Im Blickpunkt

"Invention Gründerpreis" geht an Greifswalder Wissenschaftler der Plasmatechnologie

Die Forscher am Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) wollen mit einem weiteren Medizinprodukt, das mit kaltem Plasma die Wundheilung fördern kann, auf den Markt. Für die Entwicklung von COLDPLASMATECH, einem EXIST-Forschungstransfer am INP Greifswald, erhielten vier Wissenschaftler und Unternehmensgründer den mit 20.000 Euro dotierten Invention Gründerpreis, der vom Verband DIE JUNGEN UNTERNEHMER (BJU) und der "Welt"-Gruppe verliehen wird.  

COLDPLASMATECH entwickelt ein Zwei-Komponenten-Gerät, das die physikalischen Besonderheiten von kaltem Plasma nutzt. In einer kleinen Box, dem Plasma-Cube, wird die notwendige Energie bereitgestellt, um in einer Wundauflage auf Kunststoffbasis das kalte Plasma aus Umgebungsluft zu erzeugen. Dieser sogenannte Plasma-Patch wird nur kurze Zeit auf die Wundoberfläche aufgelegt und ist in der Lage, viele Arten von Mikroorganismen einschließlich multiresistenter Bakterien abzutöten sowie die Wundheilung anzuregen. Nach mehrmaliger Anwendung im Abstand von 2 bis 3 Tagen ist bereits nach wenigen Behandlungen eine positive Beeinflussung der Wundheilung sichtbar, das haben bisherige Tests mit vergleichbaren Kaltplasmageräten ergeben. Mit der neuartigen Wundauflage sollen chronische Wunden schnell und effizient therapiert werden. Dies bedeutet nicht nur Hilfe für schwer heilbare Wunden, sondern auch erhebliche Kosteneinsparungen für das Gesundheitswesen.

Ein starkes Team: Stephan Krafczyk (v. li. nach re.), Dr. Carsten C. Mahrenholz ,Tobias Güra und Dr. René Bussiahn von COLDPLASMATECH. (Foto: INP Greifswald)  
„Wir konnten die Erfolge der jahrelangen Forschung des ZIK plasmatis und des Campus PlasmaMed am INP nutzen, um unser Gerät zu entwickeln. Ohne die Grundlagenforschung des ZIK wäre dies nicht möglich gewesen“, sagt Dr. Carsten Mahrenholz, der als Mikrobiologe und Chemiker sein Wissen in das Projekt einbringt. Unterstützt wird er von seinen drei Kollegen, die wie er seit Jahren am INP tätig sind. Dazu gehören Stephan Krafczyk, der Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat, der Medizinökonom Tobias Güra und der Physiker Dr. René Bussiahn.


Wenn alles gut geht, wird das Plasma-Patch Mitte 2015 sein Zertifikat als Medizinprodukt erhalten. Dann soll die komplexe Technologie des kalten Plasmas künftig unkompliziert, sicher und wirkungsvoll als Wundauflage für die Therapie von chronischen Wunden bereitstehen.

Mahrenholz sieht das Medizinprodukt als Ergänzung auf dem Markt der plasmamedizinischen Behandlungsverfahren. Mitte 2013 brachte die Greifswalder Firma neoplas tools GmbH, ebenfalls eine Ausgründung des INP, den kINPen® MED auf den Markt. Während der Plasmastift gezielt bei der Therapie von kleineren infizierten, schlecht heilenden Wunden angewendet werden kann, ist bei größeren Wunden die flächige Wundauflage einsetzbar.

Nähere Informationen zum ZIK plasmatis finden Sie hier. Informationen zur Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative Campus PlasmaMed stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.


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