Im Blickpunkt

Zwischen Mikro und Makro - Centifluidic Technologies setzt auf Miniaturisierung

Die ständige Verkleinerung von verschiedenartigen Bausteinen technischer Geräte bei gleichzeitiger Erhöhung der Funktionsdichte ist seit etwa drei Jahrzehnten ein Ziel vieler Entwicklungen in Wissenschaft und Technik. Dahinter steht der Wunsch nach steigender Leistung und Geschwindigkeit. Der neue Parchimer Wachstumskern Centifluidic Technologies möchte mit seinem neu gegründeten Forschungsverbund im Nordosten der Republik diese Entwicklung mitgestalten.

Beispiel aus der Produktpalette: Microzahnringpumpe der HNP Mikrosysteme GmbH

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhaben haben sich neun Unternehmen mit Bereichen der Universitäten Rostock und Greifswald, dem Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und dem Beckmann-Institut aus Oelsnitz zusammengetan, um eine innovative Produktpalette zwischen Mikro- und Makrotechnologie zu entwickeln.

Fördermittel stehen hierfür von 2012 bis 2014 zur Verfügung, wie Dirk Meinunger vom BMBF auf der Auftaktveranstaltung in Parchim mitteilte.

Gebündeltes Knowhow für marktfähige Produkte

Die Federführung hat die Parchimer Firma HNP Mikrosysteme GmbH übernommen. Ihr Geschäftsführer Dr. Thomas Weisener ist zugleich Koordinator des Wachstumskerns. Er will mit dem Wachstumskern in den kommenden drei Jahren die technische Grundlage zur Umsetzung neuer Produkte auf dem Markt schaffen. Die wissenschaftliche Koordination des Projektes übernimmt Professor Hermann Seitz, der den Lehrstuhl Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik an der Fakultät Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock leitet.

Bei "Centifluidic Technologies" dreht sich alles um das zuverlässige Fördern, Mischen und Dosieren von Flüssigkeiten. Zum Einsatz kommen sollen Produkte in den Bereichen Maschinen-und Anlagenbau, Bioanalytik und Medizintechnik.

In insgesamt acht Verbundprojekten mit einzelnen thematischen Schwerpunkten geht es in den nächsten drei Jahren um Grundlagenforschung und um die Entwicklung konkreter Produktprototypen.
Die entwickelten Systeme ermöglichen z.B. eine Untersuchung der Wirksamkeit von Medikamenten auf Einzelzellen, das Mischen von Reagenzien für Allergieschnelltests in Testkassetten, die präzise Dosierung von Schmerzmitteln für Patienten oder das Fördern von kleinsten Fördermengen in der Chemischen Industrie, mit Abmessungen im Zentimeter- und Millimeterbereich.

Prototypen in der Medizintechnik

Die HNP Mikrosysteme GmbH bringt das nötige Knowhow mit, um noch beständigere Werkstoffe für Minipumpen oder für medizinische Schläuche, Filter und Geräte zu entwickeln. Die Parchimer Hightech-Pumpen im Miniaturformat gelten schon jetzt als besonders geeignet, um aggressive Chemikalien oder gefährliche Medikamente zu transportieren.

Ein weiterer Partner ist das Unternehmen Diagnostische Systeme und Technologien GmbH aus Schwerin. Der Geschäftsführer Dr. Lars von Oleschik-Elbheim stellte eine Allergietestkassette vor, so klein wie ein Smartphone. Es ist der erste Point-of-Care-Allergietest, der mit nur wenigen Tropfen Blut in einem Schnelltest gleichzeitig bis zu 20 allergische Reaktionen testen kann. Dieses medizinische Produkt soll beispielsweise im Wachstumskern weiterentwickelt werden.

Auch Dr. Dirk Forberger von der RoweMed AG in Parchim freut sich, Partner im Wachstumskern zu sein. Seine Firma übernimmt die Rolle des Kunststoffspezialisten. „Wenn es im Miniaturbereich um Gehäuse und Leitungen aus Kunststoff geht, da fühlen wir uns wohl“, so Forberger, der schon eine Menge Erfahrung in der Entwicklung innovativer Medizinprodukte mitbringt.

Für diese und andere Marktsegmente müssen nun entsprechende Produkte entwickelt werden, um bei der rasanten Entwicklung mithalten zu können. Bereits jetzt sind die Projektpartner gut aufgestellt. Bis 2020 rechnet Thomas Weisener mit 200 zusätzlichen Arbeitsplätzen.

 


Weitere Informationen zum Innovativen regionalen Wachstumskern Centifluidic Technologies finden Sie hier.


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