Im Blickpunkt

Intelligentere Elektromobilität

Bis 2030 sollen nur noch die Hälfte aller Fahrzeuge in Großstädten mit Verbrennungsmotoren fahren – so die Vorgabe der EU. Doch bis dahin muss die Nutzung von Elektroautos attraktiver werden. Ingenieure und Informationstechniker der TU Chemnitz der InnoProfile-Transfer-Initiativen GINKO und GPZV arbeiten daran. Insbesondere geht es ihnen um die Zuverlässigkeit der Elektromobile und einen effizienteren Ladevorgang. Ein Jahr nach dem Start ihrer Projekte trafen sich die Teams zum Statusseminar.

In Deutschland gibt es inzwischen über 2.800 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Doch wie finden die Fahrer eine solche Station und vor allem die richtige für ihr Fahrzeug? Schließlich gibt es verschiedene Ladesysteme, die mit entsprechend unterschiedlicher Software funktionieren. In dem Projekt „Generische Infrastruktur zur nahtlosen energetischen Kopplung von Elektrofahrzeugen“ (GINKO) wollen die Chemnitzer Wissenschaftler gemeinsam mit regionalen Unternehmen ein System entwickeln, das die Elektromobil-Fahrer zur rechten Zeit zum rechten Ort führt.

Hingucker beim Statusseminar und etwas größer als das geplante Forschungsauto von GINKO: das Hochleistungselektrofahrzeug der Firma FES-AES GmbH Zwickau
Das heißt, schon wenn die Akkus schwach werden, reagiert das System und navigiert den Nutzer zur nächstgelegenen Ladestation. Dort soll die Energie nicht mehr von Hand, sondern voll automatisiert getankt werden. Ein Roboterarm hilft dabei. Selbst der Stromtransfer und die Abrechnung der getankten Energie erfolgen über das neue System. Außerdem entwickeln die Chemnitzer ein Kommunikationsprotokoll, das für Kompatibilität zwischen Elektroautos verschiedener Hersteller und Ladestationen unterschiedlicher Netzbetreiber sorgt.

Null Fehler im System

Die verschiedenen Technologien sollen zuverlässig miteinander arbeiten. Dafür sorgen die Wissenschaftler des Projekts „Generische Plattform für Systemzuverlässigkeit und Verifikation“ (GPZV). Das Team arbeitet unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Christian Pätz, der die Stiftungsprofessur „Systemzuverlässigkeit in Elektromobilität und Energiemanagement“ innehat. Seinem Team geht es um eine neue Sicht auf so genannte cyber-physische Systeme wie Hardware, Software und Kommunikation.

Diese sollen als Black Box betrachtet und deren Zuverlässigkeit mit ganz neuen Methoden getestet werden. Im Bereich Elektromobilität wird die Zuverlässigkeit des gesamten Systems – vom Antrieb über das Energiemanagement bis hin zur Fahrdynamik – auf diese Weise getestet und optimiert. Um die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis überführen zu können, wollen die GINKO-Forscher in den nächsten zwei Jahren ein elektrisch betriebenes Forschungsfahrzeug mit den von ihnen entwickelten Systemen ausstatten.


Weitere Informationen zur InnoProfile-Transfer-Stiftungsprofessur GPZV finden Sie hier. Hier stellen wir Ihnen nähere Informationen zum InnoProfile-Transfer-Verbundprojekt GINKO zur Verfügung.


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