Im Blickpunkt

Von der Rolle: Faserverbundwerkstoffe in Großserie

Leichte Werkstoffe sind gefragt, insbesondere in der Auto- und Luftfahrtindustrie oder zur Herstellung von Windrädern. Leicht und vielseitig einsetzbar sind auch thermoplastische Faserverbundwerkstoffe. Sie wiegen 50 Prozent weniger als Stahl und sind sogar 30 Prozent leichter als Aluminium. Der Chemnitzer Wachstumskern thermoPre® will deren Potenzial nutzen und sie mit verbesserten Eigenschaften in großen Serien günstig produzieren. Auf einer Fachtagung stellte sich der Wachstumskern jetzt erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor.

Das Interesse an der Veranstaltung war groß. 164 Vertreter aus Industrie und Wissenschaft kamen nach Chemnitz, darunter auch Fachleute aus Österreich und der Schweiz. Gemeinsam diskutierten sie über die Möglichkeiten der Produktion von Faserverbundwerkstoffen in einem durchlaufenden Prozess mit nur einer Anlage.

Auf der Faserspreizanlage des Cetex Instituts für Textil- und Verarbeitungsmaschinen gGmbH werden Verstärkungsfasern wie diese Kohlenstofffasern ausgerichtet (Bild: thermoPre e.V./H. Schmidt).
Bisher finden die verschiedenen Herstellungsprozesse separat statt, oftmals sogar an verschiedenen Orten, bei unterschiedlichen Unternehmen. Das dauert lange und ist sehr kostenintensiv. Wenn jedoch das Granulieren und Aufschmelzen des Kunststoffs sowie das Einbringen der textilen Verstärkungsstruktur und die Imprägnierung in einer Direktverarbeitungsanlage stattfinden, könnte der gefragte Werkstoff von der Rolle produziert werden. Das spart Kosten und Zeit. Genau daran arbeitet das Team des Wachstumskerns thermoPre®.

Starkes Bündnis für ein neues Produktionsverfahren

Uwe Hartmann, ERMAFA, Wolfgang Kempt, Ellen Harzendorf und Wolfgang Nendel, TU Chemnitz, sowie Hans-Jürgen Heinrich, Cetex Institut (v.l.n.r.) mit einer Thermofolie von der Rolle an einer Versuchsanlage der TU Chemnitz (Bild: TU Chemnitz/W. Schmidt).
Die Ingenieure des federführenden Unternehmens, der Chemnitzer ERMAFA Sondermaschinen und Anlagenbau GmbH, arbeiten dabei eng mit Firmen wie der Karl Mayer MALIMO Textilmaschinenfabrik GmbH und Forschungspartnern wie der TU Chemnitz zusammen. Auch die Volkswagen Sachsen GmbH gehört zu den assoziierten Partnern. Die neue Technologie soll zum Beispiel für die Herstellung von Crashaufprallträgern oder Motorträgern von Autos genutzt werden. Außerdem könnten Treibstofftanks von Trucks oder Flügel von Windkraftanlagen auf diese Weise produziert werden.

Wenn thermoPre® seine Vorhaben umsetzt, würden in der Region Chemnitz 180 Arbeitsplätze geschaffen und ein Umsatzplus im zweistelligen Millionenbereich erwirtschaftet werden. Die Chancen dafür stehen gut, denn auf der Chemnitzer Fachtagung haben sich bereits viele Interessenten gemeldet, die ihr Know-how in das innovative Bündnis einbringen wollen.


Weitere Informationen zum Innovativen regionalen Wachstumskern thermoPre® stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.

nach oben