Im Blickpunkt

Lebendige Logistik in Leipzig

Es ist ein Meilenstein für Juniorprofessor Dr. André Ludwig, Leiter des InnoProfile-Transfer-Vorhabens „Logistik Service Engineering und Management“ (LSEM): Am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig ist das erste Logistics Living Lab Deutschlands eröffnet worden. Ludwig und sein Kollege Prof. Dr. Bogdan Franczyk sind die Initiatoren des lebendigen Labors. Das 120.000-Euro-Projekt ist ein wichtiger Bestandteil der LSEM-Initiative.

Cooles, futuristisches Design, verbunden mit modernster Technik – so präsentiert sich das brandneue Logistics Living Lab in Leipzig. Demnächst werden hier Logistik-Fachleute gemeinsam mit Wirtschaftsinformatikern entwickeln, entdecken, und experimentieren. „Das Logistics Living Lab stellt an einzelnen Stationen die logistische Kette dar – vom Hersteller über den Spediteur bis hin zum Endkunden“, erklärt Ludwig.

Im Logistics Living Lab mit Kreativlounge (oben rechts) sowie Demo- und Werkstattbereich können Forscher und Logistiker künftig gemeinsam experimentieren.




Dabei geht es um komplexe Logistikdienstleistungen. Meist habe jeder einzelne Akteur in einer Waren-Lieferkette seine eigene IT-Infrastruktur, sagt Ludwig. Diese verschiedenen Systeme künftig zu integrieren, ist eine der Herausforderungen des neuen Logistics Living Lab. Nur so kann die Flexibilität und Transparenz logistischer Prozesse sowie ein reibungsloser Warenfluss ermöglicht werden. Alle Akteure wie Fracht-Verlader, -Empfänger oder Logistikdienstleister können in dem Labor demnächst Forschungsergebnisse testen und ihre Erfahrungen und Sichtweisen einbringen. Es steht Logistikunternehmen, Forschungsinstituten sowie Studenten offen.

Eine logistische Spielwiese

In der Kreativlounge sitzen und Ideen austauschen, im Demonstrationsbereich die Prototypen neuer Hard- und Software testen und in der kleinen Werkstatt experimentieren – so lebendig soll es demnächst im Leipziger Logistiklabor zugehen. Die drei Bereiche sind in einem großen Raum angelegt und offen zugänglich. Im Werkstattbereich gibt es sogar unterschiedliche Technologien zum Anfassen, Testen und Umbauen, wie etwa Chips, Scanner oder RFID-Transponder.

Bereits zur Eröffnung war das Interesse am Testen und Ausprobieren im Leipziger Logistiklabor groß.
Mit dem Logistics Living Lab verfolgen André Ludwig und sein Kollege Bogdan Franczyk eine ganz klare Idee: Logistische Probleme sollen künftig gemeinsam angepackt und kreative Lösungen dafür gefunden werden. Bei den Fachleuten kommt das an. „Wir brauchen genau so etwas wie das Logistics Living Lab“, meint Erik Wirsing, Leiter Zentrale Innovation, DB Schenker AG zur Eröffnung. Wenn alle an einem Tisch sitzen, könnten neue Ideen viel schneller auf den Markt kommen, sagt Wirsing. Dass sich die Leipziger Universität damit zum perfekten Partner für Logistik-Unternehmen entwickelt und ihr Ausbildungsangebot in dem Bereich enorm verbessert, freut auch die Rektorin, Prof. Dr. Beate Schücking, die zur Eröffnung gekommen war. Für die nahe Zukunft ist bereits ein zweites Labor geplant. Die Räumlichkeiten dafür hat die Universität den Wirtschaftsinformatikern schon zugesagt.


Weitere Informationen zur InnoProfile-Transfer-Initiative LSEM finden Sie hier.

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