Im Blickpunkt

Rückschau mit klarem Blick nach vorn – Statusseminar bei MIntEye in Ilmenau

Trotz eisiger Schneestürme über den südthüringischen Gipfeln fanden fast 30 Zuhörer und Referenten den Weg ins Applikationszentrum der Technischen Universität Ilmenau. Die InnoProfile-Initiative MIntEye und der Jenaer medways e.V. hatten gemeinsam zum Workshop geladen. Im medways e.V. sind deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen vereint, die neue Verfahren zur Therapie und Diagnostik in der Augenheilkunde entwickeln. Der erste Teil der Veranstaltung diente der Evaluierung entsprechender Thüringer Forschungsprojekte durch medways e.V.. Im anschließenden vierten Statusseminar präsentierte das MIntEye-Team seine Forschungsergebnisse.

Welche neuen Methoden gibt es für die Laseranwendung bei minimalinvasiven Eingriffen an der Augenlinse und wie können Auge, Bestrahlungsvorgang und therapeutische Wirkung mathematisch modelliert werden? Diesen und anderen Fragen widmen sich die Projekte, die von medways e.V. bewertet wurden. Zu den Referenten gehörten unter anderem Vertreter des Fraunhofer-Instituts für Optik und Feinmechanik Jena, des Instituts für Angewandte Physik der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität und der Carl-Zeiss Meditec AG.

 

Präsentation der Forschungsergebnisse beim vierten Statusseminar des Ilmenauer InnoProfils MIntEye.   

Unter der Überschrift „MIntEye 2010“ stellte Dr. Uwe Graichen die Forschungsergebnisse der Initiative vor. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. So hat die Gruppe im letzten Jahr drei Patente angemeldet und drei Artikel in Fachmagazinen veröffentlicht bzw. eingereicht. Auf der Internationalen Erfindermesse in Nürnberg erhielten sie erneut eine Goldmedaille für die Weiterentwicklung einer EEG-Haube mit einem speziellen Elektrodenhalter. Außerdem war MIntEye auf insgesamt 16 nationalen und internationalen Kongressen präsent.

Der Höhepunkt des letzten Jahres war das „FLIM-Symposium“, das von der Gruppe in Ilmenau organisiert wurde und auf dem namhafte Wissenschaftler aus aller Welt zu Gast waren. FLIM steht für Fluorescence Lifetime Imaging, eine weltweit einzigartige Methode die von der Augenklinik in Jena gemeinsam mit der MIntEye-Gruppe entwickelt wurde. Mit diesem Verfahren aus der Mikroskopie lässt sich ermitteln, wie lange verschiedene Stoffe im Augenhintergrund nach Anregung mit extrem kurzen Laserpulsen fluoreszieren. Die Veränderung der Intensität des Fluoreszenzlichtes im Verhältnis zur Zeit wird Lifetime genannt. Mit dieser Eigenschaft können Stoffe unterschieden werden, die fluoreszieren. Insbesondere sind das Stoffe, die am Stoffwechsel beteiligt sind. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits Abweichungen auf der Stoffwechselebene stattfinden, bevor es zu krankhaften Veränderungen auf der Netzhaut kommt, zum Beispiel bei der altersbedingten Makuladegeneration. Diese Krankheiten könnten auf diese Weise viel früher diagnostiziert werden. Matthias Klemm, Doktorand in der InnoProfile-Gruppe MIntEye beschäftigt sich mit diesem Thema. Auf dem Statusseminar referierte er über die mathematischen Hintergründe der speziellen Messmethode.

Einen neuen Ansatz zur berührungslosen Untersuchung bei der Gefäßanalyse in der Retina stellte MIntEye-Mitarbeiter Dietmar Link vor. Eines seiner Ziele ist die Optimierung des Lichtes, insbesondere der Beleuchtungs- und Beobachtungsstrahlen, um exakter messen zu können. Sascha Klee, ebenfalls Doktorand bei MIntEye, referierte über ein neues Setup, das er zur Farbstimulation des Auges entwickelt hat. Krankheitsbilder wie das Glaukom manifestieren sich sehr zeitig in der Farbverarbeitung der Retina, die dann nicht mehr regulär funktioniert. Momentan kann mit der Analyse nur der gegenwärtige Zustand eines Patienten festgestellt werden. Sascha Klee will diese Methode jedoch so weiterentwickeln, dass eine Frühdiagnose möglich wird. Daran knüpft auch die Forschungsarbeit von Patrick Beßler aus dem MIntEye-Team an. Sein Ziel ist es, ein Klassifikationsverfahren für Daten, Patienten und Farbkanäle einzuführen, um genauere Aussagen über ein Krankheitsbild treffen zu können.

Die Anwesenden von medways e.V. und die Vertretern der von ihnen betreuten Projekte zeigten sich sehr interessiert an den Forschungsergebnissen von MIntEye. Durch die gemeinsame Veranstaltung konnte die Nachwuchsforschungsgruppe ihre Arbeit einem noch breiteren Publikum vorstellen.



Weitere Informationen zum InnoProfil MIntEye finden Sie hier.


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