Im Blickpunkt

Mehr Sicherheit beim Batterietransport

Elektromobilität ist in aller Munde. Eine Million der sauberen Gefährte sollen bis 2020 auf unseren Straßen fahren. Doch die Lithium-Ionen-Batterien, mit denen sie angetrieben werden, bergen einige Risiken, vor allem wenn sie beschädigt sind. Das Innovationsforum Modelllösung Logistik für Elektrofahrzeuge – LOeMO – hat sich dieser Problematik gewidmet.

Um Elektrofahrzeuge mit einer guten Antriebsleistung auszustatten, gibt es inzwischen Lithium-Ionen-Zellen mit elektrischen Stromstärken von mehr als 25 Amperestunden. Damit sind die Batterien an der Grenze ihrer Energiedichte und das Gefahrenpotenzial steigt. „Ein Zehntel der Batterien sind beschädigt“, weiß Dr. Thomas Forchert von der Firma CELONO. In Zukunft kann das noch mehr werden. Denn mit der zunehmenden Produktion elektrisch betriebener Automobile müssen auch größere Mengen Batterien transportiert und montiert werden.

Ideenaustausch in kreativem Ambiente: Im Projekthaus METEOR der TU Chemnitz fand die Abschlussveranstaltung des Innovationsforums LOeMO statt.
Transportwege gibt es viele, denn hergestellt werden die Batterien in Asien. Von dort gelangen sie per Flugzeug und LKW zur Automobilfabrik in Deutschland und dann zum Endkunden. Dabei können die Batterien Schaden nehmen, ohne dass es sofort bemerkt wird. "Die Batterien haben die Besonderheit, dass zwischen Beschädigung und Entzündung eine zum Teil erhebliche Zeit liegen kann“, erläutert Dr. Jürgen Ude, Geschäftsführer der Automotive Cluster Ostdeutschland GmbH. Sie brauchen deshalb eine spezielle Verpackung, die einen sicheren Transport gewährleistet. So sicher, dass auch beschädigte Batterien nicht sofort in Flammen aufgehen oder giftige Dämpfe austreten.

Konkrete Ideen für die Praxis

Auch wenn es bereits Vorschriften zum Transport von Lithium-Ionen-Batterien gibt, konkrete Gefahrgutregelungen für beschädigte Batterien fehlen noch. Die Risiken sind nicht zu unterschätzen. Deshalb sollte die Verpackung Stöße und Vibrationen verhindern sowie für ausreichend Belüftung sorgen.

Verbesserungswürdig: So sehen die Verpackungen für Lithium-Ionen-Batterien derzeit aus.
Die Teilnehmer des Innovationsforums erachten es als dringend notwendig, ein branchenweites Konzept für die Verpackung und Entsorgung von Lithium-Ionen-Batterien aufzustellen. In verschiedenen Workshops haben sie bereits Ideen für neue Behältersysteme entwickelt, mit denen beschädigte Batterien transportiert werden können. Ein spezieller Füllstoff, so genannte Pyro Bubbles, können im Extremfall austretende Flüssigkeit aufnehmen und so Entzündungen verhindern. Mit RFID-Chips lassen sich die Batterien jederzeit lokalisieren.

Wichtig sei es auch, das Personal von Logistik- und Automobilunternehmen zu schulen und die Kompetenzen in der Brandschutz- und Löschtechnik auszubauen, so die Teilnehmer des Forums. Ihr künftiges Ziel ist es, strategische Bündnisse zwischen den großen Automobilherstellern, kleinen und mittleren Unternehmen sowie wissenschaftlichen Einrichtungen aufzubauen. Besonders in Sachsen bieten sich dafür gute Möglichkeiten. Schließlich hat die BMW AG gerade die Produktion ihrer ersten Elektroautos in Leipzig gestartet.

Weitere Informationen zum Innovationsforum LOeMO finden Sie hier.


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