Im blickpunkt

Sicherheit ist mehr als Security

Das Thema Sicherheit in öffentlich zugänglichen Räumen ist aktuell, emotional und wird mit allen scheinbaren Widersprüchen diskutiert. Das wurde schon beim Start des Innovationsforums "ISI4people" in Berlin deutlich.

Die strategische Zielsetzung des Innovationsforums ISI4people ist die Konzeptentwicklung für ein innovatives Produkt- und Dienstleistungspaket für die Sicherheit von Personen in öffentlichen Infrastruktursystemen. Das Bedürfnis der Menschen nach maximaler Sicherheit soll mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Betreiber und ihrer Forderung nach effizienten und bezahlbaren Systemen verbunden werden.

Eingeladen hatten die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU), die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), die Technologiestiftung Berlin (TSB) und die Innovationsagentur Verkehr und Mobilität auf das Gelände des EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg. Dieser Ort ist vor allem bekannt durch die Talkshow mit Günther Jauch im alten Gasometer.

Professor Uwe Meinberg von der BTU Cottbus machte zu Beginn die Vielfalt des Themas deutlich. So sind beispielsweise auf einem großen Bahnhof die Sicherheitsinteressen jeweils aus dem Blickwinkel des Betrachters zu bewerten. Die Polizei braucht einen Überblick, um auf kritische Situationen sofort reagieren zu können. Die Bahn benötigt verlässliche Informationen, um den Strom der Fahrgäste z. B. bei Störungen gezielt leiten zu können. Die Fahrgäste möchten schnelle und sichere Informationen bei strikter Einhaltung des Datenschutzes. Diese berechtigten Interessen mit einem ganzheitlichen Informations- und Überwachungssystem unter einen Hut zu bekommen – dieser Herausforderung werde sich das Innovationsforum stellen.

ISI4people ist auf den Aufbau eines regionalen Netzwerks im Bereich der Sicherheitswirtschaft für integrative Sicherheitslösungen in der Region Berlin-Brandenburg ausgerichtet. Durch das Innovationsforum soll das Profil der Region als Standort der Sicherheitswirtschaft, Logistik und Interaktiven Kommunikationstechnologien durch die Vorbereitung der Bildung eines interdisziplinären System-Anbieterverbundes gefestigt und weiterentwickelt werden.

Sechs Monate für viele Interessen

Dass das Ziel anspruchsvoll ist, machte Cathrin Plathe vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und Fabrikautomation in Magdeburg deutlich. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern hatte sie auf dem Flughafen Frankfurt a. M. untersucht, wie man eine Verbesserung der Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter erreichen kann, die auch wirtschaftlich machbar sein muss. Schon bei der Ist-Situation der Videoüberwachung wurden die unterschiedlichen Interessen von Polizei, Sicherheitsdiensten, Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften deutlich. Die vorhandenen technischen Systeme mit neuen innovativen Anlagen zu ergänzen, bedarf einer fundierten Analyse, ausreichend Zeit zum Interessensabgleich und auch neuen technischen Lösungen bzw. Dienstleistungen, die heute noch nicht auf dem Markt sind. 

Im Rahmen des sechsmonatigen Forums sollen vor allem relevante regionale Netzwerke, Unternehmen, Endnutzer, Forschungseinrichtungen unterschiedlicher Ausrichtung mit Anwendern aus dem In- und Ausland zusammengeführt werden. Die Diskussion und Entwicklung einer themenbezogenen Plattform steht hier im Mittelpunkt. Arbeitsthemen werden u. a. die Kombination bestehender und neuer Technologien, die Ökonomie der Sicherheit, die Kommunikation zwischen handelnden Personen, die Dynamisierung stationärer und mobiler Leitsysteme und die Möglichkeiten von sicherheitsrelevanten Simulationen sein.



Weitere Informationen zum Innovationsforum ISI4people finden Sie hier.


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