Im Blickpunkt

ICCAS-Ausgründung Phacon stellt Neuentwicklung bei internationalem Chirurgenkurs vor

Vom 22. bis zum 24. Januar 2009 kamen Chirurgen aus Kuwait, Saudi-Arabien, Pakistan, Griechenland, Österreich, Deutschland und aus der Schweiz nach Leipzig, um sich mit den neuesten Assistenzsystemen vertraut zu machen. Die Veranstaltung wurde von der Leipziger Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Innovationskompetenz ICCAS organisiert. Die Phacon GmbH stellte ihr neues Nasen-Trainingsmodell vor.

"Diese weltweit einmalige Veranstaltung hat erfahrene Hals-Nasen-Ohren-Chirurgen an einer neuen Generation von chirurgischen Assistenzsystemen trainiert", sagte Professor Dr. Andreas Dietz, einer der drei wissenschaftlichen Leiter des Kurses und Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde der Universität Leipzig. Diese Assistenzsysteme umfassen Planungssoftware zur Ermittlung optimaler Zugänge, Trainingssysteme für komplizierte Eingriffe am Ohr oder Geräte zur virtuellen Endoskopie vor Nasennebenhöhlenoperationen.

Das neue Trainingssystem für Nasenoperationen der Phacon GmbH stieß bei den Ärzten auf großes Interesse, berichtete Geschäftsführer Ronny Grunert. Er erläuterte einen wichtigen Vorteil des Systems: "Die Mediziner machen eigentlich alles so wie immer, sie benutzen ihre gewohnten Instrumente und führen die notwendigen Handgriffe wie an einem echten Körper aus." Eine gehörige Portion Stress runde diese Realitätsnähe noch ab, denn kleinste OP-Fehler würden optisch und akustisch sofort angezeigt. Eine Möglichkeit, die bei bisherigen Trainingsmethoden an medizinischen Phantomen nicht gegeben war. "Wir haben den Schädel quasi lebendig gemacht", meinte Grunert, denn jedes Modul beinhaltet eine Kombination aus simulierter knöcherner Struktur und Weichteilgewebe aus Silikon.

Auch gegenüber herkömmlichen Echtkörper-Präparaten bietet die Entwicklung Vorteile. Während Leichen bzw. Leichenteile meist rar, teuer und nur in Spezialräumen einsetzbar sind, sind Kunststoff-Modelle preiswert, universell einsetzbar und in großer Stückzahl herstellbar. Zudem können für bestimmte Übungen gezielt simulierte Krankheitsherde in die Modelle eingebracht werden.

Diese neuartigen OP-Modelle, die Phacon herstellt, bestehen aus Kunststoff und sind realitätsnahe Nachbildungen beispielsweise des menschlichen Schädels. Sie werden mit einem speziellen 3D-Drucker im Schichtbauverfahren hergestellt. Chirurgen können an diesen Operationsmodellen trainieren, da sie sich optisch und haptisch kaum von echten Patienten unterscheiden und kleinste OP-Fehler sofort angezeigt werden. Das macht eine spezielle Elektronik möglich. Der Operateur kann den Schädel ohne zusätzliche Software direkt mit dem PC verbinden und eigene OP-Instrumente benutzen. Jeder Handgriff wird im Anschluss ausgewertet. Entwickelt wurde das innovative OP-Trainingssystem unter anderem in enger Zusammenarbeit mit PD Dr. Gero Strauß von der Universität Leipzig und dem Forschungstransferzentrum der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.

Weitere Informationen zu Phacon und zum Zentrum für Innovationskompetenz ICCAS finden Sie, indem Sie auf die Links klicken.


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