

Die stetig wachsende Weltbevölkerung erfordert eine intensive Tierhaltung für die hinreichende Versorgung der Bevölkerung mit tierischen Lebensmitteln. In der Massentierhaltung ist die Ausbruchs- und Verbreitungsgefahr infektiöser Tiererkrankungen besonders hoch. Speziell virale Infektionserkrankungen, die nicht einfach therapiert werden können, verursachen erhebliche ökonomische Verluste. Gefährdet sind besonders agrarisch geprägte Regionen in den neuen Bundesländern, wo es große tierhaltende Betriebe gibt. Ein Lösungsansatz besteht in der präventiven Impfung der Tiere mit Hilfe sogenannter "subunit-Vakzine". Dabei wird nicht mit infektiösem Virus, sondern mit einzelnen, besonders immunogenen Antigenen des Viruses in Verbindung mit bestimmten Adjuvanzien geimpft.
Das Projekt VAKZiNOVA verfolgt bei der Entwicklung solcher Impfstoffe einen völlig neuen Ansatz. Ziel ist es, orale Impfstoffe auf der Basis rekombinanter Hefen herzustellen und neue, effektivere Impfstrategien zu entwickeln, um Tiere in Tierhaltung auf schonende und kostengünstige Weise gegen Viruserkrankungen zu schützen. Im Vordergrund steht die Entwicklung von Vakzinen gegen die Tierseuchen Klassische Schweinepest (KSP) und Bovine Virale Diarrhoe (BVD). KSP und BVD, die zu den anzeigepflichtigen Krankheiten der Weltorganisation für Tiergesundheit zählen, bewirken im Ausbruchsfall massive ökonomische Schäden. Derzeit gängige und ethisch bedenkliche Massenkeulungen, wie sie im Falle des Ausbruchs von KSP angewendet werden, sollten dann der Vergangenheit angehören.
Am Vorhaben beteiligt sind folgende Institute der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg:
In der Phase II des Projektes werden die Verfahren zur oralen Vakzinierung mit rekombinanter Hefe weiter optimiert und verfütterbare Impfstoffe zu entwickelt. Eine Marktanalyse hat gezeigt, dass die folgenden erfolgskritischen Anforderungen für die von VAKZiNOVA angestrebten Produkte bestehen:
Bezogen auf die Tierseuchen BVD und KSP wird dieses Leistungsprofil bislang von keinem Impfstoff erfüllt. Erste Studien haben gezeigt, dass der völlig neue Ansatz von VAKZiNOVA sämtliche Anforderungen erfüllen könnte.
Den oben genannten Anforderungen entsprechend werden folgende Einzelprojekte verfolgt und zu einer Gesamtlösung integriert:
A) Verfahrensentwicklung: Orale Vakzinierung mit rekombinanter Hefe
B) Produktentwicklung: Orale Impfstoffe gegen virale Infektionskrankheiten
C) Entwicklung eines Verwertungskonzeptes
D) Erarbeitung eines Organisationsmodells für die Umsetzung des Verwertungskonzeptes
Den Kern des Innovationslabors bilden die Forschungsgruppen um Prof. Dr. Breunig (Molekular-/Hefegenetik) und Prof. Dr. Behrens (Mikrobielle Biotechnologie/Virologie) sowie der Projekt-Koordinator Dipl.-Kaufmann Dücker.
Die Umsetzung der InnoLab-Phase erfolgt in enger Zusammenarbeit mit folgenden Partnern:
Prof. Dr. Karin Breunig
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Naturwissenschaftliche Fakultät I
Institut für Biologie
06099 Halle/Saale
Tel.: (0345) 55-26301/04
Fax: (0345) 55-27151
E-Mail: karin.breunig[at]genetik.uni-halle.de
Prof. Dr. Sven-Erik Behrens
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Naturwissenschaftliche Fakultät I
Institut für Biochemie und Biotechnologie
Kurt-Mothes-Straße 3
06110 Halle/Saale
Tel.: (0345) 55-24960
E-Mail: sven.behrens[at]biochemtech.uni-halle.de