Im Blickpunkt

Magnesium kommt!

Jedes Jahr wird es voller im öffentlichen Workshop des sächsischen Wachstumskerns TeMaKplus. Die über 100 Teilnehmer fanden kaum Platz im Sitzungssaal des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Dresden. Vertreter aller großen deutschen Premium-Automobilhersteller waren dabei und selbst aus dem fernen Südkorea kamen Gastredner angereist.

Diese maximal einen Millimeter dicken Lampenreflektoren stellt der Olbernhauer Wachstumskernpartner OTEC & Jordan GmbH & Co. KG aus Magnesium her.
„Das Interesse an Magnesium steigt ständig“, stellte TeMaKplus-Sprecher Dr. Hans-Peter Vogt zu Beginn der Veranstaltung fest. Und die Partner des Wachstumskerns leisten dazu einen wichtigen Beitrag. So haben sie in den letzten Monaten eine noch höhere Haltbarkeit und bessere Korrosionsbeständigkeit der Magnesiumknetlegierungen erreichen können. Außerdem ist das Material mit anderen üblichen Metall-Legierungen kompatibel. Es kann mittlerweile in sehr geringen Stärken von bis zu maximal einem Millimeter produziert werden. Durch die Verarbeitung vom Coil, also vom aufgewickelten Metallband, ist die Produktivität im Vergleich zu anderen Herstellungsverfahren sehr hoch. Wachstumskernpartner wie die OTEC Jordan GmbH & Co. KG nutzen Magnesiumlegierung bereits zur Produktion von Lampenreflektoren mit sehr komplexen Oberflächen. Selbst für Elektronik-Bauteile in der Luft- und Raumfahrt wird Magnesium im Rahmen von TeMaKplus erprobt.

Leichtere Autos dank Magnesium

Aufgrund ihres großen Potentials zur Gewichtseinsparung werden Magnesiumbauteile für die Automobilindustrie immer interessanter. Insbesondere für die Produktion von Elektroautos sind leichte Karosserien gefragt. Innerhalb des Wachstumskerns wurden bereits Autotüren und Sitzrückwände als Prototypen entwickelt. Nun geht es darum, den Preis des Magnesiumflachmaterials so zu senken, dass es auch für die Serienproduktion interessant ist. Kostenziel sind 6 Euro pro Kilogramm. Bereits in drei bis vier Jahren sollen die ersten Audi A8 mit speziellen Magnesiumbauteilen ausgestattet werden. Auch für Volkswagen ist das Material interessant. Schließlich ist bis 2020 von der EU ein CO2-Ausstoß von maximal 95 Gramm pro gefahrenen Kilometer vorgeschrieben. Momentan liegen die Werte bei mehr als dem Dreifachen. Eine Gewichtsreduzierung ist unvermeidbar, um Verbrauch und CO2-Ausstoß zu senken.

Eine solche Leichtbau-Autotür aus Magnesium wurde bei TeMaKplus bereits als Prototyp produziert.

Für leichtere Autos wurden bisher überwiegend Aluminium und hochfeste Stähle eingesetzt, da Magnesiumbauteile noch zu teuer sind. In einem Prototyp hat VW aber bereits Magnesiumbleche in Kotflügeln, Dach, Front- und Heckklappen verbaut. Crashtests zeigten ein sehr gutes Materialverhalten. Und die Gewichtseinsparungen sind enorm: 20 Prozent gegenüber Aluminium und sogar bis zu 60 Prozent gegenüber Stahl. Neue Verarbeitungstechnologien und Fügetechniken für Magnesium sind nun gefragt. Herausforderungen, denen sich auch TeMaKplus stellen will. Eins steht schon jetzt fest: Mit ihren Ideen und Entwicklungen zur Anwendung von Magnesiumknetlegierungen liegen die Wachstumskernpartner genau im Trend.


Nähere Informationen zum Wachstumskern TeMaKplus finden Sie hier.


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