Im Blickpunkt

Lebensmittel aus Lupinensaat made in Mecklenburg-Vorpommern

Speiseeis aus Lupinensaaten und damit ohne Milch ist seit einem halben Jahr auf dem deutschen Markt und die Verbraucher haben es angenommen. Mehr als 300.000 Mal ging seitdem ein 450-Gramm-Becher der Marke „Lupinesse“ mit den Geschmacksnoten Erdbeere, Vanille-Kirsch, Walnuss und Schokolade über den Ladentisch. Dieser Erfolg hat dem Wachstumskern PlantsProFood mit Sitz in Neubrandenburg und seinen Partnern gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind.

„Wir können tierische Eiweiße in Milch, Fett, Fleisch und Ei ersetzen“, sagte Katrin Petersen, Leiterin des Wachstumskernes PlantsProFood, der vom BMBF von 2010 bis 2013 gefördert wird. Der Verbund aus Forschern und Unternehmen will die gesamte Kette von Züchtung und Anbau über Proteingewinnung bis hin zu Verarbeitung und Verkauf in Mecklenburg-Vorpommern etablieren.

Auf der jetzigen Jahrestagung in Rostock kündigte Katrin Petersen, auch Geschäftsführerin der ProLupin GmbH an, dass noch in diesem Jahr weitere fettreduzierte Produkte mit Proteinen und Ballaststoffen aus der Lupine als Ersatzstoff für Milch auf den Markt kommen.

Wichtigster Meilenstein im ersten Jahr von PlantsProFood war die Entwicklung einer Anlage zur Aufbereitung und Extraktion von Lupinensaaten. Zusammen mit dem Frauenhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV und dem Rostocker Anlagenbauer Rosoma steht nun eine Anlage zur Verfügung, die wässrige Extraktionen der Lupinensamen ermöglicht, um nicht wie zuvor zu viele Abfallprodukte zu haben. Die Anlage soll in den kommenden Wochen in Neubrandenburg aufgestellt werden und die Produktion von Proteinmehl als Ersatzzutat nicht nur in ihrer Qualität, sondern auch in der Menge verbessern.

Vom Samen zum Nahrungsmittel

Die Lupine wächst besonders gut auf sandigen Böden in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und dem nördlichen Sachsen-Anhalt. „Für die heimischen Bauern ist es von Nutzen Lupine anzubauen, da sie mit ihren stickstoffbindenden Wurzeln die Bodenfruchtbarkeit verbessere“, sagte Dr. Thomas Eckardt von der Saatzucht Steinach GmbH. Zurzeit werden in den genannten Regionen ca. 24.000 Hektar mit Blauer Lupine angepflanzt, in den nächsten drei Jahren könnte sich die Anbaufläche verdoppeln.

Die Samen der Lupine bestehen zu 30 bis 40 Prozent aus Eiweiß. Die bei der ProLupin GmbH extrahierten Proteine sind naturbelassen und damit nicht chemisch modifiziert und auch nicht gentechnisch verändert, sondern konventionell gezüchtet. Damit sind Lupinenproteinisolate aus der Blauen Süßlupine als Lebensmittelzutat den klassischen Produkten aus Soja und einheimischen Leguminosen überlegen. Zudem vermindern sie das Risiko für Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen, da die Ballaststoffe der Lupine signifikant das LDL-Cholesterol senken wie eine Studie der Universität Jena belegt, die der Ernährungsphysiologe Professor Gerhard Jahreis auf der Tagung vorstellte. 

Nahrungsmittel mit Lupineneiweiß als Ersatz für tierische Milchfette sind frei von Laktose und Cholesterin. In vier Lebensmittelunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit Produkte wie Wurst, Backwaren und Salate mit Mayonnaise entwickelt.

Bis 2013 – zum Ende der Förderphase – soll dieser Cluster der Sorten-, Proteinisolat- und Lebensmittelgewinnung weiter aufgebaut werden. Mit einem zusätzlichen Wachstum bei den Partnern von 14,3 Millionen Euro und 18 weiteren Arbeitsplätzen rechnet Katrin Petersen bis 2015.

Bis dahin wünscht sich Petersen für ihre Innovation und Region, dass PlantsProFood mit seinen Produkten auf dem Markt überzeugen kann.



Nähere Informationen zum Innovativen regionalen Wachstumskern "PlantsProFood" stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.


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