
Im Bereich der Bioanalytik kommt der Separation von Substanzen bzw. spezifischen Zellen besondere Bedeutung zu. Dabei besteht die Herausforderung darin, spezifische Zellen mit möglichst geringem Fehler qualitativ und quantitativ sowohl für zelldiagnostische als auch zelltherapeutische Anwendungen zu isolieren. Besondere Herausforderungen und Entwicklungsbedarf zeigen sich bei Methoden und Verfahren zur Diagnostik auf Zellbasis, insbesondere bei der Separation spezifischer Zellen aus geringen Flüssigkeitsmengen, wie z.B. Blut.
Mit der Entwicklung neuer Methoden und Verfahren zur Zellseparation will das ForMaT MikroHips für diesen Bereich Lösungen anbieten. So werden Wege für weitere Entwicklungen in der medizinischen Biotechnologie geebnet und damit ein wesentlicher Beitrag zur Krankheitsvorsorge und -bekämpfung geleistet.
Abb. 1: Mikrosieb mit Porendurchmesser von ca. 70 µm.
Ein besonderes Verfahren zur Zellseparation ist die spezifische Anbindung von Zellen an synthetische Partikel und die Abtrennung dieser Feststoffe aus einer Flüssigkeit. Dieses Verfahren erlaubt eine schonende und potenziell parallele Isolation unterschiedlicher Zellen.
Gesamtziel I des Projektes MikroHips ist die Entwicklung von neuartigen Filtermedien mit Porengrößen im Mikrometerbereich für dieses Separationsverfahren. Somit können sich Zellen bzw. Zellarten unter minimaler mechanischer Belastung isolieren lassen. Ein Spezialfall der Zellseparation ist die Plasmaseparation in der Humandiagnostik, d.h. die Abtrennung von zellulären Blutbestandteilen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) von flüssigem Blutplasma. In einem Teilgebiet der Mikrofluidik, welches sich mit der Miniaturisierung von chemischen und/oder biologischen Analysen in so genannten Lab-on-Chip-Systemen beschäftigt, besteht jedoch das Problem, dass die notwendige Plasmaseparation nicht ohne weiteres integriert werden kann.
Das Gesamtziel II des MikroHips-Projektes besteht daher in der Entwicklung eines Plasmaseparations-Moduls (BloP-Chip) basierend auf Mikrostrukturen und -sieben. Speziell sollen wegen ihrer vorteilhaften Eigenschaften mechanisch stabile Mikro- und Nanosiebe (nano-PABSS) im BloP-Chip zum Einsatz kommen.
Abb. 2: Schematische Darstellung eines integrierten Mikrosiebes zur Querstromfiltration.
Das Innovationslabor MikroHips setzt sich aus drei spezialisierten Forschungsgruppen zusammen:
Im Innovationslabor MikroHips arbeiten drei Professuren und Institute der TU Chemnitz in den drei Forschungsgruppen Pom-µ-S, Blop-Chip und nano-PABSS interdisziplinär zusammen. Sie werden durch die Professur Marketing der TU Chemnitz aus betriebswirtschaftlicher Sicht unterstützt.
Das MikroHips-Team wird weiterhin durch einen industriellen Beirat mit Vertretern aus den Bereichen Biotechnologie und Diagnostik unterstützt.
Prof. Dr. Cornelia Zanger
Technische Universität Chemnitz
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Professur für Marketing und Handelsbetriebslehre
Thüringer Weg 7
09126 Chemnitz
Tel.: 0371-531-26130
Fax: 0371-531-26139
E-Mail: mikrohips[at]tu-chemnitz.de