Im Blickpunkt

Deutschlands dynamischste Logistikregion bekommt wissenschaftliche Unterstützung

Schon in den letzten fünf Jahren haben André Ludwig und sein Team an der Universität Leipzig im Rahmen einer InnoProfile-Initiative neue IT-Lösungen für die Logistik entwickelt. Jetzt ist Ludwig zum Junior- und Stiftungsprofessor ernannt worden. Bis 2017 wird er das Anschlussprojekt, die InnoProfile-Transfer-Initiative „Logistik Service Engineering und Management (LSEM)“ leiten. Zum fulminanten Start kamen mehr als 100 prominente Gäste nach Leipzig.

Auch Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlock betonte die hohe Relevanz von Ludwigs Forschung. „Die Unternehmen in der Region können von der Zusammenarbeit im Rahmen der Stiftungsprofessur profitieren“, meinte der Minister.

In der Logistikregion Leipzig-Halle, die laut einer Studie die dynamischste Deutschlands ist, arbeiten rund 17.000 Menschen in entsprechenden Unternehmen. DHL hat am Flughafen Leipzig-Halle seinen europäischen Hauptumschlagplatz. Auch für Amazon, Porsche und BMW, die sich hier angesiedelt haben, ist Logistik essenziell. Ohne moderne Software sind die komplexen Transportprozesse heute allerdings nicht denkbar. „Es gibt einen engen Schulterschluss zwischen Logistik und IT“, betonte Professor Uwe Arnold, Manager des Logistik-Netzwerks Leipzig-Halle e.V., einer der Stifter von Ludwigs Professur. Für die SALT Solutions GmbH, ebenfalls ein Stifterunternehmen, sind Manpower und Ideen das Wichtigste. „Neue Trends erfassen und diese für die Region nutzbar machen“, das steht für Jörg-Friedrich Schaible von SALT Solutions im Vordergrund.

Pressekonferenz zum Start der Stiftungsprofessur an der Leipziger Uni: Jörg-Friedrich Schaible, SALT Solutions GmbH, Prof. Uwe Arnold, Manager Logistik-Netzwerk Leipzig-Halle e.V., Ministerialrat Hans-Peter Hiepe, BMBF, Prof. Dr. André Ludwig, Prof. Dr. Bogdan Franczyk, Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Uni Leipzig, und Prof. Dr. Johannes Ringel, Dekan Wirtschaftswissenschaften Uni Leipzig (v. l. n. r.)

„Könner brauchen Gönner!“

So drückte es die Präsidentin des Hochschulrates der Universität Leipzig, Professorin Monika Harms, zum Start der Stiftungsprofessur aus. Und Gönner hat André Ludwig genug. Insgesamt sechs Firmen unterstützen den 33-jährigen Wirtschaftsinformatiker. 240.000 Euro werden die Unternehmen in den kommenden fünf Jahren in die Professur investieren. Mit weiteren 2,7 Millionen Euro vom BMBF werden bis 2017 fünf Mitarbeiter und der Aufbau eines Forschungslabors finanziert. Im Rahmen des InnoProfile-Transfer-Projekts will Ludwig ein so genanntes „Living Lab“ ins Leben rufen. Ab Anfang 2013 sollen dort alle Akteure einer Transportdienstleistung an einen Tisch kommen und gemeinsam neue Lösungen finden.

Planen, steuern, kontrollieren

Das ist notwendig, weil logistische Prozesse heute nicht mehr allein von einem Unternehmen ausgeführt werden. Lagerung, Transport und Umschlag übernehmen verschiedene Dienstleister. Mehrwertlogistik nennt sich das. Durch die unterschiedlichen Akteure können beim Datentransfer Probleme entstehen. Deshalb will Professor Ludwig mit seinem Team ein Cloud-basiertes Logistik-System entwickeln. Damit werden sämtliche Daten des Transportprozesses jederzeit im Internet abrufbar sein. Ein weiterer Vorteil: In die Software können verschiedene Computersysteme integriert werden. Auf diese Weise sollen Logistik-Dienstleister künftig die Bewegung der Güter besser überwachen können.

André Ludwigs Professur wird aber nicht nur den Unternehmen von Nutzen sein, sondern auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Ab diesem Wintersemester können Bachelor-Studenten an der Leipziger Uni eine Spezialisierung in Logistik-IT-Systemen absolvieren und ab nächstem Sommersemester wird es diese Spezialisierung auch im Masterstudium geben. „Wir wollen die Thematik hier vertiefen und den Logistikstandort Leipzig weiter stärken“, so Ludwigs ehrgeiziger Plan für die nächsten Jahre.

 

Weitere Informationen zur InnoProfile-Transfer-Initiative LSEM finden Sie hier.


nach oben