Im Blickpunkt

Plasmamedizin ist mit „Campus PlasmaMed“ in der Klinik angekommen

Die Forschung zur Anwendung von kaltem Plasma in der Medizin ist aus Greifswald nicht mehr wegzudenken. Unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) hat sich Greifswald zu einem international anerkannten Forschungsstandort für Plasmamedizin entwickelt.

Das Innovationsforum Plasma Plus Bio führte 2005 erstmals gezielt Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Plasmamedizin in Greifswald zusammen. Was damals noch recht überschaubar im Nordosten Deutschlands begann, wuchs schnell zu einem innovativen Netzwerk heran, indem sich Physiker, Biologen, Ingenieure und Mediziner vereinten. Der „CampusPlasmaMed“, der im Rahmen des Programms „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“ gefördert wurde, hat dann die anwendungsorientierte Forschung zur Plasmamedizin in Greifswald nach den Worten von Professor Klaus-Dieter Weltmann zur „Weltspitze“ geführt. Der Direktor des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) und Sprecher von CampusPlasmaMed überzeugte mit seinen erreichten Zielen. Am Ende der BMBF-Investitionsphase steht eine interdisziplinär arbeitsfähige strukturübergreifende Organisationsform.

DAS BMBF förderte den Campus PlasmaMed über fünf Jahre. Eines der Ergebnisse: der PlasmaPen zur Unterstützung der Wundheilung als zertifiziertes Medizinprodukt, hier betrachtet von Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann (links) und Hans-Peter Hiepe.
Aus der Zusammenarbeit der bisherigen Partner, den Universitäten Rostock, Greifswald und der Charité Berlin, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen gingen im Sommer 2013 ein Kaltplasmagerät zur Verbesserung der Wundheilung als Medizinprodukt und Prototypen für fünf weitere Plasmageräte hervor. Der Campus PlasmaMed kann 148 Publikationen vorweisen, hat ein internationales Journal „Clinical Plasma medicine“ hervorgebracht und 2011 an der Universitätsmedizin Greifswald die erste Professur für Plasmamedizin eingerichtet.

„Das BMBF hat unter der Dachmarke Unternehmen Region rund 30 Millionen Euro in die Plasmamedizin in Greifswald investiert“, berichtete Ministerialrat Hans Peter Hiepe auf der Abschlussveranstaltung, „jetzt sind wir dabei, zu ernten, was wir gesät haben“. „Am Ende so einer Förderung soll ein Konsortium stehen, das über den Zeitraum hinaus besteht. Hier steht nun ein Nationales Zentrum der Plasmamedizin, dies ist ein wunderbarer Gang der Geschichte“, sagte Hiepe.

Das Nationale Zentrum für Plasmamedizin wurde im Sommer 2013 gegründet. Der Vorsitzende, Professor Hans-Robert Metelmann, Direktor der Klinik für Mund-Kiefer und Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Greifswald, hat in diesem Zentrum die Plasmamediziner Deutschlands vereint. Eine große Zukunft für die Plasmamedizin sieht er in der Krebsmedizin. „Bei Tumoren im Gesicht haben wir zur Behandlung bisher das Skalpell und die Chemotherapie. Danach muss der Patient meist mit rekonstruierten Teilen des Gesichts weiterleben. Wenn wir hier mit dem Zelltod durch Plasma Fortschritte erzielen können, haben wir viel erreicht.“ Mit dem Nationalen Zentrum für Plasmamedizin ist es möglich, sich schnell diesen Fragen zuzuwenden, erläuterte Metelmann.


Nähere Informationen zur Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative Campus PlasmaMed finden Sie hier.

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