
"Der wichtigste Faktor im Innovationsmanagement ist Ihr Mitarbeiter. Nur wenn er spürt, dass sein Wissen und Engagement gebraucht und gefordert wird, erreichen Sie ein innovatives Klima im Unternehmen. Geben Sie ihm die Freiräume, die Kreativität braucht!"
Mit diesem leidenschaftlichen Appell an die 150 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik setzte Norbert Geyer, Geschäftsführer der Geyer Gruppe Industrieholding GmbH Berlin, den Schluss- und Höhepunkt der Veranstaltung in der Berliner Industrie- und Handelskammer.
Im Rahmen der Innovationsinitiative Neue Länder "Unternehmen Region" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dieses Forum und unterstützt - zusammen mit dem Land Berlin und der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) - die Technologiestiftung Berlin (TSB) als Veranstalter.
Hans-Peter Hiepe, BMBF-Referatsleiter und Ideengeber, Begleiter sowie Weiterentwickler von "Unternehmen Region", machte die Funktion der BMBF-Innovationsinitiative deutlich: "Wir fördern mit diesen Mitteln die stärksten Ideen und die besten Köpfe zwischen Rostock und Jena, Magdeburg und Berlin. Weil die Kultur von Kooperation und Innovation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in den Regionen der neuen Länder noch immer deutlich verschieden zu den alten Ländern ist, brauchen wir diese gezielte öffentliche Unterstützung."
Damit werde zum Beispiel die Kompetenzverbesserung beim Innovationsmanagement der Firmen punktgenau gefördert. Das werde in den kommenden Jahren zu einer messbaren Stärkung der Unternehmen durch ausgefeilte Strategie- und Innovationskonzepte führen, zeigte sich Hans-Peter Hiepe zuversichtlich. Er riet jedoch zu einer realistischen Betrachtungsweise von Forschung und Entwicklung in den neuen Ländern mit Blick auf Deutschland insgesamt. So habe die Privatwirtschaft allein in Baden-Württemberg 2005 mit fast 12 Milliarden Euro mehr Geld in Forschung, Entwicklung und Innovation investiert, als das BMBF insgesamt pro Jahr für diesen Bereich zur Verfügung hat.
Hans-Peter Hiepe (BMBF) zeigte sich optimistisch, dass die ostdeutschen Unternehmen auf dem Gebiet der Innovationen deutlich stärker werden. |
Dr. Bruno Broich von der TSB hob die Bedeutung des strategischen Dialogs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik für die Weiterentwicklung der Innovationskultur hervor. |
Wesentliches Anliegen des Landes Berlin sei Aufbau, Pflege und kontinuierliche Weiterentwicklung von Innovationskultur, -strategie und Umsetzung in der Hauptstadtregion von Berlin-Brandenburg. Dies unterstrich Dr. Jens-Peter Heuer, Staatssekretär beim Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin und machte dies an zwei Beispielen deutlich: "80% der zur Verfügung stehenden Gelder für Wirtschafts- und Innovationsförderung setzen wir in den definierten Kompetenzfeldern Biotechnologie, Medizintechnik, Medien und Kommunikation, Verkehr und Logistik sowie Optik und Mikrosysteme ein. Das stärkt die Hauptstadtregion als Innovationsstandort."
Zusätzlich arbeite inzwischen kontinuierlich der Runde Tisch von Wirtschaft und Wissenschaft, an dem sich 3500 Unternehmen beteiligen. Als neueste Initiative zur Innovationsförderung in der Hauptstadtregion sei im Internet die Webseite http://www.transfercafe.de/ freigeschaltet worden, betonte der Staatssekretär. Mit Hilfe dieser Plattform werde ein 24-Stunden-Informations- und Kommunikationsservice für Wirtschaft und Wissenschaft angeboten.
In diesem Prozess von Innovationsförderung und Technologietransfer sei die Technologiestiftung Berlin (TSB) seit vielen Jahren ein herausragender Akteur, unterstrich Dr. Bruno Broich, Vorstand der TSB. "Wir treiben den strategischen Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kontinuierlich voran. Ziel muss die wissensbasierte Wirtschaft in der Hauptstadtregion sein. Schon heute ist sie mit 7 Universitäten, 21 Fachhochschulen, 100 Forschungszentren, 130 Kliniken und 40 Wissenschafts- und Technologieparks ein Manhattan der Wissenschaft!"
Dieses Potenzial müsse mit den über 3000 kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region zusammengeführt werden, um Innovationen dauerhaft möglich zu machen.
Der zweite Veranstaltungsteil stand ganz im Fokus der Unternehmer.
Beste Beispiele aus der Praxis machten deutlich, wie Innovationen in Unternehmen vorbereitet und realisiert werden. Und das durchaus auf verschiedenen Wegen.
Die Semperlux AG aus Berlin, mit über 400 Mitarbeitern weltweit und davon über 200 in Berlin, setze vor allem auf die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in der Region, betonte Prof. Dr. Paul W. Schmits. "Gerade mit dem Institut für Lichttechnik und der Technischen Universität Berlin sowie dem Ferdinand-Braun-Institut arbeiten wir seit vielen Jahren zusammen. Durch gemeinsame Forschungsprojekte, Diplomarbeiten und Praktika von Studenten im Unternehmen hat sich eine anregende Kooperation entwickelt, die wir sehr pflegen."
Dr. Olaf Schemczyk, Vorstand des Softwareunternehmens Condat AG, setzt beim Innovationsmanagement zuerst auf den Kunden: "Er fordert unsere Kreativität heraus, indem er seine individuellen Wünsche definiert. So entsteht bei den Mitarbeitern die Innovationskraft, die wir brauchen, um am Markt bestehen zu können."
Und Norbert Geyer, Unternehmer und Vorsitzender des TSB-Fördervereins, berichtete, wie wichtig Enttäuschungsresistenz im Innovationsgeschehen eines Unternehmens sei und belegte dies mit einer Weisheit aus China: "Wer im Frühling die Blüten zählt, ist von der Ernte meistens enttäuscht."
Dr. Olaf Schemczyk erklärte, für sein Unternehmen seien die Kunden und deren Wünsche Schlüssel zu Innovationen. |
Norbert Geyer betonte wie wichtig es sei, mit Enttäuschungen und Rückschlägen im Innovationsprozess umgehen zu können und sich davon nicht entmutigen zu lassen. |
Jürgen Allesch wies auf weitere Veranstaltungen im Rahmen von innovation live in Berlin hin. |
Im Anschluss an das Forum nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Netzwerkbildung. |
Weitere Informationen zum Innovationsforum "innovation live: Best Practice im Innovationsmanagement" finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/2753.php)
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(URL: http://www.innovation-live.de)