Im Blickpunkt

Speed-Dating in Magdeburg bringt Forscher und Unternehmer zusammen

Genau 15 Minuten haben die rund 70 Wissenschaftler, Unternehmer und Verwaltungsfachleute jeweils Zeit, um sich in kleinen Gesprächsrunden kennenzulernen. Sorgsam sind viele Stehtische in der Experimentellen Fabrik am Magdeburger Unicampus aufgestellt. Das Kompetenzzentrum Medizintechnik (KOMET) der Otto-von-Guericke-Universität stellt mit dem „Match Making“ eine moderne Kommunikationsform an den Anfang einer möglichen Innovation.

Kein Zufall, sondern gut geplant war der Auftritt von Sachsen-Anhalts Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft, Prof. Dr. Birgitta Wolff, am Beginn des „Match Making“. Fast druckreif platzierte sie an dieser Stelle ihre Wünsche an diese Veranstaltung: „Innovation ist doch nicht nur etwas für Ingenieure. Wir müssen dringend die Forschungs-PS jetzt aber auch auf die Straße bringen. Dazu brauchen wir noch mehr die intensive Zusammenarbeit mit den Unternehmen im Land. Ihnen bieten wir mit unseren Universitäten und Hochschulen eine Goldmine wie im Klondike an – eine Exzellenz, aus der ökonomische Power entstehen muss.“ Nach ihren Angaben betragen die Ausgaben privater Unternehmen für Forschung und Entwicklung in Sachsen-Anhalt rund 70 Euro pro Einwohner, in Baden-Württemberg hingegen liegen sie bei ca. 1.100 Euro pro Einwohner. Dieses Missverhältnis müsse dringend verändert werden.

Ebenso nach Veränderung ruft das eigene mäßige Steueraufkommen, dass zurzeit bei rund 45 Prozent der Landesausgaben in Sachsen-Anhalt liegt. Um das zu verbessern, müssen die mit Hauptsitz im Land angesiedelten kleinen und mittleren Unternehmen weiter gestärkt werden, um die Wertschöpfung vor Ort und in den Regionen spürbar zu erhöhen. Alles, was langfristig die Einnahmen für Land und Kommunen stabilisiere, sei die richtige Wirtschaftsförderung, unterstrich Birgitta Wolff.

Mit Professor Klaus Erich Pollmann, Rektor der Uni Magdeburg, war ein weiterer prominenter Gast zum „Match Making“ gekommen – durchaus aus Neugier, wie er anmerkte. Seine Erwartungen an die Veranstaltung seien „groß und anspruchsvoll“. Auch wenn die Kooperation von Universitäten und Unternehmen nicht immer konfliktfrei wäre, so müssen die öffentlichen Forschungseinrichtungen im Land unverzichtbar für die Wirtschaft werden. Die dabei entstehende Innovationskompetenz sei als Know-how von unschätzbarem Wert.

Seit dem vergangenen Jahr verfolgt die Otto-von-Guericke-Universität mit dem Aufbau des Kompetenzzentrums Medizintechnik (KOMET) einen kontinuierlichen Ausbau dieses Forschungsschwerpunkts unter anderem in den Bereichen Neurowissenschaften, Radiologie, Kardiologie und Strahlentherapie. Unter anderem wurde die Uni Magdeburg mit den Förderungen für die InnoProfil-Initiative „INKA - Intelligente Katheter“ und das ForMaT „TASC - Telemedical Acute Stroke Care“ durch das BMBF in ihrem Vorgehen bestärkt.

Nach Angaben von Professor Georg Rose, einer der KOMET-Macher, sind inzwischen rund 35 Professuren der Uni Magdeburg in das Kompetenzzentrum eingebunden. Die Vielfalt der Lehrstühle und Institute reiche dabei von den Ingenieuren und Medizinern über die Informatiker bis hin zu den Betriebswirtschaftlern. Für ihn sei das „Match Making“ ein spannender anregender Versuch, Unternehmer und Wissenschaftler schnell und unbürokratisch an einen Tisch zu bekommen. Nicht ein freundlicher Smalltalk soll dabei über die Bühne gehen, sondern die Unternehmen sollen mit ihren Fragen schnell an die Wissenschaftler kommen, die ihnen vielleicht Antworten liefern können.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert diesen schnellen Technologietransfer im Rahmen von KOMET mit bis zu 50.000 Euro je Vorhaben bei einer Laufzeit zwischen zwölf und 18 Monaten.


             
Informationen zum InnoProfil INKA finden Sie hier. Informationen zum ForMaT TASC erhalten Sie hier.


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