Im Blickpunkt

Innovationsforum "Biointerfaces" in Heiligenstadt

Mehr als 140 Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker aus Thüringen, Hessen und Niedersachsen diskutierten am 16. und 17. März 2006 in Heiligenstadt im Rahmen eines Innovationsforums über Neuentwicklungen in der Biomedizin und Biotechnologie. Die Experten legten den Grundstein für das Entstehen eines interdisziplinären Netzwerks zwischen den Technologiefeldern Medizintechnik sowie der Bio- und Nanotechnologie.

Weil die Stärken der gesamten Region des Dreiländerecks gebündelt werden sollen, machten die Initiatoren (das Institut für Bioprozess- und Analysetechnik Heiligenstadt e.V. (iba), die Thüringen Innovatic GmbH, der Innovent Technologieentwicklung e.V. Jena, die TU Ilmenau und die Friedrich-Schiller-Universität Jena) auch nicht vor Landesgrenzen halt. Neben einigen Thüringer Unternehmen (Mathys Orthopädietechnik GmbH Jena, Analytik Jena AG, bioleitec AG Jena) kamen die Teilnehmer aus Niedersachsen (Otto Bock Healthcare GmbH Duderstadt, Nanofilms GmbH Göttingen) und Hessen (BBI GmbH Melsungen). Insgesamt nahmen 36 Unternehmen und 35 wissenschaftliche Institutionen an dem Innovationsforum teil.

Die Ziele der künftigen Zusammenarbeit zwischen den Partnern aus Forschung, Wirtschaft und Verwaltung wurden in einer gemeinsamen Erklärung (Letter of Intent) festgehalten. Die regionalen und überregionalen Synergieeffekte sollen zukünftig die Konkurrenzfähigkeit der mittelständischen Unternehmen verbessern, neue Marktchancen eröffnen und zukunftssichere Arbeitsplätze in der Region schaffen.

Ministerpräsident Dieter Althaus hatte das Innovationsforum "Biointerfaces" als Schirmherr in seiner Heimatstadt Heiligenstadt eröffnet. Die Förderung von Forschung sei keine Subvention, sondern Investition in die Zukunft, so Althaus. "Wir sind in Deutschland gut im Umsetzen von Geld in Wissen, aber schlecht beim Umsetzen von Wissen in Geld." Das Forum solle helfen, Know-how in konkrete Produkte fließen zu lassen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Innovationsforum im Rahmen der Innovationsinitiative "Unternehmen Region". Stefan Schröter vom BMBF unterstrich, dass die Region des Dreiländerecks in der glücklichen Situation sei, in einzigartiger Weise vorhandene Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft über die Grenzen von Ländern und Fachdisziplinen hinweg zu einem zukunftsfähigen Wachstumskern vernetzen zu können. "Unser Ziel ist es, dass Regionen klare Profile entwickeln".

Hinter "Biointerfaces" steckt eine medizintechnische Herausforderung. Manche Patienten reagieren allergisch auf fremde "Ersatzteile" im Körper wie Kontaktlinsen, Implantate, Katheter oder Prothesen. Wissenschaft und Industrie suchen deshalb intensiv nach biokompatiblen Materialien, die vom Körper besser vertragen werden. Lösungen sind aber nicht nur im menschlichen Körper gefragt, sondern in allen Bereichen, wo sich Technisches und Lebendiges berühren. Das gilt u.a. bei Anlagen zur Biogaserzeugung oder bei Systemen, in denen Mikroorganismen Wirkstoffe für Medikamente erzeugen.

 


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