Im Blickpunkt

Have it yourway – mit einer maßgeschneiderten Reise-App

Die „Mobile semantische Navigation und Information“ ist als WK-Potenzial-Initiative abgeschlossen. In Potsdam präsentierten die Partner „jourway“ – eine neue Technologie, die heterogene und dynamische Daten automatisch aufbereitet und verknüpft. Content-Lieferant war die Tourismusbranche der Region Berlin-Brandenburg. „jourway“ soll sich europaweit etablieren.

Führt das linke Hauptbahnhof-Portal oder das rechte oder vielleicht das geradeaus zum Alten Markt? – Der Gefragte schüttelt den Kopf: „Bin auch nicht von hier.“ Draußen verhindert dichtes Schneegestöber jegliche Orientierung. Nichts zu sehen von Potsdams markanten Gebäuden. Eine nahe Baustelle ist zu erahnen. Sinnigerweise ist „Mobile semantische Navigation und Information“ Thema der Veranstaltung, die gleich beginnt. Die WK-Potenzial-Initiative MSNI präsentiert, was zwei Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf dem Gebiet ergeben haben.

Junior-Projektmanager Ole Roloff ist an der Software-Entwicklung von „jourway“ beteiligt.
„jourway“ heißt der Demonstrator einer neuen Technologie, die Daten aufbereitet und verknüpft und vor allem im touristischen Bereich ihren Einsatz haben soll. Netzwerkmanager Thomas Schweer schaut aus dem Fenster: „Bei diesem Wetter heute“, meint er, „könnten Fremde „jourway“ gut gebrauchen.“ Wohl wahr. Sich stressfrei durch eine unbekannte Stadt zu bewegen, sicher zum gewünschten Ziel geleitet und dabei auf aktuelle Baustellen aufmerksam gemacht zu werden – wer wünscht sich nicht solch einen zuverlässigen Führer für die Jacken- bzw. Reisetasche. „Have it yourway“ – ist der Slogan für die gebündelten Funktionen, die Reisenden in der Region Berlin-Brandenburg hilfreiche Infos geben – auf dem eigenen Computer oder vor Ort als webbasierte Apps.

Neue Technologie knüpft enges Datennetz

Junior-Projektmanager Ole Roloff hat der Anschaulichkeit wegen Lisa und Mark aus Rostock erfunden. Das fiktive Paar sitzt in einem Potsdamer Hotel beim Frühstück und registriert sich bei „jourway“. Ole Roloff demonstriert, wie sie sich den eigenen Bedürfnissen entsprechend ein Profil erstellen. Lisa und Mark interessieren sich für Kultur und gute Gastronomie. Da kann „jourway“ etliche Vorschläge machen. Und bietet sogar von sich aus Alternativen an, etwa wenn das Wetter ungeeignet ist für einen Spaziergang durch Sanssouci.

Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Restaurants und Cafés ... – Lisa und Mark stellen ihre Favoritenlisten zusammen, „jourway“ macht daraus Routen-Vorschläge. Das Ehepaar kann aber auch auf fertige Routen zugreifen – hinterlegt mit Daten, die von den Tourismusanbietern geliefert werden. Nach Belieben kann man sich per aktuellen Luftbildern, Schrägbildern oder im 3D-Modus durch den Stadtraum von A nach B navigieren lassen.

Routen lassen sich in „jourway“ u.a. in der 3D-Ansicht virtuell darstellen, wie hier die Umgebung des Berliner Fernsehturms.
„Da wird ein riesiges detailliertes, qualitätsgesichtertes Datennetz im Hintergrund geknüpft“, betont Netzwerkmanager Schweer: „Die Summe der eingebundenen Technologien und die hohe Wertigkeit von Datenschutzaspekten machen das MSNI-Framework und die ,jourway-Apps‘ einzigartig.“

Stefan Pfennigschmidt vom Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme FOKUS erläutert die Funktion der App am Beispiel des Wetters. Das wird in einem Zeitraster von 15 Minuten von einem Dienstleister geliefert. Aus den Rasterbildern wird dann bis auf Bezirksebene genau herausgefiltert, wo es warm ist, wo es regnet, wo die Sonne scheint... Auf dieser Grundlage, so Pfennigschmidt, könne „jourway“ verlässlich empfehlen, wann und wo das Wetter für Outdoor-Veranstaltungen, Radtouren oder Wanderungen günstig ist. Und wenn es regnet, bietet „jourway“ entsprechende Indoor-Alternativen an – immer abgestimmt auf die Interessen der Nutzer.

Die Anträge auf Weiterführung des Projektes sind in Arbeit. Ein marktfähiges Produkt braucht umfassende Lösungen, was Qualität, Datenschutz und Technologieintegration betrifft. Nicht zuletzt die unerlässliche Mehrsprachigkeit des Systems wird eine große Herausforderung sein. Zunächst wird „jourway“ auf der Mobile World in Barcelona und auf der ITB in Berlin vorgestellt.


Weitere Informationen zur WK-Potenzial-Initiative MSNI erhalten Sie hier.

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