
An der OvGU hat eine wirtschaftsorientierte Nachwuchsforschergruppe ihre Arbeit im Bereich der spritzgegossenen Schaltungsträger und der Entwicklung neuartiger mikrotechnischer Sensoren aufgenommen.
Die Finanzierung der Nachwuchsforschungsgruppe inklusive der Investitionen von Geräten in einer Gesamthöhe von ca. 3,9 Mio. Euro erfolgt für 5 Jahre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Innoprofile". Ziel des Projekts ist die Schaffung eines gleichermaßen attraktiven Forschungs- und Ausbildungsangebotes für die regionale Wirtschaft an der OvGU. Dazu ist neben dem Aufbau einer Technologieplattform ein intensiver Personalaustausch mit den beteiligten regionalen Unternehmen vorgesehen.
Das Team der Nachwuchsforschungsgruppe von "TEPROSA - Technologieplattform für die Produktminiaturisierung in Sachsen-Anhalt".
Prof. Erich Pollmann, Rektor der Otto von Guericke-Universität Magdeburg, machte den jungen Wissenschaftlern Mut: "Wir haben alle miteinander soviel Zeit und Kraft in die Vorbereitung investiert, es wird ein Erfolg werden! Es ist eine verdammt anspruchsvolle Aufgabe, der sie sich da stellen." Pollmann lobte die Grundidee der Initiative "Unternehmen Region" und deren Fokus auf die spezielle Situation im Osten: "Wir müssen die Kommunikation mit der regionalen mittelständischen Wirtschaft stärken. Dies wird unsere Arbeit an der Universität bereichern."
Sprecher und Initiator des Projektes ist Prof. Schmidt von der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik. Prof. Schmidt hatte 2005 mit seinem Projektantrag "TEPROSA - Technologieplattform für die Produktminiaturisierung in Sachsen-Anhalt" als einziger den InnoProfile Wettbewerb in Sachsen-Anhalt gewonnen. Auch das Land Sachsen-Anhalt hat sich engagiert und Investitionsmittel für ergänzende Gerätebeschaffungen bereitgestellt. An der OvGU werden in diesem Zusammenhang derzeit Reinraum-Labore für die Mikrosystemtechnik und die Aufbau- und Verbindungstechnik aufgebaut. Leiter der Nachwuchsforschergruppe ist Dr. Sören Hirsch, der im Dezember an der OvGU seine Doktorarbeit verteidigte. Er kommt vom Lehrstuhl Mikrosystemtechnik am Institut für Mikro- und Sensorsysteme.
In diesem Projekt arbeiten Hersteller, Ausrüster und Anwenderfirmen auf den Themen spritzgegossener Schaltungsträger und mikrotechnische Sensoren mit der OvGU zusammen. Zu diesem Zweck ist auch ein intensiver Personalaustausch zwischen den beteiligten Unternehmen und der Nachwuchsforschergruppe vorgesehen. Spritzgegossene Schaltungsträger sind eine Ergänzung zur Leiterplatte, wobei durch das Spritzgießen eine dreidimensionale Formgebung erreicht wird. Die Herstellung von Leiterbahnen auf den Spritzgussteilen erfolgt mit Laser- und Galvanikverfahren. MID-Bauelemente sind ein wachsender Markt und bieten z. B. die Möglichkeit, das Gehäuse gleichzeitig für die Montage elektronischer Bauelemente zu nutzen. Damit entstehen Kosteneinsparungen und eine höhere Funktionalität. An diesem Thema sind insbesondere Unternehmen aus der Region interessiert, die im Bereich der Entwicklung und Herstellung elektronischer Baugruppen und Geräte tätig sind.
Die Entwicklung mikrotechnischer Sensoren beinhaltet u. a. das Herstellen dünner Siliziummembranen mit Ätztechniken und das Aufbringen von piezoelektrischen Schichten. Anwendungsbeispiele sind miniaturisierte Füllstandssensoren sowie Schallaufnehmer. Auch an diesem Thema sind eine Reihe von mittelständischen Unternehmen der Region Magdeburg interessiert.
Mit der Inbetriebnahme des neu eingerichteten Reinraum-Labors an der Magdeburger Universität im Frühjahr dieses Jahres wird die umfangreiche Forschungsarbeit gestartet.
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(URL: http://www.uni-magdeburg.de/)