Im Blickpunkt

Heiße Diskussionen in sommerlicher Hitze

Ende Juni kamen die Mitarbeiter des InnoProfils "Peptid-Leitstrukturen" sowie Vertreter kooperierender Unternehmen zum Statusseminar an der Berliner Charité zusammen. Vorgestellt wurden die Forschungsergebnisse der Initiative, deren Ziel die Verbesserung der Therapie und Diagnose von Tumoren ist.

Zunächst das Unangenehme, auf das wir alle aber doch so lange gewartet haben: Die sommerliche Hitze! Die Veranstaltung musste kurzfristig in einem nicht klimatisierten, den ganzen Nachmittag in der Sonne liegenden Raum ohne Jalousien stattfinden. Harte Bedingungen für Referenten und Gäste - quasi eine lokale Klimakatastrophe, die selbstverständlich bewältigt wurde!

Dr. Carsten Grötzinger, Leiter der InnoProfile-Initiative Peptid-Leitstrukturen.

Davon mal abgesehen gibt es viel Erfreuliches zu berichten: In diesem Jahr waren noch mehr Firmenvertreter anwesend als im letzten und die Diskussionen waren inspirierend, wenn auch durchaus kritisch. Die Initiative und die vier initial beteiligten Unternehmen konnten noch drei weitere kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) aus der Region Berlin-Brandenburg als Kooperationspartner dazu gewinnen. Mit den Biotech-Start-ups mivenion, nanoPET und 3B Pharmaceuticals sind darunter auch solche Unternehmen, deren Profil sehr weit mit der Ausrichtung der InnoProfile-Initiative auf den Gebieten der molekularen Bildgebung und der Peptidoptimierung für diagnostische und therapeutische Zwecke überlappt. Kritische Fragen sind daher natürlich besonders dann interessant, wenn sie Verwertungsaspekte betreffen, also zum Beispiel die mögliche Schutzrechtsanmeldung für molekulare Zielstrukturen oder auch für pharmazeutisch optimierte Peptide.

Große Zustimmung und Glückwünsche gab es für die Umsetzung des im letzten Jahr begonnenen Fokussierungsprozesses: In den Vorträgen wurde deutlich, wie Targets durch einen abgestuften Prozess entweder immer weiter validiert oder aus dem Kandidatenpool eliminiert werden. Die Initiative wurde ermutigt, diesen Konzentrationsprozess konsequent weiterzuführen, um mit Abschluss des Projektes eine kleine Zahl sehr gut charakterisierter Targets und Liganden für eine Verwertungsperspektive bereitzustellen. Schon der aktuelle Stand der Einzelprojekte, die in insgesamt sieben Vorträgen präsentiert wurden, zeigte den erfreulichen Fortschritt der Nachwuchswissenschaftler. So konnten sowohl für den Speiseröhrenkrebs wie auch für das Bauchspeicheldrüsenkarzinom molekulare Targets identifiziert werden, die gute Aussichten auf eine diagnostische Nutzung in einem Bildgebungsverfahren aufweisen.

Damit ist die Initiative ihrem Ziel, hochselektive Ligandenmoleküle für die Krebsbehandlung zu entwickeln, die eine hohe Wirksamkeit am Target mit geringer Nebenwirkungsrate verbinden, um Tumorpatienten während der Therapie eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen, einen erheblichen Schritt näher gekommen. Und das ist jeden Schweißtropfen wert!



Weitere Informationen zum InnoProfil Peptid-Leitstrukturen finden Sie hier.


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