "Semantische Technologien für Wissensarbeiter" an. Im Zentrum des Workshops ging es darum, sich mit den Folgen dieser Umbrüche auseinanderzusetzen und danach zu suchen, wo es Überschneidungen und Synergien zwischen den technischen Möglichkeiten des Semantic Web auf der einen Seite und den menschlichen Fähigkeiten zum Finden und Bearbeiten von Information und Wissen andererseits gibt.
Um sich langfristig mit den erwähnten Umbrüchen und den daraus resultierenden Problemlagen zu beschäftigen, wollen die Initiatoren als nächsten Schritt mit Journalisten, Bibliothekaren, Archivaren, Dokumentaren, Wissenschaftlern, Softwareentwicklern, Verlegern und Medienunternehmern ein Kompetenznetzwerk "Semantische Technologien für Wissensarbeiter" initiieren.

Der X-Award und die Xinnovations

Mit dem X-Award würdigen die Veranstalter der Xinnovations, dem permanenten Innovationsforum für netzbasierte Informationstechnologien, herausragende Beiträge im Rahmen der jährlichen Veranstaltung. In den mehr als 160 Referaten, Foren und Workshops der Xinnovations 2010 ging es den rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern u. a. um Semantische Technologien, Datenschutz in Zeiten von Web 2.0, Digitale Justiz, Vernetztes Leben sowie Open Government und Open Data.

Veranstalter der Xinnovations sind die Wissenschaftler Prof. Johann-Christoph Freytag, Ph.D., Humboldt-Universität zu Berlin und Prof. Dr.-Ing. Robert Tolksdorf, Freie Universität Berlin sowie der Vorstandsvorsitzende des Xinnovations e. V., Rainer Thiem.

 

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